Freitag, 30. Juli 2010

Suchmaschine für Bewerbspiele von Rapid

Wer Interesse an den konkreten Daten oder statistischen Zusammenfassungen aktueller oder historischer Bewerbspiele von Rapid hat, kann die folgende Suchseite benutzen:

http://rapid.iam.at/default.aspx?id=games&id1=search

Suchkriterien

  • Zeitraum: Saison - mehrere Saisonen - Dezenien - Epochen
  • Jahreszeit: Herbst/Frühjahr - Monat - Woche - Tag - Wochentag - Heute
  • Ort: Heim/Auswärts
  • Erfolg: Sieg/Unentschieden/Niederlage
  • Halbzeitstand, Ergebnis, Tordifferenz, Tore Rapid, Tore Gegner
  • Besucherzahlen
  • National/International
  • National: Meisterschaft, Cup, Supercup
  • International: aktuell/historisch
  • International aktuell: Champions League, Europa League (UEFA-Cup)
  • International historisch: UI-Cup, EuropaCup der Meister, EuropaCup der Cupsieger, Messe-Cup, Zentropa-Cup, Mitropa-Cup, Deutsche Meisterschaft, Deutscher Cup
  • Land: alle Länder in denen gespielt wurde
  • Gegner: alle Gegner national/international
  • Trainer: alle Trainer
  • Spieler: alle Spieler

Besondere Auswertungen sind: legendäre Spiele, Spiele mit Verlängerung/Elferschießen, noch nicht ausgetragene Spiele, ungültige und abgebrochene Spiele, Wiederholungsspiele, strafverifizierte Spiele und Entscheidungsspiele


Auswertung Übersicht

Für jede beliebige Auswahl aus den Suchkriterien wird immer angezeigt:
  • Anteil von Sieg/Unentschieden/Niederlage, Punkte, Zuschauer und Tore (Rapid/Gegner)
  • grafisch - relativ (pro Spiel) - absolut

Auswertung

Für jede beliebige Auswahl aus den Suchkriterien werden wahlweise angezeigt:
  • Details oder Statistiken
  • Spiele: Details zu allen ausgewählten Spielen
  • Bewerbe: Details zu allen Bewerben der ausgewählten Spiele
  • Gegner: Details zu allen Gegnern der ausgewählten Spiele
  • Trainer: Details zu allen Trainern der ausgewählten Spiele
  • Stadien: Details zu allen Stadien der ausgewählten Spiele
  • Tore: Details zu allen Toren der ausgewählten Spiele
  • Zusammenfassung: Statistik der wichtigsten Daten der ausgewählten Spiele
  • Ergebnisse: Häufigkeit der Ergebnisse der ausgewählten Spiele
  • Torstatistik: Häufigkeit der Tordifferenz, Tore gesamt, Tore Rapid, Tore Gegner

Suchbeispiele (nicht vergessen, vor jeder neuen Abfrage die nicht mehr benötigten Einstellungen zu löschen, geht auch mit "Rücksetzen"):
  • Saison 2009/10, Herbstsaison -> 67% Siege, 2.24 Punkte
  • Saison 2009/10, Frühjahrssaison -> 53% Siege, 1.84 Punkte (Meisterschaft verloren)

Mit welchen Spielern hat Lothar Matthäus zusammen gespielt?

Einfach den Trainer auswählen und in den Auswertung "Spieler" klicken. Es sind 21 Spieler. Steffen Hofmann ist nicht dabei, er begann erst kurz nach Matthäus' Abgang zu spielen. Das Ergebnis der Ära Matthäus ist mit 1.44 Punkten pro Spiel das schlechteste der Rapid-Geschichte.

Welches ist das häufigste Ergebnis eines Spiels?

Dazu muss man nur die gewählte Einstellung zurücksetzen und bei der Auswertung auf "Statistik" -> "Ergebnisse" gehen. Das häufigste Ergebnis ist demnach ein 1:1. Wenn man aber den Zeitraum zum Beispiel auf die letzten 10 Jahre einschränkt, dann ist es (leider) ein 0:1. In den Zwanziger-Jahren (und auch in den Fünfziger-Jahren) ist das häufigste Ergebnis ein 3:1.

Welche Ergebnisse gibt es bei Spielen gegen deutsche Mannschaften?

Land "Deutschland" auswählen, ergibt einen tollen Schnitt von 60% Siegen, der allerdings auf die Erfolge in den Kriegsjahren zurückzuführen ist. Schränkt man auf die Zeit 1945-2010 ein, dann sinkt die Siegquote auf 41%.

