Dienstag, 14. Dezember 2010

Amateur bei Rapid?

Für ein junges Talent dürfte es keine gute Idee sein, bei einer Rapid-Jugendmannschaften zu spielen. Wenn das Talent schließlich bei den Amateuren angelangt ist, dann gelingt der Sprung in die Kampfmannschaft verhältnismäßig selten.

Wir haben immer zu wenig Geld. Aber wir haben immerhin viel mehr als andere Vereine der Liga. Und das ist in diesem Zusammenhang ein Nachteil. Statt sich im eigenen Nachwuchses zu bedienen, wird eher eingekauft. Extreme Beispiele waren zum Beispiel Koch, jetzt auch Konrad. Und für einen Jungen muss die Ankündigung der Herrn Präsidenten, dass wir uns im Winter verstärken werden, wie eine Drohung klingen, denn dann wird es wieder nichts mit einem möglichen Einsatz.

Andere Vereine dürften ihren Nachwuchs besser einbinden. Wie zum Beispiel die Grazer große Abgänge verkraften, sehen wir an der Tabelle; wir verkraften nicht einmal zwei Verletzte. Dass die Violetten manchmal mit 11 Inländern spielen, spricht auch für denen Nachwuchsarbeit.

Ein wenig experimentierfreudiger Trainer gibt den Jungen noch den Rest. In der Tormannfrage kann die Unbeweglichkeit des Trainers im Extremfall dazu führen, dass wir nach der Winterpause mit nur einem Tormann dastehen. Würde er nämlich beide, Hedl und Payer abwechselnd einsetzen, gäbe es die Frage nach der Nummer 1 gar nicht. Und bei den Patzern, die wir im Herbst erlebt haben, kann Payer gar nicht so viel schlechter spielen.

Viel Geld zu haben, ist eine Bremse für erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Anspruchsvolle Fans zu haben, dürfte ähnlich wirken. Amateur bei einer Mannschaft zu sein, die eher Spieler-Power kauft als heranzieht, ist frustrierend.

Montag, 15. November 2010

Rapidfans oder ASB?

Das Forum Rapidfans.at ist wenig tolerant. Andersartige Meinungen werden rasch unterdrückt, Objektivität ist nicht unbedingt gefragt.

Aber die einzigen, die einen Verein wirklich ausmachen, sind die Fans - bei Rapid kommt noch Andy Marek dazu. Alle anderen Akteure sind weitgehend austauschbar.

Die Spieler spielen den Fans eine Zuneigung zum Verein vor, die aber in Wahrheit eine reine Zweckbeziehung ist. Für ein paar Euro mehr sind sie jederzeit bereit, andere Farben zu küssen. Steffen Hofmann ist vielleicht ein bisschen anders.

Und da das so ist, ist mir ein Saurer genau so recht wie ein anderer, Hauptsache, er kann sein Können einbringen.

Es liegt am Verein und am Trainer diesen zusammengewürfelten Talenten den notwendigen Teamgeist einzuimpfen, dass die Summe der Einzelleistungen eben mehr wird als nur ein durchschnittliches Team - den Rapidgeist. Unser Trainer sieht das nicht als seine Aufgabe, daher wird er nur Durchschnitt ernten.

Die Gefahr ist, dass die Vereinsführung die Verpflichtung und den Verkauf von Spielern lediglich als Geschäft versteht, das dazu dient, den Fortbestand des Vereins zu sichern. Die Randbedingung dazu sind aber die Emotionen der Fans, die dieses Geschäft beeinflussen, so ähnlich wie die Ökologie eine wichtige Randbedingung in der Wirtschaft einnimmt. Ich habe gehört, dass es bei spanischen Klubs sogar Abstimmungen der Vereinsbasis über die Verpflichtung von Trainern oder Spielern gibt.

Meine Motivation, bei Rapidfans mitzutun ist die, dass mir aufgefallen ist, dass die ganze Szene ziemlich rechtslastig ist. Ohne jetzt eine gezielte gegen-Agitation betreiben zu wollen (das ist zu offensichtlich und hat keinerlei Wirkung), will ich mit moderaten Beiträgen das Klima ein bisschen beeinflussen.

Aber eines konnte ich dort doch auch lernen: ein unbeteiligter Betrachter der Fußballszene meint, dass alle Vereine gleichermaßen das Recht haben, der beste Verein zu sein, die besten Fans zu haben, die beste Mannschaft usw. Der Wettbewerb zeigt dann das wahre Ranking.

Aber Anhänger einer Mannschaft zu sein, bedeutet, dass man für 90 Minuten jede Objektivität vergessen darf und einer Idee bedingungslos folgen darf und sogar muss, um dieser Idee zum Erfolg zu verhelfen. Das scheint mir in unserer christlichen und durchdemokratisierten Welt psychisch sehr erleichternd, denn in allen anderen Situation muss man (mit Recht) Rücksicht auf andere nehmen und seine eigenen Bedürfnisse beschränken. Hier am Fußballplatz muss das nicht sein. Daher bewerte ich auch die verschiedenen untergriffigen Schlachtrufe nicht mehr so wie vor 10 Jahren.

Diese Unobjektivität ist nun im Rapidforum geradezu die Regel und ich habe das Gefühl, dass das dort auch so sein darf.

Schließlich habe ich die Hoffnung, dass die Gruppe der Ultras nicht nur radikal sondern auch lernfähig ist. Das Problem dieser Gruppe ist, dass es sich nicht um eine demokratische sondern eine sehr autoritäre Gruppe handel und das Verhalten der Gruppe stark von den jeweiligen Leithengsten abhängt. Solange diese eine Zusammenarbeit mit der Vereinsführung pflegen, üben sie einen positiven Einfluss auf die Gruppe aus. Leider kann aber eine solche Organisationsform auch ins Extreme ausarten - so, wie es altgediente Fußballplatzbesucher befürchten.

Für mich ist jedenfalls das ASB kein geeignetes Forum; das ASB ist eher dafür geeignet, kleineren Vereinen, die kein eigenes Forum verwalten können eine Plattform zu bieten.

Sonntag, 14. November 2010

Es geht bergab

Das gestrige Spiel gegen den Vorletzten in Mattersburg lässt nichts Gutes ahnen. Ein mit Mühe gerettetes Unentschieden zeigte deutlich wie schlecht die derzeitige Verfassung von Rapid ist.

Am Abgang von Boskovic allein kann es nicht liegen, denn der wurde während der Zeit seines Armbruchs eine lange Zeit ohne besondere Probleme ersetzt. Kann daher die derzeitige Unform allein am fehlenden Hofmann, Jelavic/Vennegoor liegen oder an einer Auswärtsschwäche?

Dass im Hanappi einfach besser Fußball gespielt wird dürfte stimmen. Die Kulisse motiviert RAPID und leider oft auch die Gegner. Es scheint fast so, als würden die Spieler durch die prächtige Heimkulisse etwas verwöhnt. Aber natürlich würde keiner der Spieler das zugeben.

Die Mannschaft scheint eher einen Mentaltrainer zu brauchen. PP erklärt sich ja in Interviews für die Spiellaune der Spieler nicht zuständig (das müssten sie mitbringen), daher muss das jemand anders machen. Ob ein Manager sich das erlauben kann, irgendetwas, was für das Funktionieren des Teams wesentlich ist, als "nicht in seinem Zuständigkeitsbereich gelegen" abtun darf, ist eine andere Frage.

Beobachter der RAPID-Trainings berichten oft, dass die Trainings, vielleicht mit Ausnahme des Konditionstrainings stereotyp und wenig abwechlungsreich sind - ähnlich wie das Spiel der Mannschaft derzeit.

Schaut Euch einmal die Seite der Trainer auf der RAPID-Homepage an: http://www.skrapid.at/9642.html

Bis hinunter zum kleinsten Mitarbeiter gibt es einen persönlichen Steckbrief, wo man Details zur Person, der Laufbahn und Privates erfährt; nur nicht bei den Ko-Trainern. Sind die so unwichtig? Wenn sie so unwichtig sind, warum hat man sie dann getauscht? Also sind sie wichtig! Warum gibt man dann nichts über sie bekannt? Ist ihnen das egal? Haben sich die schon je die Homepage angeschaut?

Warum bedienen wir uns nicht mehr der Quellen des eigenen Nachwuchses. Gerade heute haben wir wieder eine Lektion von einem Mattersburger Eigenbaustürmer Bürger, 22 Jahre bekommen. Die zeigen es uns vor, wie das geht.

Das wäre alles egal, wäre man erfolgreich. So aber hinterfragt man jedes Detail, dessen man habhaft wird, natürlich auch den Trainer. Der ist auch irgendwie ratlos. Er hat in seiner Verzweiflung die ganze Offensivabteilung getauscht und Trimmel und Nuhui haben in letzter Minute einen Punkt gerettet. Glück für RAPID, Glück für den Trainer.

Ich hoffe, dass das so ist, denn wenn das Trainer-Umfeld die Ursache ist, dann werden wir wegen der Aussage des Präsidenten, dass Pacult den Karren aus dem Schlamm ziehen soll, noch ein bisschen weiter nach unten abrutschen müssen, bis man Handlungsbedarf sieht.

Vielleicht ist die Verweildauer eines Trainers bei einer Mannschaft einfach durch einen mehr oder weniger deutlichen Abnützungseffekt limitiert, der allein nichts über seine Qualität aussagt. Der Erfolg war ja da, es ist aber im letzten Jahr deutlich schlechter geworden; durch ein neues Trainerteam, durch Abgänge, durch Angst vor Neuerungen, durch Abnützung eben.

Wir werden vermutlich morgen auf Platz 7 abrutschen und mit ein bisschen Pech (LASK gewinnt gegen Rapid und Kapfenberg gegen Ried), dann in der nächsten Woche weiter auf Platz 8 und dann sind wir auf Tuchfühlung mit der Abstiegszone. Dann kommt ein Derby mit einem extra motivierten Gegner und wir können die Weihnachtsfeier in die Nähe des Zentralfriedhofs verlegen; die Geier warten schon.

Ist vielleicht ein bisschen übertrieben aber im Fußball ist alles planbar, nur nicht das Ergebnis eines Spiels.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Rapid-Viertelstunde total

Die heutige Begegnung zwischen Rapid und Kärnten war nichts für schwache Nerven. Bis zur Rapid-Viertelstunde lief man einem Tor nach; und dann gab es gleich drei.

Laufende Saison:

RAPID hat 44 % der Tore, nämlich 13 von insgesamt 29 in der letzten Viertelstunde geschossen aber nur 9% der Tore in der letzten Viertelstunde erhalten, nämlich eines von insgesamt 11. So ausgeprägt war die RAPID-Viertelstunde schon lange nicht.

Ein kleiner Nachteil ist das hohe Herzinfarktrisiko für die Zuschauer. Ein bisschen weniger Bedeutung der RAPID-Viertelstunde kann Menschenleben retten.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Wer ist schuld...

...dass Rapid heute gegen die Retorten-Mannschaft von Magna Wiener Neustadt spielen muss?

Nun, vordergründig ist es wohl der Standort von Magna in Oberwaltersdorf und die Attraktivität des nahe gelegenen Wiener Neustadt, dass Frank Stronach dem dortigen Fußballverein eine Zusammenarbeit vorgeschlagen hat. Ich möchte aber etwas weiter ausholen und folgendes vorschlagen:

Schuld an dem heutigen Spiel ist eigentlich eigentlich der englische König Richard I. "Löwenherz". Und warum?

Nun, wie wir alle wissen, reiste damals (1192) der englische König über Triest Richtung England und wurde in Wien-Erdberg (Schwalbengasse 17) festgenommen. Nur gegen eine enorme Summe an Lösegeld von 23 Tonnen Silber wurde er wieder freigelassen. Der Babenberger Leopold V. wurde daraufhin exkommuniziert aber das hinderte ihn nicht, das Lösegeld für das Land einzusetzen:
  • "Münze Österreich" wurde gegründet (besteht heute noch)
  • Stadtmauern von Wien wurden errichtet (deswegen dürfte es un überhaupt in dieser Form geben)
  • Der Graben vom Stephansom zur Freyung wurdde zugeschüttet
  • Friedberg in der Steiermark und Hainburg an der Donau wurden befestigt 
  • bis 1957 wurde in den Schillingmünzen (und ihren Vorgängern) Silber verwendet (Hartwährung)
  • Wiener Neustadt wurde gegründet
Beziehen wir nun das morgige Spiel auf diese historischen Ereignisse vor 800 Jahren, dann können wir behaupten, dass ohne diesen Englischen König das heutige Spiel wohl nicht stattfinden würde. Allerdings würde es möglicherweise auch unsere Fußballkultur gar nicht geben, denn ohne die Wiener Stadtmauern hätte Wien den späteren großen Belagerungen nicht standgehalten und wäre überhaupt die ganze Geschichte anderswie verlaufen.

