Freitag, 21. August 2009

Nachlese Aston Villa-Rapid

Wir waren gerade am letzten Wochenende bei Spielen der Premierleague in London und die Spiele vermittelten sehr gut die dortige Spielstärke. Hohe Präzision der Pässe, gute Referees, wenige Fouls (von der Sorte, dass Spieler tot am Boden liegen bleiben und mit einem blinzelnden Auge auf die Entscheidung des Schiedsrichter schauen, um dann schließlich noch einmal zu rollen oder sich doch zum Weiterlaufen aufzuraffen), starkes Kollektiv.

Jeder Vergleich von RAPID mit einem dieser Vereins in der Premierleague erschien mir unzulässig und mir war bang um das heutige Ergebnis.

Und dann das.

Ein sensationeller Auftakt, der die ohnehin vorhandene Motivation noch beflügelte, eine Atmosphäre, die wohl in Europa ihresgleichen sucht.

Der Schlüssel zum Sieg war dieses frühe Erfolgserlebnis. Wer weiß, wie das Spiel sonst ausgegangen wäre, wenn man diesen Euphorie-Schub nicht erlebt hätte.

Was immer man irgendwo für Paläste für den Fußball baut, das Spiel braucht nur 22 Beine und das Feld und die Vision vom Sieg. Ja, und 17600 schreiende Kehlen.

In Parndorf. In Hütteldorf. In Birmingdorf.

Auf nach Birmingdorf!

Die RAPID-Homepage berichtete unmittelbar nach dem Spiel (wie übrigens immer) über das Spiel. "Kapitel 1 der Geschichte ist geschrieben: 1:0-Sieg vs Villa" (Ob man Geschichte geschrieben haben wird, das wissen wir erst in einer Woche, also etwas vorsichtiger hätte man das formulieren können aber man freut sich eben).

Die Villa-Homepage schweigt sich auch jetzt noch (0:45) aus.

Der Grund liegt wahrscheinlich in der Größe der Firma Aston Villa. Sicher, ihre Seite ist perfekt, aber das Engagement zu haben und sich gleich nach dem Spiel an den Laptop zu setzen funktioniert in einem durchorganisierten System nicht so ohne weiteres. Da muss man die Genehmigung einer Pressestelle einholen, des Mangers oder von sonstwem - und das Engagement erlahmt.

Unsere Stärke ist die Flexibilität der kaum hierarchischen Organisation.

Daily Telegraph, letzter Absatz aus "Rapid Vienna 1 Aston Villa 0: match report"

Time slipped by without any more chances, then the notorious RAPIDviertelstunde began, the home fans marking the final 15 minutes of the match with resounding, rhythmic clapping that shook the stadium as it has done for near on 90 years. Villa, like their supporters, were drowned out. Even so, they are not yet down and out.

Dienstag, 11. August 2009

Fußballreise London 2009

Wir (mein Sohn Florian, mit dem ich fahre und meine Frau, die zu Hause bleibt und unserer Reise zustimmt) planen eine London-Reise für das spielfreie Wochenende um den 15. August zum Auftakt der neuen Saison in der Premierlieague (Nächtigung Ibis London Excel):

Fr 14.8.
17:00 ab Wien Fly Niki
20:10 an London Stansted

Sa 15.8.
12:45 Chelsea - Hull City, Stamford Bridge

So 16.8.
11:00 Chelsea Stadium Tour
16:00 Tottenham Hotspur - Liverpool, White Hart Lane

Mo 17.8.
11:00 Arsenal Stadium Tour
14:30 Tottenham Stadium Tour

Di 18.8.
11:00 Wembley Stadium Tour
19:45 Fulham - Blackburn Craven Cottage

Mi 19.8.
16:15 ab London Stansted
21:15 an Wien

Eine gute Übersicht über die Verfügbarkeit von Tickets hier: http://www.fussballinlondon.de/tickets.php