Spielt Rapid mit Hofmann besser?

Wählt man "Steffen Hofmann" als Spieler, "National", "Meisterschaft" (alles andere rückgesetzt), erhalten wir 236 Spiele und 1.81 Punkte pro Spie und 1.8 Tore. Setzen wir jetzt "Steffen Hofmann" auf "alle" zurück und wählen den Zeitraum 2002-2009, erhalten wir nur 1.7 Punkte und 1.7 Tore. Also ja, Rapid spielt mit Steffen Hofmann besser, um 0.1 Punkt und 0.1 Tor. Das scheint wenig, umgerechnet auf die 236 Spiele sind das immerhin 24 Tore und 24 Punkte!

Wie ist das "Spielgefühl" berühmter Rapidler?

Damit meine ich, wie einer der langgedienten Rapidler seine Zeit empfindet Wie erfolgreich war Rapid in der Zeit als er spielte? Dazu muss man nur den jeweiligen Spieler auswählen und die Erfolgsstatistik notieren (es werden nur jene Spiele ausgewählt, bei denen der betreffende Spieler mitgespielt hat):

 S  U  N Punkte
68 16 16 2.19 Uridil
64 13 23 2.06 Binder
59 19 22 1.96 Flögel
56 23 20 1.91 Krankl
51 24 25 1.77 Hofmann

So ändern sich also die Zeiten!

Wie oft gewinnt Rapid mit mehr als einem Tor Differenz?

Bei Tordifferenz >=2 einstellen. Man erfährt, dass es bei 1379 von 3646 Spielen der Fall ist. Die Zuschauerzahl ist dabei 9379. Wenn man die Tordifferenz weiter nach oben verfolgt, dann sieht man dass die Zuschauerzahl interessanterweise immer kleiner wird. Der Grund: der Gegner ist offenbar weniger attraktiv.

Rapid liegt zur Halbzeit 0:2 zurück, so wie gegen Magna. Wie stehen die Chancen auf einen Sieg?

Bei "Halbzeit" 0:2 eingeben, man bekommt: Siegwahrscheinlichkeit 4%. Wenn man sich auf die Spiele der letzten 10 Jahre beschränkt (Dekade=2000-2009), sind es interessanterweise 6%. Man kann daraus schließen, dass es heute etwas wahrscheinlicher ist, dass ein Spiel noch gedreht wird, als das früher der Fall war.

Rapid liegt zur Pause mit 1:0 vorne; gewinnen wir?

Ja, mit 82%iger Wahrscheinlichkeit, mit 94% wird das Spiel nicht verloren.

Wie viele Zuschauer hatte Rapid insgesamt?

Dazu muss man nur alles zurücksetzen und die Daten auf "Absolut" einstellen. Man sieht, dass mehr als 38 Millionen Zuschauer bei den Spielen waren; Rapid hat dabei 8783 Tore geschossen und 4993 Tore kassiert.

Bei welchen Bewerben war Franz Binder beteiligt?

"Franz Binder" auswählen und bei den Auswertungen auf "Bewerbe" klicken. Alle Tore von "Franz Binder" mit Klick auf "Tore". Es waren 397. Sein letztes Tor in einem Bewerbspiel war das 2:1 im Cup gegen "SK Feuerwehr" am 21.11.1948.

Wenn ein Bundesliga-Spiel an einem Sonntag stattfindet; ist das ein Vorteil?

Betrachten wir zunächst alle 360 Meisterschaftsspiele 2000-2009, dann erhalten wir 46% Siege. Schränken wir auf den Wochentag=Sonntag ein, ergeben sich 36% Siege. Das liegt natürlich nicht am Tag selbst aber wahrscheinlich an der Art der Auswahl der Spiele durch die Fernsehanstalten.

Diese Spiele-Suche ist weder vollständig noch ganz frei von Mängel; aber es wird laufend an Ergänzungen und Korrekturen gearbeitet. Am Fuß der Seite gibt es die Möglichkeit, einen Fehlerbericht abzusenden.

Wenn das Ergebnis einer Suche unrichtig erscheint und auch "Rücksetzen" keine Veränderung bringt, dann versuchen, alle Instanzen des Browsers zu schließen und mit einer neuen Instanz die Abfrage neu starten. Wen der Fehler immer noch besteht, bitte um eine Rückmeldung.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Es geht gegen Bulgarien

Bulgaren höhnen: Rapid ist träge! "Patocka ist träge und unsicher", berichtete Co-Trainer Ivanko Ganchev nach dem 1:2 gegen Wr. Neustadt seinem Chef Ilian Iliev.