Alles Spekulation, natürlich, aber sie haben auch einen klingenden Namen: "Cleopatras Nose Theory", die im Prinzip dasselbe besagt, dass nämlich Kleinigkeiten in der Vergangenheit entscheidende Wirkung auf Ereignisse in der Zukunft haben. Hätte also Kleopatra nicht so eine hübsche Nase gehabt, wäre die Geschichte anders verlaufen.

Und weil eben Kleinigkeiten in der Gegenwart durchaus Wirkungen in der Zukunft haben (Chaostheorie), behaupte ich zum Abschluss, dass der Spielausgang wie wir ihn heute nachmittag erleben werden so sein wird, weil wir auch mit dabei sein werden. Unsere Anwesenheit (und die aller anderen Fans) wird für genau dieses Ergebnis verantwortlich sein, das wir heute nachmittag erleben werden. Und zwar egal, wie es ausgehen wird. Hätten wir (und alle anderen) uns entschlossen, nicht dabei zu sein, würde das Spiel anders ausgegangen sein.

Und das Schöne an der Geschichte: wir wissen es nicht und das ist gut so, denn sonst würden wir auch kein Interesse an dem Ergebnis haben.

Links


Dienstag, 5. Oktober 2010

Trainerfrage bei Grün-Weiß?

Die Ergebnisse im ersten Viertel der Liga sind ernüchternd: 0+0+3+3+3+0+0+0+3 = 12 Punkte, das sind 1.3 Punkte pro Spiel. Legen wir diese Zahl als Saisonergebnis zugrunde, dann gab es in der Rapid-Geschichte nur 7x ein so schlechtes Saison-Ergebnis: 1943 (kriegsbedingt), 1988, 1989, 1990, 1991, 1992, 2000.

Das Management muss zwischen Zufälligkeiten der Ergebnisse und einem Leistungs-Trend unterscheiden. Es wäre daher sehr hilfreich zu wissen, was der eigentliche Grund für die aktuelle Lage ist. Wir, Fans stochern herum ohne alle Randbedingungen zu kennen. Ein Ersatz des Trainers kann auch von einer gewissen Hilflosigkeit des Managements zeugen, wenn dieser gar nicht an der Lage verantwortlich ist. Man muss aber berücksichtigen, dass jeder weitere verlorene Punkt uns von dem (minimalen) Saisonziel "internationaler Platz" entfernt.

Niederlagen allein sind es nicht. Es ist ein Unterschied, ob eine Mannschaft gut spielt und dabei unglücklich verliert (wie beim Spiel gegen den VTK) oder ob sie durchschnittlichen Fußball bietet und dabei zufällig gewinnt (wie beim Salzburg-Spiel). Leider dominiert bei uns die Spielanlage "stereotyp und wenig variantenreich" mit den bekannten Ergebnissen.

Wenn die Zeitungsmeldung stimmt, dass man bereits beim Heimspiel gegen Kapfenberg im Fall eines Punkteverlusts einen Trainerwechsel als Plan B in der Schublade hatte, dann sollte man eine so wichtige Maßnahme nicht an den Zufälligkeiten eines Spiels aufhängen sondern an einem Trend, der nicht zu leugnen ist, egal, ob ein konkretes Spiel dabei gewonnen wird oder nicht. Fast könnte man angesichts der wenig hoffnungsvollen Lage eher für ein "Ende mit Schrecken" als einen "Schrecken ohne Ende" sein, leider aber mit dem bitteren Beigeschmack, dass man nicht wirklich weiß, ob man nicht möglicherweise nur ein Symptom aber nicht die Ursache trifft.

Vielleicht liegt der Wurm einfach in einer Abnutzung des Teams. Pacult ist der 40. Trainer bei Rapid. Gemessen an der Dauer seiner Arbeit ist er an der 5. Stelle. Vor ihm rangieren nur Bauer (297 Spiele), Schönecker (272), Körner (210+56+25+38+10) und Nitsch (201), Pacult (187), danach kommt Pesser (181).http://rapid.iam.at/statistics.aspx?id=trainer&id1=details&p=alle" (Sortieren nach "Einsätze").

Die meisten von uns sehen ja nur die Spiele, nicht das Training. Ich erinnere mich an ein Interview mit Zajicek in dem dieser über variantenreiches Tormanntraining berichtete. Er könne einen Monat oder länger trainieren ohne auch nur eine einzige Übung zu wiederholen. Wie schauen die aktuellen Trainings aus? Wird angesichts der Lage etwas verändert, gibt es ausreichend neue Ideen, die auch die Spieler wieder auf neue Spielideen bringen? Sind die Co-Trainer die richtigen? Mir erscheinen sie farblos und dafür, dass Fußball der schönste Beruf der Welt sein kann, etwas wenig emphatisch, was man bei Pacult nicht sagen kann.

Bei Pacult sieht man eher das Problem, dass er seine taktischen Ideen und Aufstellungen beim Interview absolut nicht vermitteln kann und vielleicht auch nicht will und gleich fragt man sich, wie er denn dann mit dem Spielern kommuniziert, wenn ihm das bei den Journalisten so schwer fällt? Und das würde ja alles nicht stören, sofern der Erfolg gegeben ist. Vielleicht ist sein Motto: "Theorie ist das, was man nicht versteht. Praxis ist das, was man nicht erklären kann." Aber ein Spruch aus der Schule besagt, dass man nur das richtig versteht, wenn man es auch erklären kann. Wenn also jemand mit seinem Handwerk mit Intuition erfolgreich ist, soll das gut sein, wenn aber der Erfolg nachlässt, wäre es vorteilhaft, wenn er es auch versteht, denn dann hätte die Intuition versagt und dann könnte er es - kraft Verständnis - auch bewusst verändern.

Man muss allen Mannschaften mit weit weniger Budget zu dem gratulieren, was sie aus ihren viel geringeren Mitteln herausholen. Mir scheint auch die Quote junger Eigenbauspieler bei Rapid eher gering zu sein. Bei den anderen Vereinen ist das Nachrücken junger Spieler ja oft mehr Not als Tugend aber wir verleihen mehr junge Spieler als wir selbst nutzen. Das aber wieder wäre eine Sache, die eher den Sportdirektor betrifft.

Über allem aber thront die Last der vorauseilenden Erwartung (der Journaille aber auch der Fans), dass Rapid der Favorit sei und gewinnen müsse. Das äußert sich bei den Ankündigungen, sieht man bei den Interviews und auch bei den Spielkommentaren. Es ist die Last der Vereinsgeschichte: "Hier kommt der Rekordmeister". Diesem Anspruch jederzeit zu entsprechen zu müssen, ist einfach auch ein bisschen unmenschlich und kann daher in einer unbewussten Abwehrreaktion der Spieler führen.

Freitag, 1. Oktober 2010

Ein Sieg der Fans

Gestern verlor Rapid gegen Besiktas Istanbul 1:2. Eine vermeidbare Niederlage?

Es gibt Tausende Trainer und alle wissen, was man tun sollte. Aber den Urgrund kann man keiner beseitigen, denn im Fußball kann man ein hohes Niveau ausschließlich durch entsprechende Gegner erreichen und in der österreichischen Liga gibt es die nicht.

Mängel in der Technik und im Mannschaftsspiel können nur durch Kampfgeist ausgeglichen werden. Das war auch gestern so.

Dennoch ein spannendes Spiel, immerhin entstanden die Tore durch vermeidbare Eigenfehler und war der Ausgleich noch möglich.

Aber Rapid-Fans machen die beste Choreografie, Rapid-Europa-League-Spiele haben den höchsten Zuschauerschnitt, Rapid verzeichnet die meisten Auswärtsfahrten (nicht gerade umweltfreundlich) in ganz Europa. Die Fans feiern sich selbst, wenn schon nicht den Sieg.

Für mich war die eindrucksvolle Choreografie und das enttäuschende Ende ein nicht untypisches österreichisches Schicksal:

"Bei einem Fußballspiel mit Choreografie und Gesang des Block West ist sogar verlieren schön." (In Abwandlung eines Zitats von Joseph Roth: "Bei den Klängen des 'Radetzkymarsch' stirbt es sich leicht.")

Dienstag, 28. September 2010

Gute Bilanz

Wir haben ein gute (Heim-)Bilanz zu halten:
1529 1:0 Sultan Süleyman
1683 1:0 Kara Mustafa
1960 4:0 Besiktas (EC der Meister)
1966 4:0 Galatasaray (EC der Cupsieger)
1967 1:0 Besiktas (EC der Meister)
1975 1:0 Galatasaray (UEFA-Cup)
1984 4:1 Besiktas (EC der Cupsieger)
1988 2:1 Galatasaray (UEFA-Cup)
1996 1:1 Fenerbahce (CL-League)
1999 0:3 Galatasaray (CL-League Quali)
2003 2:2 Besiktas (Testspiel)
2010 ?:? Besiktas (EUROPA-League)

Montag, 27. September 2010

Glück, für wen?

In Sportnet wird berichtet - und auch im ASB wurde es schon vermutet, dass Hesselings Tor in letzter Sekunde und der damit verbundene Zittersieg "ein Glück" für den Trainer war und damit den Trainerstuhl wieder für einige Zeit sicherte.

http://www.sportnet.at/de/rapidwien/102463228442/rettet_lastminutetor_pacult_den_job

Der scheinbar planlose Austausch von Saurer zeigt, unter welchem (Existenz-)Druck der Trainer eigentlich steht. Die Saurer-Auswechslung war Panik-Pur vor einem nochmaligen Punkteverlust, die "zum Glück" (für PP) gut ausgegangen ist, denn möglicherweise ist gerade sein augenblicklicher Kontrahent im Spiel Werner Gregoritsch auch gleichzeitig ein Konkurrent für seinen Arbeitsplatz.

Aber was ist schon ein "Glück" und für wen? Wenn man seitens der Vereinsführung mit PP nicht zufrieden ist und sich schon nach Alternativen umschaut, dann sollte man die Entscheidung nicht an solchen Zufällen, wie Toren in der 94. Minute abhängig machen sondern eher ein Ende mit Schrecken machen als umgekehrt.

Denn wenn der sehr schlechte Start in die Saison tatsächlich auf PPs Führungsstil zurückzuführen wäre, dann war's ja geradezu ein Pech, das JVoH das Last-Minute-Tor geschossen hat. So aber wursteln wir weiter und schau'n halt, wie weit nach unten uns der Weg noch führen wird.

Sonntag, 26. September 2010

Fußball und Krieg

Die Parallelen zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und einem Fußballspiel sind augenscheinlich. Schließlich sind beide ein Kampf mit einer hohen Zufallskomponente auf den sich die Kontrahenten systematisch mit taktischen Vorgaben vorbereiten. Diese Vorbereitungen für einen Krieg sind die soldatische Ausbildung und Manöver und für ein Fußballspiel das Training, Freundschaftsspiele und Trainingslager.

Der folgende Text entstand in Anlehnung an einen realen historischen Text aus dem 17. Jahrhundert; ein künstliches Szenario vor einem aussichtslosen Spiel, wo man - wie so oft - auf ein Wunder hofft:

Wenn wir also auf die Salzburger treffen, wird Gott die Dinge so lenken, dass wir in die Zweikämpfe gehen und für uns entscheiden können. Doch wenn Gott uns nicht durch ein Wunder hilft, werden die Salzburger, die die schnelleren und wendigeren Mittelfeldspieler und auch die gefährlichere Schützen in ihren Reihen haben, diese Vorteile ausnutzen und uns nicht ins Spiel kommen lassen. So fahren wir nach Salzburg in festem Vertrauen auf ein Wunder.

Das Original stammt aus den Schriften der Führung der spanischen Armada angesichts der kommenden Auseinandersetzung mit den Engländern. Sie sahen klar ihren Nachteil darin, dass sie nur dann eine Chance hätten, wenn sie im Nahkampf die feindlichen Schiffen entern könnten, doch die Schnelligkeit der feindlichen Schiffe würde das eben verunmöglichen. Nur ein Wunder konnte die spanische Armada noch retten. Ein gar nicht so unwahrscheinliches Szenario, auch im Fußball. Hier der Originaltext:

Wenn wir also auf die Engländer treffen, wird Gott die Dinge so lenken, dass wir in den Nahkampf gehen und entern können. Doch wenn uns Gott nicht durch ein Wunder hilft, werden die Engländer, die schnellere und wendigere Schiffe als wir und mehr weittragende Geschütze haben und sich dieses Vorteils wohl bewusst sind, uns nie aufschließen lassen, sondern Abstand halten und uns mit ihren Geschützen zu Stücken schlagen, ohne dass wir sie in nennenswerter Weise beschädigen können. So segeln wir nach England in festem Vertrauen auf ein Wunder.

