Mittwoch, 21. Januar 2009

Anpassung des Fußballs an die reale Welt

Ein auf Idealismus aufgebauter Verein muss sich in der jeweils realen Welt bewegen. Will er bei aller notwendigen Anpassung doch seine Identität bewahren, dann muss er das auf einer anderen Ebene tun.

Anpassung

In der Monarchie wahrscheinlich in der Beamtenwelt die Türklinken putzen, in der Zwischenkriegszeit mit der Armut zurechtkommen, im 7-jährigen "1000-jährigen" Reich brav die Hand zum Gruß erheben, im früheren Ostblock das System huldigen, in der koalitionären Nachkriegszeit sich möglicherweise um Subventionen anstellen und jetzt, im Wohlstandszeitalter trachten, ein gutes Stück vom Werbekuchen zu erhaschen und auch die treuen Mitglieder möglichst eng an den Verein zu binden, damit er sein Geld auch richtig investiert.

Weil es eben keine Subventionsgeber mehr gibt, kein System, das den Sport instrumentalisieren will (und daher zahlt) und daher muss der Verein selbst schauen, wie er weiter kommt. Und wir müssen uns fragen, was denn unappetitlicher ist (oder war): das sich Anbiedern an ein ungeliebtes (aber auch lebensnotwendiges) politisches System oder an eine zwar auch ungeliebte (aber doch auch lebensnotwendige) Wirtschaft. Beides vielleicht und in beiden Fällen brauchen wir Fans Hilfe, die eigene Identität zu stärken, die uns das jeweilige System anzukaufen droht.

Leider ist es bei uns mit einem Großsponsor nicht getan, weil unser Wirtschaftsraum zu klein aber die Kosten dieselben sind. Daher brauchen wir viel mehr Sponsoren als zum Beispiel die Salzburger oder auch die deutschen oder englischen Vereine.

Wenn man jetzt die vergangenen Systeme vergleicht, eigentlich könnten wir froh sein, dass wir die alle überwunden haben und daher müssen wir den Wandel der Zeit zur Kenntnis nehmen und schauen, wie wir am besten aussteigen. Dabei können wir zwischen Geld und Top-Platzierung oder Weniger-Geld und Mittelmaß entscheiden.

Die zweite Variante enthält den Haken, dass wir damit eine Spirale nach unten lostreten und wir nicht genau wissen, wann wir Stop sagen sollen (und wer weiß, ob wir das dann noch können). Nehmen wir den Anlassfall "Emirates" und sagen wir, RAPID könnte den Partner gewinnen, doch der Vorstand meint - gestützt durch den Wunsch des Block West, jetzt wäre es schon genug. Klar, dass dann unsere Violetten Kontrahenten den Fisch an Land ziehen und die Spirale sich beginnt nach unten zu drehen. Man verliert Platzierungen, internationale Startplätze und nach und nach beginnen die Sponsoren sich nach den Siegern umzusehen und verlassen die Verlierer-Straße.

Nach meiner Ansicht hat RAPID gar keine andere Möglichkeit als den Rückenwind der Publikumssympathie zu nutzen und wo immer sich eine Gelegenheit bietet, Sponsoren zu gewinnen.

Identität

Nun zu der anderen Ebene: wenn man sehen will, wie es mit noch mehr Kommerz funktioniert, dann muss man nur einmal die Insel besuchen (ein Besuch bei den Websites genügt, das ist billiger). Eigentlich abstoßend das Ganze - finde ich.

Aber dort gibt es etwas, was wir nicht haben als Gegengewicht: der Mythos eines Vereins wird dort liebevoll in Form historischer Artefakte in einem Museum zusammengetragen, dort werden einstige Fußballgrößen wirklich verehrt. Man darf sich als Besucher auf den Platz setzten auf dem sonst normalerweise Sir "Bobby" Charlton sitzt. Dort wird der Boden auf dem sich die Spieler bewegen und den man als Besucher betreten darf hochglanzpoliert.

Das ist es, an dem wir arbeiten müssen, denn dann können wir auf dieser Ebene dem Kommerz etwas entgegensetzen. Falsch, eigentlich haben wir schon was - und das haben wir den Engländern voraus: die Blöcke West und Ost. Das hat etwas, was einmalig ist. Im Zusammenklang mit etwas mehr Geschichtsbewusstsein kann uns das bisschen Kommerz, dieses Buckeln vor der Geld-Macht doch ganz egal sein, denn "Wir sind RAPID..." und dieses "Rapid" - was auch immer man damit in Verbindung bringt - herauszuarbeiten, das ist unsere Aufgabe.

Dienstag, 13. Januar 2009

Reisen nach England

Ich habe es vor zwei Jahren geschafft, mit meinem Sohn OldTrafford zu besuchen, allerdings mit Einsatz von Geld. Die Spiele sind in der Regel ausverkauft. Wenn man aber ein "Hospitality-Package" (bei uns VIP-Ticket) erwirbt, kann man praktisch jedes Spiel besuchen. Und auch diese Tickets gibt es wieder in vielen Kategorien.