"Rapids Abwehr ist verwundbar, der Schwachpunkt heißt Patocka!"

Die Schnelligkeit (oder Langsamkeit) eines Spielers erkennen wir entweder mit der Stoppuhr oder - viel einfacher - bei einem Vergleich mit dem Gegenspieler am Rasen. Gegen den Neustädter Wolf schauen aber praktisch alle unsere Verteidiger langsam aus. Das sehen wir selbst beim Zuschauen und das sehen auch die bulgarischen Beobachter.

Unsere Hoffnung kann aber sein, dass bei diesem Antritt von Wolf auch die bulgarischen Verteidiger langsam ausschauen würden.

Kein Spieler spielt schlecht an sich sondern er erscheint schlecht bei Anwesenheit eines genügend starken Gegners. Nicht wir sind schwach - unsere Arbeit dürfte "as usual" sein - sondern die anderen haben sich verbessert.

Wir sind nur der "Rekordmeister".

Ich bin daher für Bulgarien optimistisch, weil wir hier in Österreich die besseren Sparringpartner haben und die Bulgarischen Scouts sich irren.

Sonntag, 25. Juli 2010

Bundesliga, für Mateschitz ein Spiel, für andere eine Existenzfrage

Wie sehr unsere Liga durch den Einstieg von DM zu einem Spiel im Spiel geworden ist, zeigt dieses Interview:http://www.sportnet.at/de/rbsalzburg/102227324993/mateschitz_degradiert_rb_salzburg

In einigen Jahren werden die Salzburger zu einer Ausbildungsmannschaft für RB-Leipzig aber immer noch stark genug, um hier um den Titel mitspielen zu können.

Auf der einen Seite gibt es in Österreich Vereine (praktisch alle, außer RB und Magna), die es durch große eigene Anstrengungen zustande bringen, überhaupt einen Spielbetrieb zu finanzieren; und auf der anderen Seite eine künstliche Mannschaft, die mit genau dosierten Geldmengen dotiert - einerseits groß genug sind, um jederzeit um den Titel mitspielen zu können - anderseits auch nicht zu groß, um unsere Meisterschaft für das Publikum interessant genug zu erhalten - sodass die Spiele noch Spiele bleiben und nicht durch die Übermacht eines Vereins zu einer Farce verkommen.

Didis dosiertes Spiel mit der Liga.

Da es nicht verboten werden kann, dass jemand durch Geldspritzen den Markt durcheinanderbringt, ist eine angesagte Feindschaft zu diesem Prinzip eine gute Sache für die Seele der Fans. Wieso überhaupt sich Menschen ein RB-Leiberl umhängen und sich dann Fans nennen, ist mir unverständlich.

Aber dass diese Geldspritzen in den Kunstklub RB einen dosierten (witzigerweise mit einer Doppelbedeutung) Wettbewerb auf einem höheren Niveau als ohne diesen Klub zu Folge haben, ist auch sicher. Ohne RB wäre Rapid wahrscheinlich schon 33-facher Meister aber wäre auch die Mannschaftsleistung von Rapid nicht so hoch und daher die Europa-League-Teilnahme vom Vorjahr wahrscheinlich weniger erfolgreich gewesen.

Samstag, 24. Juli 2010

Kaffeesudlesen rund um ein kommendes Fußballspiel

Morgen, am 25.7. findet das Heimspiel gegen den FC Stronach statt. Wie wird es ausgehen?

Betrachtet man alle Spiele des SK Rapid seit 1899, dann gibt es folgende Häufung des Spielausgangs (in Prozent):
Sieg-Unentschieden-Niederlage 3563 Spiele
SUN = 56-20-24

Beschränkt man diese Spiele auf die 361 Meisterschaftsspiele während der letzten 10 Jahre, erhält man
SUN = 46-26-28

davon nur die 180 Heimspiele
SUN = 61-23-16

und hier wieder die 106 Spiele der Herbstsaison
SUN = 60-25-14

Die 10 Spiele der zweiten Runde allein hatten das Ergebnis
SUN = 50-20-30

Die erste Runde liegt normalerweise deutlich über dem Schnitt, was heuer leider nicht bestätigt wurde:
SUN = 64-0-36

Spiele im Juli (2000 bis heute)
SUN = 64-11-24

An einem 25.7. haben nur zwei Spiele stattgefunden und die wurden verloren:
SUN = 0-0-100