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Armada

Montag, 20. September 2010

Gerade noch die Kurve gekratzt



Gestern, nach dem Cup-Spiel in Favoriten, haben wir ein Schild mit folgender Aufschrift gefunden: "Sie betreten jetzt den 10. Bezirk. Was vorher war, können Sie vergessen.". Das Schild befindet sich übrigens am Eingang vom FavAc-Platz.


Fast hätte man den Eindruck haben können, als würde sich die Aufschrift auf das Spiel beziehen, denn es war ein lehrreiches Spiel; für Es hat gezeigt, dass eine entschlossene Mannschaft auch gegen sehr mächtige Gegner bestehen kann. Rapid hat's ja gerade noch im Elferschießen geschafft aber die Bullen hat's in Linz voll erwischt. Guerilla am grünen Rasen. Hier noch der entscheidende Elfer, gehalten von Helge Payer.




Und noch einmal der Wunsch, beide Keeper zu halten, indem man sie alternierend einsetzt.

Und die Lehren aus dem Spiel? Jeder hat eine andere Lösung; meine ist folgende:

Ich beobachte immer wieder die Aufwärmübungen, speziell jene der gegnerischen Mannschaften.

Dabei frage ich mich, wie unsere Trainer ihre Aufgaben verstehen. Wiederholen sie die Einheiten, die sie selbst während ihrer Spielerlaufbahn und der nachfolgenden Trainerausbildung gelernt haben oder sind sie auch auf der Suche nach neuen Ansätzen, wie eine bestimmte Spielweise im Training eingelernt werden kann.

In den Übungen der Gäste kann man immer wieder Elemente entdecken, die man ausprobieren könnte. Auch beim gestrigen Spiel war ich unmittelbar bei den Übungen der Amateure dabei und sah eine interessante Übung, bei der sich die Spieler (absichtlich) beim Dribbling im Weg stehen und die mir bei Rapid noch nicht aufgefallen ist.

Es kommt mir vor, als wäre das Rapid-Spiel etwas stereotyp und wenig variantenreich und damit für den Gegner berechenbar. Wenn sich dann noch eine gewisse Behäbigkeit durch die Favoritenrolle dazu gesellt, schauen wir ziemlich schlecht aus. Ich weiß nicht, ob das Spiel des Teams nicht die Mittelmäßigkeit oder unserer Kotrainer widerspiegelt. Es fehlt mir ein bisschen die Begeisterung in Ihrem Tun.

Manche Dinge, wie zum Beispiel der simplen Weitschuss (der sicher nicht so einfach ist, wie man sich das als Zuschauer vorstellt) scheint sich im Training nicht wiederzufinden. Anders kann man sich die etwas komisch anzusehenden Weitschussversuche von Hinum in den letzten Spielen nicht erklären.

Mein Vorschlag: schickt Trainer in andere Länder, zum Beispiel nach Spanien, und schaut deren Trainingskonzepte an. Aber schickt lernfähige Leute hin und nicht solche, die nur das Erlernte wiederkäuen.

Sonntag, 12. September 2010

Ein Derby hat eigene Gesetze

Heute, am 12.9. findet das 294. große Wiener Derby gegen die Wiener Austria statt. In Zeitungen kann man lesen: "das Derby hat eigene Gesetze", was aber nach meiner Ansicht nur emotional zu verstehen sein.

Das Spiel hat für uns einen höheren Wert, die Spieler unterliegen einem höheren Stresspegel, die Polizei sperrt den halben Bezirk ab usw. Insofern hatte auch das Spiel gegen Aston Villa "eigene Gesetze", weil es so wichtig war (für das Weiterkommen sogar wichtiger als das Derby).

Aber das Spiel am Platz ist - wie alle anderen auch - ein Spiel mit ungewissem Ausgang und der Zufall schlägt unbarmherzig zu, so wie er das auch im Spiel gegen den LASK gegen jede Voraussage tat.

Statistik kennt nicht die Zukunft, denn das schönste an der Zukunft ist ja das Ungewisse aber die Statistik erlaubt Prognosen mit einer gewissen Sicherheit und schließt nie irgendein Ergebnis aus.

Übrigens sind alle Fußballspiele "Krieg". Der Unterschied des Kriegs zum Spiel ist der, dass es im Krieg weniger lebenserhaltende Regeln gibt und im Krieg noch viel mehr ungewiss ist, zum Beispiel die Dauer. (Aber Regeln gibt's komischerweise auch im Krieg.)

Die Statistik sagt uns zum Beispiel, dass RAPID im ewigen Schnitt ziemlich genau um ein Tor mehr schießt als der Gegner. RAPID: 2.47 Gegner 1.40

Und warum? Weil diese Idee "Rapid" über Jahrzehnte eine Leidenschaft aufrechterhält, die über alle Tiefs hinweg von Generation zu Generation weitergereicht wird und mit mehr Sympathie, mehr Anhängern und mehr Sponsoren mehr Geld erwirtschaften, mit dem bessere Trainer und Spieler zu Höchstleistungen gebracht werden - und eben zu einem Tor mehr als der Gegner.

Weil diese Mannschaft einen unvergleichlichen Support hat, wird sie statistisch mehr Erfolg haben. Ob es auch heute der Fall sein wird, wissen wir jetzt nicht; allein, dass sich das so viel mehr Menschen wünschen und bejahen, kann das Zünglein an der Waage sein.

Wir sind RAPID!

PS: RAPID an einem 12.9. S-U-N 63%-25%-13%
(Langzeitschnitt über alle Spiele ist S-U.N 56%-20%-24%)


2000 UEFA-Cup 1. Runde Örgryte IS (S) H 3:0 Hanappi-Stadion Dokupil
1998 Cup3. RundeSV Mattersburg A 5:3 Pappelstadion Weber
1970 Meisterschaft 6. Runde Sportclub H 3:3 PfarrwieseSpringer
1964 Meisterschaft 4. Runde Kapfenberger SV A 5:2 Alpen-Stadion Körner
1948 Meisterschaft 3. Runde FAC H 2:0 Pfarrwiese Pesser
1943 Meisterschaft 3. Runde Austria Wien H 1:2 Prater-Stadion Nitsch
1920 Meisterschaft 2. Runde Wacker A 3:3 Wacker-Platz Schönecker
1915 Meisterschaft 3. Runde Hertha H 10:3 Pfarrwiese Schönecker

Sonntag, 5. September 2010

Kurzbericht zur England-Reise 2010

Was immer man auf der Insel unternimmt, man lernt das Englische (nicht nur die Sprache auch die englische Seele und Denkweise) kennen auch wenn man mit den Details ihrer Sprache so seine Schwierigkeiten hat.

Meine Lehren daraus: man sollte die vielen guten Seiten der Engländer kopieren, wo es geht - und über die, die uns weniger gut gefallen, am besten schmunzeln.

Es ist sicher kein Zufall, dass wichtige Ideen des 20. Jahrhunderts ihren Ursprung im England des 19. Jahrhunderts haben (Kapitalismus, Marxismus, Liberalismus, Sport). Dass sich der Fußball dann verbreitet hat und in jedem anderen Land gewisse Eigenheiten entwickelt hat, das wissen wir, aber in England scheint mir, dass man die ursprüngliche Haltung zum Sport und zum Fußball am besten bewahrt hat.

Wenn man heute die Zustände in den englischen Stadien teilweise bewundert, teilweise ablehnt, dann muss man immer die Ereignisse der Hillsborough-Katastrophe 1989 vor Augen haben, die dazu geführt hat, dass sich die Bauvorschriften in den Stadien und auch die Verhaltensregeln stark geändert haben. Die Zeiten, als ein berittener Polizist im Wembley-Stadion mit 200.000 Besuchern Ordnung schaffte ("White Horse Bridge"), sind vorbei. Im Old Trafford-Stadion haben wir etwa 500 Stewards zählen können, Polizei und Stewards außerhalb des Stadions gar nicht mitgerechnet. In das Old Trafford-Stadion gibt es geschätzte 100 Eingangstüren, die zu jeweils anderen Teilen des Stadions führen. Jeder Teil für sich ist vergleichsweise überschaubar und von den anderen getrennt mit eigener Kantine, eigenen Toiletten, eigenen Stiegenhäusern. Zu unseren Sitzplätzen (die übrigens gepolstert waren und warum, das wissen wir auch: für das Spiel gegen Westham werden nicht so viele Hospitality-Karten abgesetzt und daher verkauft man diese Sitze im freien Verkauf) führen zwei Treppen: eine schlichte Beton/Stahl-Konstruktion als Doppelwendel ausgeführt für das einfache Volk und eine zweite, vor der natürlich ein Steward steht, bei der die Wände und der Boden getäfelt sind für das Noch-Mehr-Zahlende Volk, die VIP-Gäste. Ein Führer an der Anfield Road, dessen Erklärungen wir zufällig folgen konnten, hat sinngemäß erzählt, dass allein die Kop-Tribüne 38.000 Menschen Platz geboten hat (Stehplätze) und dass es für sie genau 3 Toiletten gab. Zwischen Rasen und den Stehplätzen gab es nach den Spielen regelmäßig einen gelben Bach...

Das Unglück in Hillsborough 1989 war auf drei Dinge zurückzuführen: das immense Interesse am Fußball in England; Gitter zwischen Spielfeld und Zuschauerraum (diese waren zwar bei internationalen Begegnungen auf Grund der Heysell-Katastrophe bereits entfernt worden aber dieses Spiel war ein lokaler Cup und für dieses Stadion galten die internationalen Regeln noch nicht), schlechte Logistik beim Öffnen der Gates. Seither haben die Stadien in England untereinander eine große Ähnlichkeit; man meint, dass derselbe Architekt am Werk war. Es sind aber die Bauvorschriften, die diese Gleichheiten bewirken.

5 Spiele an 4 Tagen zu besuchen ist nur möglich, wenn die Spiele (erzwungen durch die Fernsehübertragungen) an verschiedenen Tagen stattfinden. Der Raum Manchester (in der Nähe: Wigan, Bolton, Blackburn, Blackpool, Liverpool, Bradford, City, United) ist dafür ideal geeignet, sowohl für Bahn- als auch für Autofahrer. Beides probiert, Auto ist natürlich flexibler, wenn auch nicht unproblematisch. Wenn man eine der großen Mannschaften sehen will, dann ist wegen der Kartenbeschaffung einfacher, eines ihrer Auswärtsspiele zu besuchen (Wir haben Arsenal in Blackburn gesehen; umgekehrt wäre das viel schwieriger).

Karten

  • Bradford: vor Ort, kein Problem. 20 Pfund.
  • Blackburn: via Webseite, Anmeldung genügt, bei Spitzenspielen wie Arsenal wird nur eine Karte pro Anmeldung abgegeben. Wenn man meint, man könne einfach den Namen austauschen (anderer Vorname) der irrt, denn dann verweigert das System die Karte. Ich musste meinen Schwiegervater mit ganz anderer Adresse angeben, dann hat es geklappt. Die Karten können am Spieltag im Fanshop abgeholt werden. 
  • Manchester United: Unser Spiel gegen Westham war kein Spitzenspiel, daher gab es online etwa 14 Tage vor der Begegnung noch Karten. Preis 58 Pfund. Karten wurden zugesendet.
  • Liverpool: Es gibt dort praktisch für kein Spiel Karten, das Stadion fasst 41.000 Zuschauer und ist praktisch immer ausverkauft. Einziger Ausweg: Hospitality-Karten. Schweigen wir über den Preis. Dann kommt noch dazu, dass in der Einladung steht: dress code: smart/casual no shorts, no jeans. Und wie soll man das als Tourist schaffen? Wir waren kurzerhand in einem Wall Mart und kauften zwei schwarze Hosen und Schuhe. Und mit dem Preiszettel auf der Hose kamen wir zum Hospitality-Zirkus. Eine (in Liverpool) bekannte Legende des Klubs plauderte über Details seiner Fußballerkarriere. Hier ärgert man sich, dass man zuerst in der Schule zu wenig aufgepasst hat und dann im Lauf des Lebens zu wenig Sprachpraxis gesammelt hat, um die Pointen zu verstehen. Wir haben's aber bei Ente und Schwertfisch überlebt und danach ein zweifellos tolles Erlebnis in der Anfield Road beim Spiel gehabt. Auf der Webseite steht zwar, dass die Karten 10 Tage vor dem Spiel zugesendet werden (bei Reisen kann das knapp sein); wir haben auch (vergebens) darauf gewartet. Es stellte sich heraus, dass die Karten hinterlegt sind - in dem kleinen Portierhäuschen unmittelbar neben dem Hintereingang zum Stadion, bei dem Liverpooler Pendant von Frau Salzer.