Gleich ein Tipp für alle, die einfach nur einen Eindruck von den Stadien gewinnen wollen: Wir haben unseren Urlaub eigens auf den Saisonbeginn in England ausgerichtet. Besser (und viel billiger) wäre es aber gewesen, sich auf die Vorbereitungsspiele vor dem Saisonbeginn zu konzentrieren (also von Mitte Juli bis Mitte August). Die Gegner lassen sich durchaus sehen und kommen oft aus dem Ausland. Viele dieser Spiele sind nicht ausverkauft, weil sie ja nicht beim Abo dabei sind. Und zum Beispiel bekommt man bei Arsenal im Emirates-Stadion für die Champions-League-Qualifikation ein VIP-Ticket um 90 Pfund. Leider ist aber derzeit noch nicht bekannt, ob das Spiel am Dienstag oder Mittwoch 18/19.8. auswärts oder zu Hause stattfindet, denn das ergibt - ebenso wie den Gegner - erst die Auslosung. Aber wenn man bedenkt, dass etwa bei Tottenham eine VIP-Karte 600 Pfund! kostet, dann ist das ein echter Hit.

Billig ist das Ganze nicht aber da wir keinen Badeurlaub und auch keinen Schiurlaub finanzieren müssen...

Postkarte aus London

Freitag, 7. August 2009

Unser Gegner Aston Villa


Stadion Villa Park

Das Stadion liegt eingezwängt in einem nicht erweiterbaren Gebiet am Aston Park. Wahrscheinlich wegen späterer Erweiterungen ragt die Westtribüne über die Trinity Road drüber. Die Umgebung des Stadions ist durch die typischen englischen Reihenhaussiedlungen geprägt. In dieser Gegend sind sie aber fest in der Hand von Indern/Pakistanis. Es gibt auch Moscheen, die sich zwischen die Häuser zwängen. In der Witton Road, das ist die Hauptzufahrtsstraße in die City, hat man den Eindruck, in einem Vorort von Kalkutta zu sein, denn viele Geschäfte lagern ihre Waren einfach auf der Straße.

Auffällig sind die Gegensätze von Arm und Reich. Das Stadion ist der Inbegriff des Reichtums, ein Tempel, der von Menschen besucht wird, die gar nicht in dieser Gegend wohnen, denn die können sich die Eintrittspreise nicht leisten. Da werden die Gehsteige rund um das Stadion vor und während des Matchs penibel von jedem Abfall gereinigt und eine Straße weiter schaut man der Armut ins Gesicht, die sich natürlich wenig um den Mist auf der Straße schert, die hat andere Sorgen.

Montag, 3. August 2009

Pro Maierhofer

Ja, man muss manchmal schmunzeln, manchmal ärgert man sich auch, wenn Stefan Maierhofer mit dem Ball "hantiert".

Aber er ist von seiner Art her eine Art Mentaltrainer für die Mannschaft. Er zeigt unglaublichen Einsatz und ist auf Grund seiner Kopfballstärke immer für ein Tor gut. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum ihn der Trainer im Spiel lässt oder bringt obwohl technisch seine Konkurrenten vorzuziehen wären. Er hat in kurzer Zeit 36 Tore erzielt. Mehr hat nur Jimmy Hoffer "am Konto" (aber in einer längeren Zeit). Er war am 32. Meistertitel maßgeblich beteiligt und auch den heurigen 2. Platz kann man sich ohne ihn nicht vorstellen.

Wenn er auch oft (zu) große Töne anschlägt, man muss es ihm auch hoch anrechnen, dass er seine technischen Schwächen kennt (bei einem Interview) und stark daran arbeitet.

Als wir im vergangenen Jahr eben nicht in der CL-Gruppenphase vertreten waren, hatten wir die Gelegenheit mit Luca Toni einen ähnlich gebauten Spieler zu beobachten. Und ich finde, dass die beiden Ähnlichkeiten in der Ballbehandlung haben, was sicher mit ihrer Größe zusammenhängt.

Ich finde daher, dass diese Leistungen zu respektieren sind und dass wir als RAPIDler für verdienstvolle Spieler so etwas wie Dankbarkeit entgegenzubringen haben.