Die billigeren sind im Red Cafe (Pre-Match und Post-Match) sowie im Museum. Man bekommt ein viergängiges Menü, eben im Red-Cafe und muss dann vor dem Spiel aus dem Gebäude raus und begibt sich auf seinen Platz in eine Ecke ziemlich weit oben. Die Sicht ist aber sehr gut, die Sessel sind sogar gepolstert.

Wir waren zu Ostern dort und wollten eigentlich ein Liga-Spiel besuchen, doch an dem von uns geplanten Tag war dann stattdessen das CL-Spiel gegen Roma (1/4-Finale). Ich dachte schon, dass wir dann dieses Stadion nicht sehen würden, doch eine freundliche Dame bestätigte mir per E-Mail, dass wir unsere Karten gerne für dieses Top-Spiel tauschen könnten - gegen erheblichen Aufpreis, versteht sich.

Dieses Spiel war insgesamt teurer als unser sonstiger Aufenthalt aber wie oft kommt man schon in diese Gegend.
Unsere Planung war so:
Do Anreise (Gründonnerstag)
Fr Liga-Spiel  Wigan - Bolton
Sa Ligaspiel Manchester City - ...
So Besuch Liverpool  Anfield Road, Everton, Beatles-Museum
Mo Liga-Spiel Aston-Villa - Wigan
Di CL-1/4-Finale Manchester - Roma
Mi Besuch Bolton-Stadion, Rückflug
Die Karten zu den anderen Spielen wurden gleich zugesandt (Aston-Villa) oder wir haben sie am Spieltag abgeholt (Wigan, Manchester City). Bei Old Trafford haben wir vor lauter Nicht-erwarten-können die Karten gleich nach der Ankunft abgeholt und gleich eine Stadionbesichtigung angeschlossen.

In Liverpool ist es zu Ostern (und wahrscheinlich auch an Wochenenden) unbedingt erforderlich, sich zu der Stadionbesichtigung anzumelden, man bekommt sonst keine Karte.

Flug mit FlyNiki zu Weihnachten gebucht. Alle Fahrten in England mit der Bahn. Hotel: Accor-Hotel (es gibt davon drei in Manchester, wir haben jenes in der Nähe des Hauptbahnhofes gewählt.

Liverpool - Manchester - Wigan - Bolton - Blackburn - Birmingham sind alle irgendwie in einer Gegend und zu Ostern wird intensiv gespielt.

Ein Vorteil für die Planung ist, dass die Spiele schon lange im Vorhinein fixiert sind und man schon zwei Monate vorher bestellen kann.

VIP-Preise Manchester United, http://www.manutd.com/

Hier der aktuelle Text der manutd.com für die kommenden Matches gegen Liverppol und Everton:

The Europa package offers some of the best seats in the house and provides you with a four-course meal and the chance to see the man of the match presentations all for just £325 +VAT per person. Also available is the Red Café pre-match package which provides superb quadrant seats and three course meal for only £190 +VAT per person.

Und wenn man dann auf die Preise-Seite geht:
SUITE NAME A B C D
EUROPA SUITE £450 £325 £245 £210
MUSEUM £420 £270 £135 £110
RED CAFE  PRE-MATCH £212 £190 £170 £145

Dienstag, 6. Januar 2009

oe24: Nie wieder Stadthalle

Die Aussagen von oe24 "Fans toben: Nie wieder Stadthalle" kann doch nur bedeuten, dass hier zwei Zeitungen eine Art Kleinkrieg auf Kosten der Wahrheit ausfechten. Denn das Turnier wurde von der Krone stark beworben (am Samstag und Sonntag je 9 Seiten Bericht) und daher hatte oe24 nichts anderes im Sinn als das Krone-Werbe-Monopol zu bekämpfen.

Ich selbst habe das Turnier - wie viele andere hier - als gut organisiert empfunden. Von der RAPID-Seite waren wirklich alle Stars anwesend, das Engagement der Vereins und der Spieler etwas für die Fans (und nebenbei auch etwas für das Budget zu tun) war lobenswert. Am letzten Tag hat sich zum Beispiel Drazan in das Publikum gesetzt, eine Sensation für meinen Sohn.

Durch die Konzentration auf zwei Tage gab es praktisch keine Leerläufe.

Kleinigkeiten:
  • ein Ablaufplan auf der großen Anzeigetafel wäre wünschenswert
  • der Monitor mit der Spielstandsanzeige mit der Uhr war von weiten Bereichen nicht zu sehen (von den Lautsprecherboxen verdeckt)
  • bei der Mannschaftsaufstellung am Beginn eines Spiels ist immer nur die halbe Mannschaft zu sehen
Hoffentlich war es auch ein Erfolg für die Klubkasse.

Ein tolles Event! Danke RAPID