Kommerz

Der Grad der Kommerzialisierung ist sehr groß, weil auch der Geldbedarf der Riesenklubs so groß ist. Ein paar Konkurse als Schuss von den Bug würden der Szene vielleicht gut tun, vielleicht so wie die seinerzeitigen Stadion-Unglücke ein Umdenken beim Stadionbau und -organisation bewirkt haben.

Stimmung im Stadion

Noch etwa 15 Minuten vor Spielbeginn glaubt man, dass das Stadion leer bleibt. Doch wie durch ein Wunder ist dann beim Anpfiff doch alles versammelt. Eine Unsitte ist es, dass sowohl einige Minuten vor der Pause und fast eine Viertelstunde von Matchende eine Abwanderung einsetzt; ziemlich unabhängig vom Spielstand.

Es gibt Stadionansager aber man darf sich diese nicht in der persönlichen Art von Andy Marek erwarten.

Die Auswärtsfans wirken stimmlich und organisatorisch fast immer besser als die Heimfans.

Oft wird am Anfang eine Hymne gesungen (Bradford, Blackburn, Manchester U., Liverpool). Sehr eindrucksvoll: "Glory glory Man United.." und "You'll never walk alone..." in Liverpool. Das war's aber im Allgemeinen schon. Das Publikum geht mit, beklatscht auch Szenen, die bei uns Unwillen auslösen (Rückpässe) aber einen guten organisierten Support konnten wir nur bei Southend und West Bromwich hören. (West Bromwich ist übrigens ein Stadtteil von Birmingham wie Aston Villa). Es war irgendwie enttäuschend, dass man auf der Anfield Road die Gäste lautstark und in einem guten Kollektiv singen hörte aber das Heimpublikum (auch auf der Kop-Tribüne) dem nichts entgegensetzen konnte.

Was müsste es aber für einen englischen Fußballfan für ein Erlebnis sein, ein voll besetztes Hanappi mit Choreografie auf Ost und West und RAPID in Spiellaune zu erleben? Er wird es nicht erleben, denn er weiß nicht, dass es das gibt. Dortige Medien berichten wenig über kontinentalen Fußball.

Beziehung Spieler - Fan

Die Begrüßung der Spieler auf dem Spielfeld zum Aufwärmen ist - entsprechend der geringen Zuschauerzahl im Stadion - lau. Die Verabschiedung ist sonderbar: die Heimmannschaft geht in die Kabine; wortlos. Am ehesten die Gastmannschaft bedankt sich bei den mitgereisten Fans. Fast hat man das Gefühl, dass sich die Spieler ärgern, dass bei Spielende praktisch 20% der Zuschauer schon weg sind.

Die Distanz zwischen Spielern der Großklubs und den Fans ist sehr groß. Ein Autogramm zu erhaschen ist nicht so einfach wie am Tag der offenen Tür bei RAPID. Da muss man sich als Fan nach dem Spiel anstellen und nur einige von denen bekommen dann vielleicht ein Autogramm. In Old Trafford wurde Wayne Rooney von seiner Frau abgeholt und er trug sein Kind (bewacht von Security) zum Wagen und fuhr dann davon. Den haben wir wenigstens gesehen. Ebenso Giggs, der einige Autogramme geschrieben hat. Die anderen Spieler bekommt man aber gar nicht zu Gesicht. Ein Security-Mann fährt einen Wagen vor den Spielerausgang, der Spieler steigt ein, man sieht ihn gar nicht, weil man immer auf der falsche Seite steht und der Wagen verdunkelte Scheiben hat - und weg ist er. Eines dieser Superautos war ein Lamborghini.

Parken bei Stadien

In Birmingham haben wir voriges Jahr eine Straße gefunden, die in 15 Gehminuten vom Stadion Villa Park entfernt ist und auf der man frei parken darf. In allen anderen Gegenden um das Stadion ist das Parken entweder ständig oder zumindest für die Spieltage verboten. Dafür bieten Besitzer größerer Grundstücke Parkplätze um 5 Pfund an. Dasselbe gilt für die anderen Stadien. Höchster Preis in Liverpool: 12 Pfund. Wir haben es nicht ausprobiert aber ich vermute, dass fremde Fahrzeuge von den Anreinern angezeigt werden.

Was ist Wien für eine tolle Stadt, dass man sich kostenlos vor ein Stadion oder sonst wohin stellen kann und wenn dort kein Platz ist, dann eben zum Zielpunkt gegenüber.

Was für alle unsere Spiele gilt, die wir bisher in England gesehen haben: die besten am Spielfeld sind die Schiedsrichter. Sie zerpfeifen Spiele nicht. Man könnte meinen, dass der Grund die besondere englische Fairness der Spieler wäre aber das glaube ich nicht. Der Grund dürfte sein, dass kleinere Vergehen nicht geahndet werden. Das hat zur Folge, dass die Spieler gar nicht auf die Idee kommen auf "Toter Mann" zu spielen. Auch wenn es einmal nur humpelnd weitergeht, gepfiffen wird nur bei gröberen Attacken, dann aber natürlich auch mit Einsatz von Karten. Diese Vorgangsweise lässt die Aktionen flüssiger erscheinen und erzieht die Spieler sonderbarerweise zu fairerem Spiel als das ständige Ahnden kleiner Wehwechen, denn das erzieht dazu, Fouls vorzutäuschen.

Bradford City - Southend 0:2

Wer kennt Bradford? Immerhin zwei Mal so groß wie Graz und ein 25.000er Stadion. Die Mannschaft war auch schon einmal in der Premier League, dümpelt jetzt aber in der League Two herum (das ist eigentlich die 4. Liga nach Premier League, Champion-Ship und League One) herum und eigentlich hätten wir uns einen Heimsieg gegen Southend erwartet. Es kam aber anders. Die Gäste siegten klar mit 2:0 und hatten auch den bedeutend besseren Fan-Support mitgebracht. Der Grund: Southend ist gerade heuer von der League One abgestiegen und dürfte die die Bradforder Truppe ein etwas zu starker Gegner sein.

Der Besuch war mit 10.000 Zuschauern beachtlich; auch die Hälfte der Sky-Boxen war belegt.

RAPID könnte ein solches Stadion gut gebrauchen! Angeschlossen ist ein universelles Klubhaus mit Fanshop, Museum und Kantine. Über die Auswahl der Fanartikel ist man erstaunt; es ist aber eine der üblichen Kooperationen zwischen Ausstatter- und Fanshop. Der Ausstatter verkauft seine Kollektion aber auch die speziellen Stücke des Klubs Bradford City. Der Reiz der Kantine hält sich in Grenzen; es gibt kein Bier, dafür Pies mit Bohnensauce. Das Publikum ist eher von der Sorte "Familie". Der eigentliche Fansektor ist nicht voll und hat nicht einmal so viele Mitglieder wie die mitgereisten Fans von Southend.

Blackburn - Arsenal 1:2

Ähnliche Situation wie in Bradford. Das Heimpublikum singt eingangs seine Hymne, danach gehört das Stadion den mitgereisten Arsenal-Fans. Als Heimchoreografie wird eine große Fahne über die Haupttribüne gezogen. Blackburn ist ein ebenbürtiger Gegner, eine tolle Leistung für eine 100.000-Einwohner-Stadt. Parken auf einer Pferdekoppel in der Nähe des Stadions; 5 Pfund. Arsenal siegt, der Sieg ist aber nicht besonders klar; ein Unentschieden wäre auch möglich gewesen.

Manchester United - Westham 3:0

Tore Rooney(E), Berbatov, Nani. Klarer Favoritensieg. Gewaltige Kulisse.

Liverpool - West Bromwich 1:0 (Torres)

Ein knapper Sieg, dem Spielverlauf entsprechend. Schnelles, abwechslungsreiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten und etwas mehr Druck von Liverpool. Erster Sieg in der Saison. Wir saßen auf dem legendären Main Stand auf den Klappsitzen der Frühzeit; sehr eng.

Einem Meistertitel werden die Liverpooler wohl noch weiter hinterher jagen. Der Stadionbau wird schon seit Jahren angekündigt. Derzeit werden die sehr verwahrlosten und zum Großteil schon verlassenen Reihenhaussiedlungen der Umgebung abgerissen und auch das Stadion soll der Spitzhacke zum Opfer fallen. Der Neubau wird im benachbarten Stanley-Park geplant. Reste des alten Main Stand und des Rasens sollen als Teil eines Wegs zum neuen Stadion erhalten bleiben.

Ob das aber alles Realität wird, hängt von der Überwindung der augenblicklichen Besitzerkrise bei Liverpool zusammen.

Diese Spiele waren alle sehr schön anzuschauen, sehr interessant aber das beste Spiel, das sahen wir bereits am ersten Tag, das Spiel RAPID - Aston Villa.

Danke RAPID!

Montag, 23. August 2010

Mein Traum

Die Anhängerschaft zu Rapid (oder zu einem anderen Fußballklub) bedeutet, dass man vorbehaltlos einer Idee folgen kann (religiös sein kann) ohne Gefahr zu laufen, dafür das eigene Leben opfern zu müssen.

Fußball bedeutet die Überwindung des Krieges.

Mein Traum wäre, dass dereinst unlösbare, weil religiöse Konflikte nicht durch Terror und Krieg gelöst werden sondern einfach durch ein Fußballspiel.

Sonntag, 1. August 2010

Ein Sieg muss her

Heute ist das Spiel gegen Red Bull. Wieder einmal ein Schicksalsspiel, denn zwei aufeinander folgende Niederlagen am Saisonbeginn gab es nur

1992/93 (Starek), danach folgte ein Unentschieden
und
1962/63 (Körner), danach folgte ein Sieg

Eine heutige Niederlage wäre tatsächlich etwas Neues. Die beiden anderen "Fälle" hatten wir schon einmal.

Betrachten wir es nur von der Punktesituation, dann gab in der Rapidgeschichte nach der dritten Runde nur einmal nur einen Punkt (1992/93), und viermal 2 Punkte:

1920/21, 1954/55, 1986/87, 1994/95.

Also "Geschichte schreiben" wollen wir heute nicht, ein Sieg muss her!

Ein Sieg muss her

Heute ist das Spiel gegen Red Bull. Wieder einmal ein Schicksalsspiel, denn zwei aufeinander folgende Niederlagen am Saisonbeginn gab es nur 


1992/93 (Starek), danach folgte ein Unentschieden

und

1962/63 (Körner), danach folgte ein Sieg

Eine heutige Niederlage wäre tatsächlich etwas Neues. Die beiden anderen "Fälle" hatten wir schon einmal.

Betrachten wir es nur  von der Punktesituation, dann gab in der Rapidgeschichte nach der dritten Runde nur einmal nur einen Punkt (1992/93), und viermal 2 Punkte:

1920/21, 1954/55, 1986/87, 1994/95.

Also "Geschichte schreiben" wollen wir heute nicht, ein Sieg muss her!

Freitag, 30. Juli 2010

Suchmaschine für Bewerbspiele von Rapid

Wer Interesse an den konkreten Daten oder statistischen Zusammenfassungen aktueller oder historischer Bewerbspiele von Rapid hat, kann die folgende Suchseite benutzen:

http://rapid.iam.at/default.aspx?id=games&id1=search

Suchkriterien

  • Zeitraum: Saison - mehrere Saisonen - Dezenien - Epochen
  • Jahreszeit: Herbst/Frühjahr - Monat - Woche - Tag - Wochentag - Heute
  • Ort: Heim/Auswärts
  • Erfolg: Sieg/Unentschieden/Niederlage
  • Halbzeitstand, Ergebnis, Tordifferenz, Tore Rapid, Tore Gegner
  • Besucherzahlen
  • National/International
  • National: Meisterschaft, Cup, Supercup
  • International: aktuell/historisch
  • International aktuell: Champions League, Europa League (UEFA-Cup)
  • International historisch: UI-Cup, EuropaCup der Meister, EuropaCup der Cupsieger, Messe-Cup, Zentropa-Cup, Mitropa-Cup, Deutsche Meisterschaft, Deutscher Cup
  • Land: alle Länder in denen gespielt wurde
  • Gegner: alle Gegner national/international
  • Trainer: alle Trainer
  • Spieler: alle Spieler

Besondere Auswertungen sind: legendäre Spiele, Spiele mit Verlängerung/Elferschießen, noch nicht ausgetragene Spiele, ungültige und abgebrochene Spiele, Wiederholungsspiele, strafverifizierte Spiele und Entscheidungsspiele


Auswertung Übersicht

Für jede beliebige Auswahl aus den Suchkriterien wird immer angezeigt:
  • Anteil von Sieg/Unentschieden/Niederlage, Punkte, Zuschauer und Tore (Rapid/Gegner)
  • grafisch - relativ (pro Spiel) - absolut

Auswertung

Für jede beliebige Auswahl aus den Suchkriterien werden wahlweise angezeigt:
  • Details oder Statistiken
  • Spiele: Details zu allen ausgewählten Spielen
  • Bewerbe: Details zu allen Bewerben der ausgewählten Spiele
  • Gegner: Details zu allen Gegnern der ausgewählten Spiele
  • Trainer: Details zu allen Trainern der ausgewählten Spiele
  • Stadien: Details zu allen Stadien der ausgewählten Spiele
  • Tore: Details zu allen Toren der ausgewählten Spiele
  • Zusammenfassung: Statistik der wichtigsten Daten der ausgewählten Spiele
  • Ergebnisse: Häufigkeit der Ergebnisse der ausgewählten Spiele
  • Torstatistik: Häufigkeit der Tordifferenz, Tore gesamt, Tore Rapid, Tore Gegner

Suchbeispiele (nicht vergessen, vor jeder neuen Abfrage die nicht mehr benötigten Einstellungen zu löschen, geht auch mit "Rücksetzen"):
  • Saison 2009/10, Herbstsaison -> 67% Siege, 2.24 Punkte
  • Saison 2009/10, Frühjahrssaison -> 53% Siege, 1.84 Punkte (Meisterschaft verloren)

Mit welchen Spielern hat Lothar Matthäus zusammen gespielt?