2007-07-25 A 2:3 Mattersburg
1989-07-25 A 1:4 Admira

Die bisherige Bilanz gegen Magna: 3 Siege, ein Unentschieden
SUN = 75-25-0

2009-09-26 H 3:1
2009-10-14 A 4:0
2010-02-19 A 2:2
2010-04-17 H 3:0

Dass das Spiel an einem Sonntag stattfindet, ist ein Nachteil, denn die Spiele, die in den letzten 10 Jahren an einem Sonntag stattgefunden haben, sind ungünstiger als die Samstag-Spiele:2000-2010

Sonntag (Heim+Auswärts)
SUN = 36-30-34

Samstag (Heim+Auswärts)
SUN = 51-26-23

Zwar sind Heimspiele optimistischer zu beurteilen, doch auch hier sind Samstag-Spiele vorteilhafter:

Sonntag (Heim)
SUN = 56-28-17

Samstag (Heim)
SUN = 65-20-15

Das liegt aber vermutlich nicht an dem Tag an sich sondern an der Auswahl der Sonntagsspiele durch die Fernsehanstalten. Es kommen häufiger attraktive Spiele zur Auswahl und das sind eben die mit stärkeren Gegnern.

Jetzt noch zur Frage, was es ausmacht, mit oder ohne Steffen Hofmann zu spielen. Betrachten wir alle Meisterschaftsspiele im Zeitraum 2002-2010, so ergibt sich:

Spiele mit Steffen Hofmann (235)
SUN = 52-25-23

Alle Spiele (289)
SUN = 48-25-27

Spielt daher Steffen Hofmann, ist die Sieghäufigkeit um 4% höher.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Warum ein Fußballspiel nicht wie das Leben ist

Das Spielfeld ist für mich eine Version des Lebens, das wir aus unserem Alltag in dieser extremen Form erfolgreich und mit gutem Grund verdrängen.

Unser Alltag verläuft lange Phasen voraussagbar, ohne allzu hohe Tiefs und Hochs. Natürlich müssen wir uns zur Arbeit motivieren, vielleicht so, wie sich ein Spieler dazu motivieren muss, beim Training bei der Sache zu sein. Aber unser alltäglicher Wettbewerb spielt sich nicht im direkten Duell Mann gegen Mann ab wo es um Zehntelsekunden und um die spontane Handhabung unglaublicher Zufälle geht, die allesamt in die Bewertung einer Mannschaft eingehen, sondern unser Wettbewerb ist ein höchst indirekter über den Erfolg von Produkten oder Diensten. Wir strecken die Entscheidungen in die Zeit und können Entscheidungen am Papier - wie diesen Beitrag - revidieren und noch einmal schreiben. Kleine und große Fehler im Alltag können meist korrigiert werden (es herrscht ja Frieden) und eine Berichtigung ist wünschenswert.

Alles das können Spieler während des Spiels nicht, weil der Gegner (in Echtzeit) mitdenkt und jeden Fehler zu seinem Vorteil ausnutzt. Im täglichen Leben können wir weniger gute Ideen und weniger gute Konzepte verwerfen (auch das ist Arbeit) und nichts passiert.

Spieler können das nicht. Alles, was sie tun oder unterlassen, hat unmittelbare Folgen. Der Unterschied liegt in der zur Verfügung stehenden Zeit für Entscheidungen. Gute Fußballer müssen über eine große Portion spontaner Intelligenz verfügen (die man ihnen oft nicht ansieht) und die wir Nicht-Fußballer durch Nachdenken ersetzen können.

Ich schätze den Vergleich mit dem Leben, denn das Gleichnis macht den Fußball interessant; aber wenn das Fußballspiel (exakt) so wie das tägliche Leben wäre, dann wäre es langweilig und niemand würde es sehen wollen.

Fußball bietet uns für 90 Minuten einen archaischen aber formalisierten Überlebenskampf, den wir im täglichen Leben eben nicht (mehr) erleben. Und diese Bedingungen sollten wir uns für den Alltag nicht wünschen; denn das wäre Krieg.

Guter Fußball braucht heutzutage Geld, viel Geld.

Weil es Vereine gibt, die bereit sind, eben dieses Geld für gute Spieler zu bezahlen. Und das saugt die Talente hin zu den Geldquellen.

Ob diese Spieler das Geld wert sind, das ist genau so fraglich, wie der Wert einer Tulpenzwiebel im 17. Jahrhundert (damals wurden ganze Vermögen für unscheinbare Zwiebeln bezahlt und das böse Erwachen kam erst als die Blase geplatzt war).