Einfach den Trainer auswählen und in den Auswertung "Spieler" klicken. Es sind 21 Spieler. Steffen Hofmann ist nicht dabei, er begann erst kurz nach Matthäus' Abgang zu spielen. Das Ergebnis der Ära Matthäus ist mit 1.44 Punkten pro Spiel das schlechteste der Rapid-Geschichte.

Welches ist das häufigste Ergebnis eines Spiels?

Dazu muss man nur die gewählte Einstellung zurücksetzen und bei der Auswertung auf "Statistik" -> "Ergebnisse" gehen. Das häufigste Ergebnis ist demnach ein 1:1. Wenn man aber den Zeitraum zum Beispiel auf die letzten 10 Jahre einschränkt, dann ist es (leider) ein 0:1. In den Zwanziger-Jahren (und auch in den Fünfziger-Jahren) ist das häufigste Ergebnis ein 3:1.

Welche Ergebnisse gibt es bei Spielen gegen deutsche Mannschaften?

Land "Deutschland" auswählen, ergibt einen tollen Schnitt von 60% Siegen, der allerdings auf die Erfolge in den Kriegsjahren zurückzuführen ist. Schränkt man auf die Zeit 1945-2010 ein, dann sinkt die Siegquote auf 41%.

Spielt Rapid mit Hofmann besser?

Wählt man "Steffen Hofmann" als Spieler, "National", "Meisterschaft" (alles andere rückgesetzt), erhalten wir 236 Spiele und 1.81 Punkte pro Spie und 1.8 Tore. Setzen wir jetzt "Steffen Hofmann" auf "alle" zurück und wählen den Zeitraum 2002-2009, erhalten wir nur 1.7 Punkte und 1.7 Tore. Also ja, Rapid spielt mit Steffen Hofmann besser, um 0.1 Punkt und 0.1 Tor. Das scheint wenig, umgerechnet auf die 236 Spiele sind das immerhin 24 Tore und 24 Punkte!

Wie ist das "Spielgefühl" berühmter Rapidler?

Damit meine ich, wie einer der langgedienten Rapidler seine Zeit empfindet Wie erfolgreich war Rapid in der Zeit als er spielte? Dazu muss man nur den jeweiligen Spieler auswählen und die Erfolgsstatistik notieren (es werden nur jene Spiele ausgewählt, bei denen der betreffende Spieler mitgespielt hat):

 S  U  N Punkte
68 16 16 2.19 Uridil
64 13 23 2.06 Binder
59 19 22 1.96 Flögel
56 23 20 1.91 Krankl
51 24 25 1.77 Hofmann

So ändern sich also die Zeiten!

Wie oft gewinnt Rapid mit mehr als einem Tor Differenz?

Bei Tordifferenz >=2 einstellen. Man erfährt, dass es bei 1379 von 3646 Spielen der Fall ist. Die Zuschauerzahl ist dabei 9379. Wenn man die Tordifferenz weiter nach oben verfolgt, dann sieht man dass die Zuschauerzahl interessanterweise immer kleiner wird. Der Grund: der Gegner ist offenbar weniger attraktiv.

Rapid liegt zur Halbzeit 0:2 zurück, so wie gegen Magna. Wie stehen die Chancen auf einen Sieg?

Bei "Halbzeit" 0:2 eingeben, man bekommt: Siegwahrscheinlichkeit 4%. Wenn man sich auf die Spiele der letzten 10 Jahre beschränkt (Dekade=2000-2009), sind es interessanterweise 6%. Man kann daraus schließen, dass es heute etwas wahrscheinlicher ist, dass ein Spiel noch gedreht wird, als das früher der Fall war.

Rapid liegt zur Pause mit 1:0 vorne; gewinnen wir?

Ja, mit 82%iger Wahrscheinlichkeit, mit 94% wird das Spiel nicht verloren.

Wie viele Zuschauer hatte Rapid insgesamt?

Dazu muss man nur alles zurücksetzen und die Daten auf "Absolut" einstellen. Man sieht, dass mehr als 38 Millionen Zuschauer bei den Spielen waren; Rapid hat dabei 8783 Tore geschossen und 4993 Tore kassiert.

Bei welchen Bewerben war Franz Binder beteiligt?

"Franz Binder" auswählen und bei den Auswertungen auf "Bewerbe" klicken. Alle Tore von "Franz Binder" mit Klick auf "Tore". Es waren 397. Sein letztes Tor in einem Bewerbspiel war das 2:1 im Cup gegen "SK Feuerwehr" am 21.11.1948.

Wenn ein Bundesliga-Spiel an einem Sonntag stattfindet; ist das ein Vorteil?

Betrachten wir zunächst alle 360 Meisterschaftsspiele 2000-2009, dann erhalten wir 46% Siege. Schränken wir auf den Wochentag=Sonntag ein, ergeben sich 36% Siege. Das liegt natürlich nicht am Tag selbst aber wahrscheinlich an der Art der Auswahl der Spiele durch die Fernsehanstalten.

Diese Spiele-Suche ist weder vollständig noch ganz frei von Mängel; aber es wird laufend an Ergänzungen und Korrekturen gearbeitet. Am Fuß der Seite gibt es die Möglichkeit, einen Fehlerbericht abzusenden.

Wenn das Ergebnis einer Suche unrichtig erscheint und auch "Rücksetzen" keine Veränderung bringt, dann versuchen, alle Instanzen des Browsers zu schließen und mit einer neuen Instanz die Abfrage neu starten. Wen der Fehler immer noch besteht, bitte um eine Rückmeldung.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Es geht gegen Bulgarien

Bulgaren höhnen: Rapid ist träge! "Patocka ist träge und unsicher", berichtete Co-Trainer Ivanko Ganchev nach dem 1:2 gegen Wr. Neustadt seinem Chef Ilian Iliev.

"Rapids Abwehr ist verwundbar, der Schwachpunkt heißt Patocka!"

Die Schnelligkeit (oder Langsamkeit) eines Spielers erkennen wir entweder mit der Stoppuhr oder - viel einfacher - bei einem Vergleich mit dem Gegenspieler am Rasen. Gegen den Neustädter Wolf schauen aber praktisch alle unsere Verteidiger langsam aus. Das sehen wir selbst beim Zuschauen und das sehen auch die bulgarischen Beobachter.

Unsere Hoffnung kann aber sein, dass bei diesem Antritt von Wolf auch die bulgarischen Verteidiger langsam ausschauen würden.

Kein Spieler spielt schlecht an sich sondern er erscheint schlecht bei Anwesenheit eines genügend starken Gegners. Nicht wir sind schwach - unsere Arbeit dürfte "as usual" sein - sondern die anderen haben sich verbessert.

Wir sind nur der "Rekordmeister".

Ich bin daher für Bulgarien optimistisch, weil wir hier in Österreich die besseren Sparringpartner haben und die Bulgarischen Scouts sich irren.

Sonntag, 25. Juli 2010

Bundesliga, für Mateschitz ein Spiel, für andere eine Existenzfrage

Wie sehr unsere Liga durch den Einstieg von DM zu einem Spiel im Spiel geworden ist, zeigt dieses Interview:http://www.sportnet.at/de/rbsalzburg/102227324993/mateschitz_degradiert_rb_salzburg

In einigen Jahren werden die Salzburger zu einer Ausbildungsmannschaft für RB-Leipzig aber immer noch stark genug, um hier um den Titel mitspielen zu können.

Auf der einen Seite gibt es in Österreich Vereine (praktisch alle, außer RB und Magna), die es durch große eigene Anstrengungen zustande bringen, überhaupt einen Spielbetrieb zu finanzieren; und auf der anderen Seite eine künstliche Mannschaft, die mit genau dosierten Geldmengen dotiert - einerseits groß genug sind, um jederzeit um den Titel mitspielen zu können - anderseits auch nicht zu groß, um unsere Meisterschaft für das Publikum interessant genug zu erhalten - sodass die Spiele noch Spiele bleiben und nicht durch die Übermacht eines Vereins zu einer Farce verkommen.

Didis dosiertes Spiel mit der Liga.

Da es nicht verboten werden kann, dass jemand durch Geldspritzen den Markt durcheinanderbringt, ist eine angesagte Feindschaft zu diesem Prinzip eine gute Sache für die Seele der Fans. Wieso überhaupt sich Menschen ein RB-Leiberl umhängen und sich dann Fans nennen, ist mir unverständlich.

Aber dass diese Geldspritzen in den Kunstklub RB einen dosierten (witzigerweise mit einer Doppelbedeutung) Wettbewerb auf einem höheren Niveau als ohne diesen Klub zu Folge haben, ist auch sicher. Ohne RB wäre Rapid wahrscheinlich schon 33-facher Meister aber wäre auch die Mannschaftsleistung von Rapid nicht so hoch und daher die Europa-League-Teilnahme vom Vorjahr wahrscheinlich weniger erfolgreich gewesen.

Samstag, 24. Juli 2010

Kaffeesudlesen rund um ein kommendes Fußballspiel

Morgen, am 25.7. findet das Heimspiel gegen den FC Stronach statt. Wie wird es ausgehen?

Betrachtet man alle Spiele des SK Rapid seit 1899, dann gibt es folgende Häufung des Spielausgangs (in Prozent):
Sieg-Unentschieden-Niederlage 3563 Spiele
SUN = 56-20-24

Beschränkt man diese Spiele auf die 361 Meisterschaftsspiele während der letzten 10 Jahre, erhält man
SUN = 46-26-28

davon nur die 180 Heimspiele
SUN = 61-23-16

und hier wieder die 106 Spiele der Herbstsaison
SUN = 60-25-14

Die 10 Spiele der zweiten Runde allein hatten das Ergebnis
SUN = 50-20-30

Die erste Runde liegt normalerweise deutlich über dem Schnitt, was heuer leider nicht bestätigt wurde:
SUN = 64-0-36

Spiele im Juli (2000 bis heute)
SUN = 64-11-24

An einem 25.7. haben nur zwei Spiele stattgefunden und die wurden verloren:
SUN = 0-0-100

2007-07-25 A 2:3 Mattersburg
1989-07-25 A 1:4 Admira

Die bisherige Bilanz gegen Magna: 3 Siege, ein Unentschieden
SUN = 75-25-0

2009-09-26 H 3:1
2009-10-14 A 4:0
2010-02-19 A 2:2
2010-04-17 H 3:0

Dass das Spiel an einem Sonntag stattfindet, ist ein Nachteil, denn die Spiele, die in den letzten 10 Jahren an einem Sonntag stattgefunden haben, sind ungünstiger als die Samstag-Spiele:2000-2010

Sonntag (Heim+Auswärts)
SUN = 36-30-34

Samstag (Heim+Auswärts)
SUN = 51-26-23

Zwar sind Heimspiele optimistischer zu beurteilen, doch auch hier sind Samstag-Spiele vorteilhafter:

Sonntag (Heim)
SUN = 56-28-17

Samstag (Heim)
SUN = 65-20-15

Das liegt aber vermutlich nicht an dem Tag an sich sondern an der Auswahl der Sonntagsspiele durch die Fernsehanstalten. Es kommen häufiger attraktive Spiele zur Auswahl und das sind eben die mit stärkeren Gegnern.