Anders als im 17. Jahrhundert bekommt aber ein erfolgreicher Verein dieses Geld über Merchandising und Zuschauereinnahmen wieder zurück aber nur in einer Gegend, in der die Wirtschaft und die Fans bereit ist, für die gebotene Leistung so viel Geld hinzublättern. Daher sind moderne erfolgsorientierte Fußballspieler Menschen, die dem Geld nachreisen. Ein Boskovic würde im Montenegro das Geld nicht bekommen, das er in Wien bekommt und hier nicht, das er in den USA bekommt. Nur Spanier, Deutsche, Italiener und Engländer haben das Geld im eigenen Land, Spieler anderer Länder müssen reiselustig sein.

Wenn sich RAPID nicht treu bleibt und die Einkaufspolitik nicht den finanziellen Möglichkeiten anpasst, geht RAPID den Weg von FC Tirol, GAK und Sturm. Es ist für das finanzielle Überleben wichtig, dass sich der Verein bei der Auktion um Spieler nicht hochlizitieren lässt, so schmerzlich das für uns Fans ist.

Der Herr Präsident hat uns schon mehrfach die bittere Wahrheit erzählt: Um diesen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, benötigen wir 16 Millionen pro Jahr (220 Millionen nach echtem Geld, was für ein Irrsinn für 30 Spieler!). Aber so ist es eben, wenn Menschen etwas begehren, dann kostet eine Tulpenzwiebel so viel wie ein Haus.

Und von diesen 16 Millionen sind aber nur ca. 12 mit gesicherten Einnahmen ausfinanziert (in jedem Jahr). Der Rest wird wieder zum "negatives Vereinskapital", wenn es im Laufe des Jahres nicht gelingt, Spieler zu verkaufen (nicht zu halten, wie das aus der Sicht des sportlichen Erfolg nötig erscheint) oder in die Gruppenphase zu kommen, denn drei volle Happel-Stadien helfen kräftig mit, dieses Loch zu stopfen.

Die Einnahmen der vorigen Saison hatten die Wirkung, dass der mitgeschleppte Rucksack des "negativen Vereinskapitals" der Vorjahre für das im Juli abgeschlossenen Finanzjahr 2009/10 weg ist. Aber in der laufenden Saison beginnt das Spiel von Neuem und "leider" gibt es bisher keine Angebote für Jelavic und Kavlak. Leider für das Budget, glücklicherweise für uns Fans. Und in der Gruppenphase sind wir noch lange nicht, wenn wir dort überhaupt hinkommen.

Ja, RAPID ist eben nicht auf der Spitze der "Nahrungspyramide" des globalisierten Fußballs, sondern irgendwo mittendrin aber immerhin ein angesehener Ausbildungsverein mit internationalen Abnehmern, das ist schon was.

Aber, dass Spieler abgegeben werden, hat auch Vorteile (sonst könnten wir ja gar nicht überleben), denn nur, weil Hoffer und Maierhofer verkauft wurden, konnte Jelavic zur Form des Jahres auflaufen, können sich junge Spieler in der Kampfmannschaft entwickeln, die andernfalls verliehen oder ohne Gewinn für den Verein weggehen würden.

Es war daher wichtig, dass man den Forderungen des Boskovic-Managements nicht nachgegeben hat und sich immer wieder darauf besinnt, was man in Österreich mit Fußball erwirtschaften kann. Der Bogen ist mit dem Abstand zwischen 16 Millionen Ein- und 11 Millionen Ausgaben ohnehin schon sehr gespannt und das Risiko des Absturzes liegt über uns und über den Spielen der Qualifikation; mehr jedenfalls als das Interesse der RAPIDfans vermuten lässt.

Geld spielt Fußball

Wir glauben zu wissen: "Geld spielt nicht Fußball".

Ja, aber nur in einem konkreten Spiel, und im konkreten Wortsinn (und weil es eine Ideologie ist) aber statistisch spielt Geld natürlich Fußball. Wir müssen nur die Mannschaften nach ihrem Budget auffädeln. In Österreich ergibt der Zieleinlauf exakt die Reihenfolge des Vereinsbudgets und gesamteuropäisch ist das genau so.

Dort, wo Geld ist, dort ist auch großer Fußball (Ferenz Puskás), in England, Spanien, Deutschland.

Ohne Geld kann ein David einmal gegen Goliath gewinnen - und wir freuen uns darüber bei jeder Lektüre von Asterix, dem Gallier. Und wir freuen uns über jeden dieser glorreichen Siege gegen einen Goliath.

So, wie Red Bull gegenüber RAPID über einen unverschämten Startvorteil verfügt, tut das RAPID gegenüber den kleineren Klubs genau so. In Österreich sind wir ein Platzhirsch, international haben wir die Rolle des David.

Ein Beichler oder Jantscher hätte auch im grün-weißen Dress gute Figur gemacht aber ein Mitbieten am Transfermarkt ist für RAPID praktisch unmöglich. Wir können froh sein, dass RAPID den Forderungen des Bosko-Managers nicht nachgegeben hat, weil das Budget sich bereits jetzt in Höhen befindet, wo es gilt "Straucheln verboten". Eine verpatzte Saison und wir schwimmen und kämpfen wieder mit "negativem Vereinskapital".

Wenn wir als David gewinnen wollen, dann brauchen wir unorthodoxe Methoden, Partizanen als Kämpfer, die den Namen "Rapid" als Sprungbrett benutzen. Das sind unsere "Millionen", das ist unser Credo.

Aber Geld spielt natürlich Fußball - und wie.

Und es gilt natürlich auch: man kann nur dann besser sein, wenn man bessere Gegner hat. Eine Mannschaft in einer stärkeren Liga hat automatisch einen höheren Punktestand im UEFA-Ranking, weil es an den Punkten der anderen Klubs beteiligt ist. Wenn wir gegen RB gewinnen, dann haben wir einen starken Gegner besiegt, einen der in der UEFA-Wertung vor uns liegt. Und das steigert unsere eigene Qualität.

Ja, Mateschitz verbessert unsere fußballerische Qualität, da er in unserer Liga einen starken Gegner (mit viel Geld wie eine Luftburg) am Leben hält. Auch, wenn diese Art, den Fußball zu missbrauchen nicht unser Ideal ist, ist es ja doch eine Genugtuung, wenn wir gegen RB am 1. August gewinnen. Wäre RB ein schwacher Gegner, wen würde dann ein solcher Sieg interessieren?

Man muss tatsächlich unterscheiden zwischen dem Feindbild einer Kommerztruppe am Spielfeld und dem Innovationsschub, den dessen Eigentümer durch das Investment der Bundesliga verleiht.

RB überlässt zum Beispiel den Sponsorentopf und auch den zweiten Teil der Fernsehgelder zur Gänze den restlichen Vereinen. Jede kapitalintensive Verbesserung wie zum Beispiel Spielerwerbungen, Rasenexperimente bei RB zwingt alle Vereine, die mithalten wollen, zu kreativen Lösungen. Dadurch steigt das Niveau der Liga, sofern sich nicht ein allzu großer Abstand zwischen RB und dem Rest der Welt einstellt. Dass wir voriges Jahr in die Gruppenphase der Europa-League gekommen sind, verdanken wir daher (möglicherweise) zu einem Teil den Mateschitz-Millionen.

Dass RAPID durch das Investment von Mateschitz weniger Erfolge feiert, ist klar.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass sich das Spielniveau erhöht, denn immerhin muss sich RAPID mit RB gegen eine Mannschaft bewähren, die aus dem Vollen schöpft.

Der Kauf eines österreichischen Spielers durch RB ist zunächst eine Schwächung des jeweils anderen Clubs aber immerhin bleibt dieser Spieler in der Liga und ist nicht im Ausland, daher bleibt die Spielstärke der Liga erhalten. Und die Grazer waren schon im Vorjahr überraschend gut (und nach meiner Ansicht besser als RAPID) in der Lage, schwerwiegende Abgänge durch eigenen Nachwuchs zu ersetzen. Wären daher Beichler und Jantscher bei Graz geblieben, hätten sie diesem nachrückenden Nachwuchs den Platz verstellt.

Eine Kleinigkeit: ohne RB wäre St. Hanappi vier Mail ausverkauft (Austria, Sturm). Mit RB ist es eben sechs Mal.

Und ja, es stimmt, wenn RB Leipzig einmal in die Nähe des deutschen Bundesliga-Niveaus aufrückt, kann es durchaus passieren, dass dann RB Salzburg weniger Geld sehen wird; aber das wird noch mindestens drei Jahre dauern und hängt sicher auch davon ab, wie erfolgreich sich RB Salzbug in den europäischen Ligen schlägt, denn es ist trotz großer Geldmengen nicht so einfach, eine Mannschaft in Deutschland in die europäischen Startplätze zu bekommen, wie man an Hoffenheim sieht.