Jetzt noch zur Frage, was es ausmacht, mit oder ohne Steffen Hofmann zu spielen. Betrachten wir alle Meisterschaftsspiele im Zeitraum 2002-2010, so ergibt sich:

Spiele mit Steffen Hofmann (235)
SUN = 52-25-23

Alle Spiele (289)
SUN = 48-25-27

Spielt daher Steffen Hofmann, ist die Sieghäufigkeit um 4% höher.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Warum ein Fußballspiel nicht wie das Leben ist

Das Spielfeld ist für mich eine Version des Lebens, das wir aus unserem Alltag in dieser extremen Form erfolgreich und mit gutem Grund verdrängen.

Unser Alltag verläuft lange Phasen voraussagbar, ohne allzu hohe Tiefs und Hochs. Natürlich müssen wir uns zur Arbeit motivieren, vielleicht so, wie sich ein Spieler dazu motivieren muss, beim Training bei der Sache zu sein. Aber unser alltäglicher Wettbewerb spielt sich nicht im direkten Duell Mann gegen Mann ab wo es um Zehntelsekunden und um die spontane Handhabung unglaublicher Zufälle geht, die allesamt in die Bewertung einer Mannschaft eingehen, sondern unser Wettbewerb ist ein höchst indirekter über den Erfolg von Produkten oder Diensten. Wir strecken die Entscheidungen in die Zeit und können Entscheidungen am Papier - wie diesen Beitrag - revidieren und noch einmal schreiben. Kleine und große Fehler im Alltag können meist korrigiert werden (es herrscht ja Frieden) und eine Berichtigung ist wünschenswert.

Alles das können Spieler während des Spiels nicht, weil der Gegner (in Echtzeit) mitdenkt und jeden Fehler zu seinem Vorteil ausnutzt. Im täglichen Leben können wir weniger gute Ideen und weniger gute Konzepte verwerfen (auch das ist Arbeit) und nichts passiert.

Spieler können das nicht. Alles, was sie tun oder unterlassen, hat unmittelbare Folgen. Der Unterschied liegt in der zur Verfügung stehenden Zeit für Entscheidungen. Gute Fußballer müssen über eine große Portion spontaner Intelligenz verfügen (die man ihnen oft nicht ansieht) und die wir Nicht-Fußballer durch Nachdenken ersetzen können.

Ich schätze den Vergleich mit dem Leben, denn das Gleichnis macht den Fußball interessant; aber wenn das Fußballspiel (exakt) so wie das tägliche Leben wäre, dann wäre es langweilig und niemand würde es sehen wollen.

Fußball bietet uns für 90 Minuten einen archaischen aber formalisierten Überlebenskampf, den wir im täglichen Leben eben nicht (mehr) erleben. Und diese Bedingungen sollten wir uns für den Alltag nicht wünschen; denn das wäre Krieg.

Guter Fußball braucht heutzutage Geld, viel Geld.

Weil es Vereine gibt, die bereit sind, eben dieses Geld für gute Spieler zu bezahlen. Und das saugt die Talente hin zu den Geldquellen.

Ob diese Spieler das Geld wert sind, das ist genau so fraglich, wie der Wert einer Tulpenzwiebel im 17. Jahrhundert (damals wurden ganze Vermögen für unscheinbare Zwiebeln bezahlt und das böse Erwachen kam erst als die Blase geplatzt war).

Anders als im 17. Jahrhundert bekommt aber ein erfolgreicher Verein dieses Geld über Merchandising und Zuschauereinnahmen wieder zurück aber nur in einer Gegend, in der die Wirtschaft und die Fans bereit ist, für die gebotene Leistung so viel Geld hinzublättern. Daher sind moderne erfolgsorientierte Fußballspieler Menschen, die dem Geld nachreisen. Ein Boskovic würde im Montenegro das Geld nicht bekommen, das er in Wien bekommt und hier nicht, das er in den USA bekommt. Nur Spanier, Deutsche, Italiener und Engländer haben das Geld im eigenen Land, Spieler anderer Länder müssen reiselustig sein.

Wenn sich RAPID nicht treu bleibt und die Einkaufspolitik nicht den finanziellen Möglichkeiten anpasst, geht RAPID den Weg von FC Tirol, GAK und Sturm. Es ist für das finanzielle Überleben wichtig, dass sich der Verein bei der Auktion um Spieler nicht hochlizitieren lässt, so schmerzlich das für uns Fans ist.

Der Herr Präsident hat uns schon mehrfach die bittere Wahrheit erzählt: Um diesen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, benötigen wir 16 Millionen pro Jahr (220 Millionen nach echtem Geld, was für ein Irrsinn für 30 Spieler!). Aber so ist es eben, wenn Menschen etwas begehren, dann kostet eine Tulpenzwiebel so viel wie ein Haus.

Und von diesen 16 Millionen sind aber nur ca. 12 mit gesicherten Einnahmen ausfinanziert (in jedem Jahr). Der Rest wird wieder zum "negatives Vereinskapital", wenn es im Laufe des Jahres nicht gelingt, Spieler zu verkaufen (nicht zu halten, wie das aus der Sicht des sportlichen Erfolg nötig erscheint) oder in die Gruppenphase zu kommen, denn drei volle Happel-Stadien helfen kräftig mit, dieses Loch zu stopfen.

Die Einnahmen der vorigen Saison hatten die Wirkung, dass der mitgeschleppte Rucksack des "negativen Vereinskapitals" der Vorjahre für das im Juli abgeschlossenen Finanzjahr 2009/10 weg ist. Aber in der laufenden Saison beginnt das Spiel von Neuem und "leider" gibt es bisher keine Angebote für Jelavic und Kavlak. Leider für das Budget, glücklicherweise für uns Fans. Und in der Gruppenphase sind wir noch lange nicht, wenn wir dort überhaupt hinkommen.

Ja, RAPID ist eben nicht auf der Spitze der "Nahrungspyramide" des globalisierten Fußballs, sondern irgendwo mittendrin aber immerhin ein angesehener Ausbildungsverein mit internationalen Abnehmern, das ist schon was.

Aber, dass Spieler abgegeben werden, hat auch Vorteile (sonst könnten wir ja gar nicht überleben), denn nur, weil Hoffer und Maierhofer verkauft wurden, konnte Jelavic zur Form des Jahres auflaufen, können sich junge Spieler in der Kampfmannschaft entwickeln, die andernfalls verliehen oder ohne Gewinn für den Verein weggehen würden.

Es war daher wichtig, dass man den Forderungen des Boskovic-Managements nicht nachgegeben hat und sich immer wieder darauf besinnt, was man in Österreich mit Fußball erwirtschaften kann. Der Bogen ist mit dem Abstand zwischen 16 Millionen Ein- und 11 Millionen Ausgaben ohnehin schon sehr gespannt und das Risiko des Absturzes liegt über uns und über den Spielen der Qualifikation; mehr jedenfalls als das Interesse der RAPIDfans vermuten lässt.

Geld spielt Fußball

Wir glauben zu wissen: "Geld spielt nicht Fußball".

Ja, aber nur in einem konkreten Spiel, und im konkreten Wortsinn (und weil es eine Ideologie ist) aber statistisch spielt Geld natürlich Fußball. Wir müssen nur die Mannschaften nach ihrem Budget auffädeln. In Österreich ergibt der Zieleinlauf exakt die Reihenfolge des Vereinsbudgets und gesamteuropäisch ist das genau so.

Dort, wo Geld ist, dort ist auch großer Fußball (Ferenz Puskás), in England, Spanien, Deutschland.

Ohne Geld kann ein David einmal gegen Goliath gewinnen - und wir freuen uns darüber bei jeder Lektüre von Asterix, dem Gallier. Und wir freuen uns über jeden dieser glorreichen Siege gegen einen Goliath.

So, wie Red Bull gegenüber RAPID über einen unverschämten Startvorteil verfügt, tut das RAPID gegenüber den kleineren Klubs genau so. In Österreich sind wir ein Platzhirsch, international haben wir die Rolle des David.

Ein Beichler oder Jantscher hätte auch im grün-weißen Dress gute Figur gemacht aber ein Mitbieten am Transfermarkt ist für RAPID praktisch unmöglich. Wir können froh sein, dass RAPID den Forderungen des Bosko-Managers nicht nachgegeben hat, weil das Budget sich bereits jetzt in Höhen befindet, wo es gilt "Straucheln verboten". Eine verpatzte Saison und wir schwimmen und kämpfen wieder mit "negativem Vereinskapital".

Wenn wir als David gewinnen wollen, dann brauchen wir unorthodoxe Methoden, Partizanen als Kämpfer, die den Namen "Rapid" als Sprungbrett benutzen. Das sind unsere "Millionen", das ist unser Credo.

Aber Geld spielt natürlich Fußball - und wie.

Und es gilt natürlich auch: man kann nur dann besser sein, wenn man bessere Gegner hat. Eine Mannschaft in einer stärkeren Liga hat automatisch einen höheren Punktestand im UEFA-Ranking, weil es an den Punkten der anderen Klubs beteiligt ist. Wenn wir gegen RB gewinnen, dann haben wir einen starken Gegner besiegt, einen der in der UEFA-Wertung vor uns liegt. Und das steigert unsere eigene Qualität.

Ja, Mateschitz verbessert unsere fußballerische Qualität, da er in unserer Liga einen starken Gegner (mit viel Geld wie eine Luftburg) am Leben hält. Auch, wenn diese Art, den Fußball zu missbrauchen nicht unser Ideal ist, ist es ja doch eine Genugtuung, wenn wir gegen RB am 1. August gewinnen. Wäre RB ein schwacher Gegner, wen würde dann ein solcher Sieg interessieren?

Man muss tatsächlich unterscheiden zwischen dem Feindbild einer Kommerztruppe am Spielfeld und dem Innovationsschub, den dessen Eigentümer durch das Investment der Bundesliga verleiht.

RB überlässt zum Beispiel den Sponsorentopf und auch den zweiten Teil der Fernsehgelder zur Gänze den restlichen Vereinen. Jede kapitalintensive Verbesserung wie zum Beispiel Spielerwerbungen, Rasenexperimente bei RB zwingt alle Vereine, die mithalten wollen, zu kreativen Lösungen. Dadurch steigt das Niveau der Liga, sofern sich nicht ein allzu großer Abstand zwischen RB und dem Rest der Welt einstellt. Dass wir voriges Jahr in die Gruppenphase der Europa-League gekommen sind, verdanken wir daher (möglicherweise) zu einem Teil den Mateschitz-Millionen.

Dass RAPID durch das Investment von Mateschitz weniger Erfolge feiert, ist klar.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass sich das Spielniveau erhöht, denn immerhin muss sich RAPID mit RB gegen eine Mannschaft bewähren, die aus dem Vollen schöpft.

Der Kauf eines österreichischen Spielers durch RB ist zunächst eine Schwächung des jeweils anderen Clubs aber immerhin bleibt dieser Spieler in der Liga und ist nicht im Ausland, daher bleibt die Spielstärke der Liga erhalten. Und die Grazer waren schon im Vorjahr überraschend gut (und nach meiner Ansicht besser als RAPID) in der Lage, schwerwiegende Abgänge durch eigenen Nachwuchs zu ersetzen. Wären daher Beichler und Jantscher bei Graz geblieben, hätten sie diesem nachrückenden Nachwuchs den Platz verstellt.

Eine Kleinigkeit: ohne RB wäre St. Hanappi vier Mail ausverkauft (Austria, Sturm). Mit RB ist es eben sechs Mal.

Und ja, es stimmt, wenn RB Leipzig einmal in die Nähe des deutschen Bundesliga-Niveaus aufrückt, kann es durchaus passieren, dass dann RB Salzburg weniger Geld sehen wird; aber das wird noch mindestens drei Jahre dauern und hängt sicher auch davon ab, wie erfolgreich sich RB Salzbug in den europäischen Ligen schlägt, denn es ist trotz großer Geldmengen nicht so einfach, eine Mannschaft in Deutschland in die europäischen Startplätze zu bekommen, wie man an Hoffenheim sieht.

Was mich an der österreichischen Liga stört, ist, dass man seitens der Bundesliga keine geeigneten Maßnahmen gegen Vereine setzt, die Titel erwerben, die auf irregulären Pump auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden.

Unser Gegner vom Sonntag spricht zwar auf seiner Homepage von einem "Titel auf Pump", aber keiner dieser "Titel auf Pump"-Vereine musste den Titel wegen dieser Machenschaften zurücklegen. Und die Tiroler schmücken ihr Logo mit einem * auf dem Trikot (für exakt 10 Meistertitel).

Mittwoch, 21. Juli 2010

Was ist ein "Beutewiener"?