Was mich an der österreichischen Liga stört, ist, dass man seitens der Bundesliga keine geeigneten Maßnahmen gegen Vereine setzt, die Titel erwerben, die auf irregulären Pump auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden.

Unser Gegner vom Sonntag spricht zwar auf seiner Homepage von einem "Titel auf Pump", aber keiner dieser "Titel auf Pump"-Vereine musste den Titel wegen dieser Machenschaften zurücklegen. Und die Tiroler schmücken ihr Logo mit einem * auf dem Trikot (für exakt 10 Meistertitel).

Mittwoch, 21. Juli 2010

Was ist ein "Beutewiener"?

Als solchen bezeichnet der Präsident des SK Rapid den Kapitän der Mannschaft, Steffen Hofmann, der zwar aus Bayern stammt - und normalerweise ist eine solche Herkunft im österreichischen Fußball geradezu ein Makel - der aber mittlerweile zum "Fußballgott" der Rapidgemeinde avanciert ist und der wie kein anderer das Spiel und den Charakter der Mannschaft prägt. Er schwankte zwischen einer Auslandsverpflichtung und Vertragsverlängerung bei Rapid und hat sich schließlich für den Verbleib bei Rapid entschieden. Sogar Elemente des Wiener Dialekts ortet seine Familie in seiner Stimme, wenn er einmal auf Heimaturlaub ist - ein paar Jahre noch und aus dem "Beutewiener" wird ein "Echter Wiener". (gehört auf der neuen Rapid-DVD über die Saison 2009/10)

Montag, 19. Juli 2010

Rapid verliert in Innsbruck 0:4

"Wacker Innsbruck kommt bei der Rückkehr in die Bundesliga zu einem triumphalen 4:0-Erfolg über "Rekordmeister RAPID.""
In diesem Satz steht nicht nur das Ergebnis, sondern auch gleich der Grund dafür. Auf der einen Seite ein Verein, der ein lange Durststrecke hinter sich hat und dessen Spieler sich jetzt beweisen wollen; keine Stars, und mit Harding auch ein Spieler, der für RAPID nicht gut genug war und mit Prokopic auch ein RAPIDler, der es noch nicht in die Kampfmannschaft geschafft hat. Viel Potenzial für Kampfbereitschaft, Aufmerksamkeit, Motivation.

Auf der anderen Seite RAPID, immer gerne (und in solchen Situationen von Journalisten immer etwas süffisant) als "Rekordmeister" betitelt, mit bewährter Aufstellung, keine Überraschungen; so hat man im letzten Jahr auch erfolgreich gespielt. Dass Boskovic nicht mehr an Bord ist, und Soma verletzt ist, kann einfach keine Ausrede für eine Blamage sein. Keine Anspielstationen, d.h. zu statisches Spiel, zu wenig Bewegung; ein "Rekordmeister" eben, und der muss sich nicht beweisen, der ist schon wer.

Psychologie spielt eben immer mit.

Auch der Zufall war mit an Bord. Die unglückliche Situation, aus der das erste Tor entstanden ist, gab dem Spiel eine unerwartete Wendung.

Es ist eben schwer, einen "Rekordmeister" so zu motivieren wie junge, hungrige Löwen. Vielleicht, indem man ihn weniger oft "Rekordmeister" nennt, denn die Vergangenheit und Tradition schießen keine Tore (statistisch natürlich schon).

Samstag, 17. Juli 2010

International bin ich VTK- und Dosen-Fan

Ich vote für einen Aufstieg _aller_ österreichischen Teams, unabhängig von der Farbe, weil jeder Punkt, den die anderen holen, steigert den Punktestand von Österreich und auch von Rapid und verbessert unsere Chancen.

Beispiel:
Österreich ist derzeit auf UEFA-Platz 19 mit einem Punktestand von 16.95. Allein im Vorjahr machten wir 9.375 Punkte, weil alle Clubs zu dem Punktestand beigetragen haben.

Wenn diese Saison 2009/10 nicht nur eine Eintagsfliege war sondern sich heuer wiederholt, hätten wir im kommenden Jahr ca. 24 Punkte und würden damit Tschechien, Israel, Schweiz, Belgien, Schottland, Rumänien überholen und zu Dänemark auf Platz 12 aufschließen und hätten damit 2 CL-Plätze und 3 EL-Plätze. Ja, wenn es eben so wäre und die anderen Länder zufällig nicht oder weniger punkten.