Als solchen bezeichnet der Präsident des SK Rapid den Kapitän der Mannschaft, Steffen Hofmann, der zwar aus Bayern stammt - und normalerweise ist eine solche Herkunft im österreichischen Fußball geradezu ein Makel - der aber mittlerweile zum "Fußballgott" der Rapidgemeinde avanciert ist und der wie kein anderer das Spiel und den Charakter der Mannschaft prägt. Er schwankte zwischen einer Auslandsverpflichtung und Vertragsverlängerung bei Rapid und hat sich schließlich für den Verbleib bei Rapid entschieden. Sogar Elemente des Wiener Dialekts ortet seine Familie in seiner Stimme, wenn er einmal auf Heimaturlaub ist - ein paar Jahre noch und aus dem "Beutewiener" wird ein "Echter Wiener". (gehört auf der neuen Rapid-DVD über die Saison 2009/10)

Montag, 19. Juli 2010

Rapid verliert in Innsbruck 0:4

"Wacker Innsbruck kommt bei der Rückkehr in die Bundesliga zu einem triumphalen 4:0-Erfolg über "Rekordmeister RAPID.""
In diesem Satz steht nicht nur das Ergebnis, sondern auch gleich der Grund dafür. Auf der einen Seite ein Verein, der ein lange Durststrecke hinter sich hat und dessen Spieler sich jetzt beweisen wollen; keine Stars, und mit Harding auch ein Spieler, der für RAPID nicht gut genug war und mit Prokopic auch ein RAPIDler, der es noch nicht in die Kampfmannschaft geschafft hat. Viel Potenzial für Kampfbereitschaft, Aufmerksamkeit, Motivation.

Auf der anderen Seite RAPID, immer gerne (und in solchen Situationen von Journalisten immer etwas süffisant) als "Rekordmeister" betitelt, mit bewährter Aufstellung, keine Überraschungen; so hat man im letzten Jahr auch erfolgreich gespielt. Dass Boskovic nicht mehr an Bord ist, und Soma verletzt ist, kann einfach keine Ausrede für eine Blamage sein. Keine Anspielstationen, d.h. zu statisches Spiel, zu wenig Bewegung; ein "Rekordmeister" eben, und der muss sich nicht beweisen, der ist schon wer.

Psychologie spielt eben immer mit.

Auch der Zufall war mit an Bord. Die unglückliche Situation, aus der das erste Tor entstanden ist, gab dem Spiel eine unerwartete Wendung.

Es ist eben schwer, einen "Rekordmeister" so zu motivieren wie junge, hungrige Löwen. Vielleicht, indem man ihn weniger oft "Rekordmeister" nennt, denn die Vergangenheit und Tradition schießen keine Tore (statistisch natürlich schon).

Samstag, 17. Juli 2010

International bin ich VTK- und Dosen-Fan

Ich vote für einen Aufstieg _aller_ österreichischen Teams, unabhängig von der Farbe, weil jeder Punkt, den die anderen holen, steigert den Punktestand von Österreich und auch von Rapid und verbessert unsere Chancen.

Beispiel:
Österreich ist derzeit auf UEFA-Platz 19 mit einem Punktestand von 16.95. Allein im Vorjahr machten wir 9.375 Punkte, weil alle Clubs zu dem Punktestand beigetragen haben.

Wenn diese Saison 2009/10 nicht nur eine Eintagsfliege war sondern sich heuer wiederholt, hätten wir im kommenden Jahr ca. 24 Punkte und würden damit Tschechien, Israel, Schweiz, Belgien, Schottland, Rumänien überholen und zu Dänemark auf Platz 12 aufschließen und hätten damit 2 CL-Plätze und 3 EL-Plätze. Ja, wenn es eben so wäre und die anderen Länder zufällig nicht oder weniger punkten.

Die früheren Jahre, die auch in unser Punktekonto eingerechnet werden, waren eher schwach:
2006/07 1.500 Punkte 2007/08 3.200 Punkte 2008/09 2.250 Punkte

Aber auch wenn wir heuer das Jahr 2009/10 nicht übertreffen, so würden schon 5.0 jährliche Wertungspunkte nach 4 Jahren dasselbe Ergebnis liefern wie die 2 Jahre mit ca 10 Punkten.

Daher: die beiden Qualispiele von Rapid und dem VTK waren ähnlich: Beide (RAPID und VTK) waren spielbestimmend, beide haben zwei Tore geschossen. Nur hatten wir das Glück, dass die wenigen Chancen der Gegner nicht zu einem Tor gereicht haben beim VTK aber schon.

Die anderen Clubs sollen sich daher gefälligst anstrengen und genau so wie Rapid die Gruppenphase erreichen. Und wir sollten uns das dringend wünschen, aus eigenem Interesse - abseits von sonstiger Rivalität.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Warum es keine "Wahretabelle" gibt

Es gibt die Internetseite WAHRE TABELLE http://www.wahretabelle.at/, die versucht, Fehlentscheidungen aus dem Ergebnis herauszurechnen und dann auch die Meisterschaftstabelle neu zu erstellen. Nach dieser Korrektur wäre etwa in der abgelaufenen Saison 2009/10 nicht Red Bull Salzburg sondern die Wiener Austria Österreichischer Fußballmeister geworden.

Diese Ergebniskorrektur ist aber eine Milchmädchenrechnung ohne Wert, wie übrigens auch alle Versuche mit Videobeweis so etwas wie eine gerechte Entscheidung herbeizuführen.

Der Grund ist folgender: es gibt nur eine Realität, nämlich die, die wir wahrnehmen. Der Verlauf eines Spiels nach jedem auch noch so unbedeutenden Ereignis am und um das Spielfeld, nach jeder Spielunterbrechung und nachfolgender Schiedsrichterentscheidung ist einmalig. Der Verlauf ist weder wiederholbar noch kann aus einer bestimmten Entscheidung ein bestimmter weiterer Verlauf angenommen werden. Alles, was passiert, geschieht unter der Voraussetzung genau jener Vergangenheit, die wir wahrnehmen und niemand ist in der Lage, zu sagen, was passiert wäre, wenn die Vergangenheit (oder eben eine Schiedsrichterentscheidung) anderswie verlaufen wäre.

Eine besonders auffällige Fehlentscheidung war ein als gültig gegebenes Abseitstor der Wiener Austria gegen Sturm Graz, welches der Austria 3 Punkte einbrachte. Es ist aber (nach meiner Ansicht) nicht zulässig, so wie die WAHRE TABELLE zu behaupten, Sturm hat eben kein Tor geschossen, das Tor der Austria wäre abzuerkennen und daher wäre Sturm und Austria je ein Punkt zuzusprechen.

Das Tor fiel in der 47 Minute. Es war also genug Zeit für beide Mannschaften das Ergebnis noch zu korrigieren. Aber: die Spielweise der beiden Mannschaften ist nach der Fehlentscheidung eine ganz andere, wenn eine Mannschaft mit einem Tor Vorsprung führt und im Verlauf des Spiels dann mehr darauf bedacht ist, kein Gegentor zu bekommen als selbst noch eines zu schießen. Man kann genau so gut behaupten, dass im Falle einer korrekten Entscheidung (dass nämlich das Tor nicht gegeben worden wäre) Sturm sehr wohl in der Lage gewesen wäre, das Spiel auch noch zu gewinnen. Kurzfassung: wir können über den Verlauf des Spiels bei anders gelagerter Entscheidung gar nichts aussagen.

Aber ganz abgesehen von so markanten Ereignissen wie einer Fehlentscheidung. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein Spiel verlaufen wäre, wenn zum Beispiel ein Spieler, der sich in der 73. Minute gerade die Schuhbänder neu schnüren musste, das nicht hätte tun müssen, weil er sich die Schuhe bereits in der Kabine ordentlich gebunden hätte? (Und für dieses Detail kann man jedes erdenkliche Ereignis einsetzen, welches den Ablauf der späteren Ereignisse irgenwie verändert. Immerhin geht es ja bei den entscheidenden Torszenen um Hundertstel Sekunden in denen der Ball zu hoch, zu tief oder eben gerade richtig getroffen wird. Und in diesen unwägbaren Details hat praktisch alles andere auch einen Einfluss. Man kann daher ruhig behaupten, dass die kleine Verzögerung der neu geschnürten Schuhbänder dazu geführt hat, dass die Mannschaft dieses Spielers 2:1 gewonnen hat. Natürlich war sie die bessere, wie man dann in den Interviews hören wird. Aber wer weiß, ob nicht diese kurze Verzögerung dazu geführt hat, dass eben dieser Spieler etwas verspätet ins Spiel eingreifen konnte und dann aber an einer so unerwarteten Stelle auftaucht, dass er zufällig einen Abpraller so weiterleitet, dass die folgenden Pässe zum entscheidenden Torerfolg seiner Mannschaft führen. Nicht einmal erwähnt wird dieser Spieler, eher wird man seine Schlamperei kritisieren, weil nur der Torschütze und jener, der die Vorlage gegeben hat, finden Erwähnung in den Statistiken. Weiter zurück reicht unsere Erinnerung nicht, können wir die Folge der mehr oder weniger zufälligen Stationen des Balls nicht mehr weiter verfolgen.

Ich behaupte daher, dass wir nicht in der Lage sind und auch nie sein werden, eine lückenlose Kette zusammenhängender Spielzüge und deren Ursachen aufzudecken. Und das ist gut für den Fußball, dass sich nichts aber auch gar nichts am Spielfeld wiederholt. Aber eben diese Unbestimmtheit macht die Faszination des Fußballs aus. Ich behaupte, dass ein Sport umso faszinierender ist, je geringer die Voraussagbarkeit des Ergebnisses ist. Nicht umsonst kommen bei Spielen gegen schwache Gegner wenig und bei Spielen gegen starke Gegner viele Zuschauer. Die Zuschauer kommen daher nicht, um ihre Mannschaft siegen zu sehen, denn das würden sie ja bei einem schwachen Gegner, sondern sie kommen in großer Zahl, wenn das Ergebnis unsicher ist.

Noch mehr: ich glaube, dass meine Anwesenheit am Spielfeld das Ergebnis des Spiels beeinflusst. Nicht, dass ich wüsste, in welcher Richtung. Im Allgemeinen neigen wir aber dazu anzunehmen, dass die Zahl der Protagonisten einer Mannschaft möglichst groß und laut sein muss, damit sie einen positiven Einfluss auf die Leistung ihrer Mannschaft hat. Und der Heimvorteil beim Fußball, der bei gut besuchten Heimspielen besonders groß zu sein scheint, dürfte diese Annahme bestätigen.

Ich behaupte daher, dass die Austria das Spiel gegen Sturm ohne das fälschlicherweise gegebene Tor verloren hätte. Aber das ist genau so unsicher, wie die Aussage der Wahren Tabelle, dass das Spiel als Unentschieden zu werten sei.

Nehmen wir weiter an, es gäbe einen Videobeweis und es hätte die Möglichkeit bestanden, die Entscheidung zu korrigieren. Dann vergleichen wir die reale Situation mit den zahlreichen Protesten nach der Entscheidung und dem nachfolgenden Ankick und einen theoretische Situation mit einer kurzen Besprechung der Schiedsrichter und dem nachfolgenden Abstoß. Wer kann schon voraussagen, wie das Spiel in dem zweiten Fall weitergelaufen wäre? Die Austria mit einem "Jetz-erst-recht"-Gefühl erzielt danach mit noch mehr Angriff zwei Tore und gewinnt? Oder läuft in einen Konter von Sturm und verliert? Was immer man sich vorstellen mag, da eine Torsituation oft eine Angelegenheit einer unüberschaubaren Folge von Zufälligkeiten ist, kann hier niemand eine Voraussage treffen.

Die Frage nach dem "was wäre wenn" ist nicht nur im Fußball nicht angebracht. Einfach, weil es nur eine Wirklichkeit gibt, die, in der wir leben.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Erster Qualigegner Suduva aus Litauen

Der erste Gegner in der Qualifikation zur Europa-Liga ist Suduva Marijapole aus Litauen.
Ohne genauere Kenntnis des Gegners schaut es nach den Zahlen so aus:

FIFA-Weltrangliste

Österreich: 68 Litauen: 49

Die österreichische Nationalmannschaft wird also schlechter gereiht als die litauische. Im Klubfußball schaut es aber anders aus:

UEFA Country-Ranking 2010

Österreich: 19 Litauen: 32

UEFA:Country-Coefficient (Erfolge in europäischen Bewerben 2009/10)

Österreich: Platz 9 (9.375) (beachtlich!) Litauen: Platz 40 (1.250)

Team-Koeffizient (Erfolge in europäischen Bewerben 2009/10)

RAPID: 61 (RB 29, Sturm 70, Austria 76) Suduva 194

UEFA-Team-Ranking (5-Jahreswertung)

RAPID 137 (RB 99, VTK 108, Sturm 178) Suduva 245

"Die Sterne (Zahlen) stehen gut."

Montag, 21. Juni 2010

Titel ohne Wert

Heute ist Auslosung zu den ersten Runden der Europaliga. Wieder einmal. Was kann man erreichen? Bestenfalls die Gruppenphase - mit viel Glück. Dann ist meist Endstation. Der Weg zur Endrunde ist weit; etwa 20 Spiele. Früher war vieles anders.

Rapid-Titel der Vergangenheit und ihre Spiele

Mitropacup 1930

1:1 Genua 1893 (Vorrunde)
6:1 Genua 1893 (Vorrunde)
5:1 Ferenzvaros (Zwischenrunde)
0:1 Ferenzvaros (Zwischenrunde)
2:0 Sparta Prag (Finale)
2:3 SpartaPrag (Finale)

Zentropacup 1951

5:0 Lazio Rom
3:2 Wacker Wien

Vergleiche mit heute sind allerdings nicht fair. Spieler in dieser Zeit waren aus heutiger Sicht überwiegend Amateure, die einem Beruf nachgingen.

Dieser weite Weg "20 Spiele bis Dublin" hat zur Folge, dass wir alljährlich immer dieselben Großklubs in den Finalspielen sehen.

Was uns abgeht, sind - nach meiner Ansicht - überregionale Bewerbe, etwa mit den Nachbarländern. Erst die Gewinner dieser Bewerbe sollten in gesamteuropäischen Rahmen auftreten. Das würde den besseren Mannschaften der kleineren Ligen auch einmal Erfolgserlebnisse verschaffen.

Aber so lautet unsere Erfolgsbilanz: "Gruppenphase irgendeiner Europaliga". Ein Titel ohne Wert.

Samstag, 12. Juni 2010

Unser Einfluss auf Fußballspiele

Heute, am Samstag hörte ich in Ö1 die "Gedanken zum Tag" von Manuel Rubey. Er sprach darüber, dass er das Gefühl hatte, dass seine Anwesenheit bei einem Fußballspiel seiner Mannschaft das Ergebnis beeinflussen würde; er hat es aber gleichzeitig als einen irrationalen Gedanken abgetan.

Ich frage mich schon lange, was genau der Grund ist, dass die Menschen in die Stadien pilgern, wo man doch Spiele zu Hause am Fernseher viel einfacher beobachten kann.

Außerdem frage ich mich, was zum Beispiel beim gestrigen Spiel Frankreich-Uruguay passiert wäre, hätte es den Luftballon nicht auf das Spielfeld getrieben und hätte der Schiedsrichter nicht veranlasst, den Luftballon zu entfernen. Aber was auch immer für ein Detail wir aus dem Geschehen herausgreifen: der Spielverlauf wird danach immer ein anderer sein als ohne dieses Detail.

Das betrifft nicht nur den für alle sichtbaren Luftballon, es betrifft auch alle Ereignisse rund um das Geschehen am Platz, die einen Einfluss auf die Handlungen der Akteure am Spielfeld haben können, seien es die Vuvuzelas, ein Aufschrei des Publikums bei einer spannenden Szene, Pfiffe... Natürlich sagen alle Profis, dass sie diese Dinge nicht tangieren aber alle haben Einfluss, denn jede Ballberührung ist nur prinzipiell gewollt, im Detail geht es um Millimeter, die nicht vorhersagbar sind und die auf eine unglaubliche Zahl vorangegangener Zufälligkeiten und deren Verkettung zurückgehen.

In diesem Sinne ist auch die Entscheidung eine Fans, an einem Spiel als Fan teilzunehmen oder es eben nicht zu tun, eine Einflussnahme auf das Geschehen. Natürlich stehen im Endeffekt bei Spielbeginn die beiden Mannschaften in einer Reihe und die Hymnen werden gespielt. Ob allerdings der Ankick von Anelka und der folgende Steilpass zu Ribery (bei der Besprechung wie eine Eröffnung im Schach geplant) so ausfällt wie wir es gesehen haben oder ob sich daraus eine gefährliche Flanke oder gar ein Tor ergibt (was auch immer, es hätte einen ganz anderen Spielverlauf zur Folge gehabt), das "steht bei Spielbeginn in den Sternen" oder es wird durch eine unübersehbare Folge vorangegangener Zufälle getragen, deren Kette man durchaus bis zu einem einzelnen Fan zurückverfolgen kann.

Bei der beliebten Fernsehsendung "Was gibt es Neues?" hatte dieses Phänomen des Einflusses von Kleinigkeiten auf die Weltgeschichte den Namen "Cleopatras Nose Theory", die genau dasselbe besagt: die Weltgeschichte wäre ganz anders verlaufen, wäre die Pharaonin weniger hübsch gewesen.

Schade nur, dass wir nicht wissen, in welcher Richtung wir das Ergebnis mit unserer Teilnahme beeinflussen, denn wiederholen kann man das Experiment ja nicht. Man könnte fast meinen, dass wir zur Vorstellung tendieren, ein Opfer bringen zu müssen, damit unser Wunsch nach einem Sieg in Erfüllung gehen möge. Und das würde bedeuten, dass ein Aufwand unserseits positiv wirkt, etwa in dem Sinn: viele Fans, viel Erfolg.

Freitag, 4. Juni 2010

Violette zu Rapid?

Der Wechsel von Christoph Saurer vom LASK (vorher aber bei Austria Wien) zu Rapid hat eine ideologische Diskussion darüber ausgelöst, ob man mit dem Engagement von Spielern mit violetter Vergangenheit seitens der Clubführung nicht vorsichtiger sein sollte.

Das Religiöse hat immer auch etwas Irrationales an sich, anders geht das ja gar nicht.

Beispiel: die beiden Trainer mit violetter Vergangenheit

Damals, als Hickersberger Rapid zum Meistertitel führte, waren die "Hicke"-Rufe unüberhörbar und das obwohl Pepi 112 Spiele für die Violetten als Spieler und auch zwei Jahre als Trainer absolvierte.

Peter Pacult hat 32 Spiele für die Violetten absolviert und war dort nicht Trainer. Er hat den Pepi hinsichtlich der Leistungen schon hinter sich gelassen, doch lässt eine Belohnung dieser Leistungen seitens der Kurve auf sich warten.

Bei jungen Spielern - und Christoph Saurer war gerade 9 als er zur violetten Jugend kam - muss man berücksichtigen, dass er in diesem Alter keine eigenständige Entscheidung treffen konnte, denn die trafen seine Eltern, und das oft aus rein pragmatischen Gründen und nicht wegen einer Ideologie; zum Beispiel, weil sie in der Nähe der Trainingsplätze wohnen.

Und ihm das vorzuwerfen, ist ähnlich wie Sippenhaftung.

(Wir verlieren ja auch kein Wort darüber, dass Vater Drazan ein Austrianer war. Er hat sich eben für seinen Sohn anders entschieden, weil er meint, dass er bei Rapid bessere Chancen hat. Na, und stimmt das nicht?)

Der Spielerwechsel zwischen grün-weiß und violett - und da insbesondere die Richtung - wäre eine Untersuchung wert.

Mir ist lieber, ein Spieler kommt zu Rapid, weil er meint, seiner Karriere etwas Gutes zu tun als er geht - zum Beispiel wegen ein paar Euro (oder mehr) von uns zur Austria. Der Wechsel von LASK zu Rapid ist für Christoph Saurer sicher nicht einfach nur ein neuer Arbeitgeber sondern die Chance, bei den besten im Lande mitspielen zu können und nicht irgendwo.

Und wenn wir Glück haben, kann er das zeigen.

Es gibt ja Religionen, von denen kann man sich nicht einfach verabschieden (siehe jüngstes Attentat der Taliban gegenüber einer islamischen Sekte) aber Spielern, die sagen, dass sie sich verbessern und daher zu Rapid kommen wollen, denen sollten wir die Tore des Himmels öffnen, denn sie haben ja schon gesehen, wie es anderswo zugeht.

Rein mit ihnen, ins Paradies.

Unsymmetrien der Sportförderung

Teilnehmer bei rapidfans.at meinen, dass am Verteilerkreis viel professioneller gearbeitet wird.

Ich habe den Eindruck, dass die Professionalität eine ordentliche finanzielle Absicherung seitens der Gemeinde als Rückenwind hat.

Nicht nur, dass die Violetten alle ihre Räumlichkeiten kostenlos im Stadion benutzen können, es werden derzeit auch die winterfesten Trainingsplätze auf der Laaerbergstraße mit Hochdruck fertiggestellt, damit die Zuckerpüppchen im kommenden Winter nicht frieren müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles und auch die Werbeplakate aus dem laufenden Budget bezahlt werden.

Wäre unser Bürgermeister seit dem Abgang von Stronach in die Bresche gesprungen, wären die dort ganz schön gestrauchelt. Nicht nur, dass sie ein höheres Budget haben, sie können es auch in einem höheren Ausmaß für den Spielbetrieb verwenden und nicht für horrende Mieten für Büros und Shop.

Ich würde mir daher etwas mehr Transparenz bei der Verteilung der Sportförderungen durch die Gemeinde wünschen.

Im Unterschied zu den Violetten dürfte deren Budget ausfinanziert sein, das 15/16-Millionen Budget von Rapid aber nur mit etwa 11 Millionen. Und das heißt: wenn wir nicht in die Gruppenphase kommen sollten und/oder 1-2 Spieler gut verkaufen, haben wir wieder ein Budget-Loch von 4 Millionen. Pro Jahr.

Zum Erfolg und/oder zum (Aus)verkauf verdammt.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Rapid in Facebook

Es ist in Mode gekommen, dass Spieler in Facebook mit den Fans in Kontakt treten. Praktisch alle Spieler sind in Facebook entweder mit statischen, beschreibenden Seiten oder mit Diskussionsseiten vertreten. Im letzten Monat gab es einen regelrechten Wettbewerb, ob Steffen Hofmann oder die Veilchen mehr Freunde haben. Klarer Sieger: Steffen Hofmann 13.788 (Veilchen 12.590)

Der SK RAPID ist offiziell nicht vertreten aber es gibt genug Sympathisanten, die das für RAPID erledigen.

Hier eine Liste vom 2.6. 2010 mit den jeweiligen Fan-Zahlen.

RAPID Fanseiten (uva.)

32.047 http://www.facebook.com/pages/Vienna-Austria/Sk-Rapid-Wien/14686801135
4.641 http://www.facebook.com/group.php?gid=384136850169
3.016 http://www.facebook.com/group.php?gid=251341695843
270 http://www.facebook.com/group.php?gid=104994239548313

Steffen Hofmann

13.788 http://www.facebook.com/hofmannsteffen
5.397 http://www.facebook.com/group.php?gid=400756230580
890 http://www.facebook.com/group.php?gid=400756230580 (Fake?)

Helge Payer

8.444 http://www.facebook.com/helgepayer

Nikica Jelavic

1.828 http://www.facebook.com/pages/...cOfficial-Page/111998742150147

Raimund Hedl

40 http://www.facebook.com/pages/Raimund-Hedl/108580459162978

Jürgen Patocka

24 http://www.facebook.com/pages/Jurgen-Patocka/112370245441162

Hannes Eder

21 http://www.facebook.com/pages/Hannes-Eder/108193725872372

Markus Katzer

2.025 http://www.facebook.com/markuskatzer

Andreas Dober

6.011 http://www.facebook.com/andidober23

Markus Heikkinen

32 http://www.facebook.com/pages/Markus-Heikkinen/114204565256270

Stefan Kulovits

52 http://www.facebook.com/pages/Stefan-Kulovits/113955618614931?ref=ts

Peter Pacult

100 http://www.facebook.com/pages/Peter-Pacult/108016012560784
154 http://www.facebook.com/pages/Peter-Pacult/119358038074922

Yasin Pehlivan

439 http://www.facebook.com/pages/Yasin-Pehlivan/169944982649

Veli Kavlak

83 http://www.facebook.com/Veli-Kavlak/213236226855

Christopher Drazan

2.594 http://www.facebook.com/pages/Christopher-Drazan/72879652952

Ragnvald Soma (und andere)

http://www.facebook.com/pages/Ragnvald-Soma/107589749270876

Hamdi Salihi

332 http://www.facebook.com/pages/Hamdi-Salihi/161026607683

Rene Gartler

264 http://www.facebook.com/pages/Rene-Gartler/334861640874

Christopher Trimmel

64 http://www.facebook.com/pages/Christopher-Trimmel/109243442427210

Mario Konrad

17 http://www.facebook.com/pages/Mario-Konrad/113521645325076

VTK Offiziell

12.590 href="http://www.facebook.com/fkaustria