Die früheren Jahre, die auch in unser Punktekonto eingerechnet werden, waren eher schwach:
2006/07 1.500 Punkte 2007/08 3.200 Punkte 2008/09 2.250 Punkte

Aber auch wenn wir heuer das Jahr 2009/10 nicht übertreffen, so würden schon 5.0 jährliche Wertungspunkte nach 4 Jahren dasselbe Ergebnis liefern wie die 2 Jahre mit ca 10 Punkten.

Daher: die beiden Qualispiele von Rapid und dem VTK waren ähnlich: Beide (RAPID und VTK) waren spielbestimmend, beide haben zwei Tore geschossen. Nur hatten wir das Glück, dass die wenigen Chancen der Gegner nicht zu einem Tor gereicht haben beim VTK aber schon.

Die anderen Clubs sollen sich daher gefälligst anstrengen und genau so wie Rapid die Gruppenphase erreichen. Und wir sollten uns das dringend wünschen, aus eigenem Interesse - abseits von sonstiger Rivalität.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Warum es keine "Wahretabelle" gibt

Es gibt die Internetseite WAHRE TABELLE http://www.wahretabelle.at/, die versucht, Fehlentscheidungen aus dem Ergebnis herauszurechnen und dann auch die Meisterschaftstabelle neu zu erstellen. Nach dieser Korrektur wäre etwa in der abgelaufenen Saison 2009/10 nicht Red Bull Salzburg sondern die Wiener Austria Österreichischer Fußballmeister geworden.

Diese Ergebniskorrektur ist aber eine Milchmädchenrechnung ohne Wert, wie übrigens auch alle Versuche mit Videobeweis so etwas wie eine gerechte Entscheidung herbeizuführen.

Der Grund ist folgender: es gibt nur eine Realität, nämlich die, die wir wahrnehmen. Der Verlauf eines Spiels nach jedem auch noch so unbedeutenden Ereignis am und um das Spielfeld, nach jeder Spielunterbrechung und nachfolgender Schiedsrichterentscheidung ist einmalig. Der Verlauf ist weder wiederholbar noch kann aus einer bestimmten Entscheidung ein bestimmter weiterer Verlauf angenommen werden. Alles, was passiert, geschieht unter der Voraussetzung genau jener Vergangenheit, die wir wahrnehmen und niemand ist in der Lage, zu sagen, was passiert wäre, wenn die Vergangenheit (oder eben eine Schiedsrichterentscheidung) anderswie verlaufen wäre.

Eine besonders auffällige Fehlentscheidung war ein als gültig gegebenes Abseitstor der Wiener Austria gegen Sturm Graz, welches der Austria 3 Punkte einbrachte. Es ist aber (nach meiner Ansicht) nicht zulässig, so wie die WAHRE TABELLE zu behaupten, Sturm hat eben kein Tor geschossen, das Tor der Austria wäre abzuerkennen und daher wäre Sturm und Austria je ein Punkt zuzusprechen.

Das Tor fiel in der 47 Minute. Es war also genug Zeit für beide Mannschaften das Ergebnis noch zu korrigieren. Aber: die Spielweise der beiden Mannschaften ist nach der Fehlentscheidung eine ganz andere, wenn eine Mannschaft mit einem Tor Vorsprung führt und im Verlauf des Spiels dann mehr darauf bedacht ist, kein Gegentor zu bekommen als selbst noch eines zu schießen. Man kann genau so gut behaupten, dass im Falle einer korrekten Entscheidung (dass nämlich das Tor nicht gegeben worden wäre) Sturm sehr wohl in der Lage gewesen wäre, das Spiel auch noch zu gewinnen. Kurzfassung: wir können über den Verlauf des Spiels bei anders gelagerter Entscheidung gar nichts aussagen.

Aber ganz abgesehen von so markanten Ereignissen wie einer Fehlentscheidung. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein Spiel verlaufen wäre, wenn zum Beispiel ein Spieler, der sich in der 73. Minute gerade die Schuhbänder neu schnüren musste, das nicht hätte tun müssen, weil er sich die Schuhe bereits in der Kabine ordentlich gebunden hätte? (Und für dieses Detail kann man jedes erdenkliche Ereignis einsetzen, welches den Ablauf der späteren Ereignisse irgenwie verändert. Immerhin geht es ja bei den entscheidenden Torszenen um Hundertstel Sekunden in denen der Ball zu hoch, zu tief oder eben gerade richtig getroffen wird. Und in diesen unwägbaren Details hat praktisch alles andere auch einen Einfluss. Man kann daher ruhig behaupten, dass die kleine Verzögerung der neu geschnürten Schuhbänder dazu geführt hat, dass die Mannschaft dieses Spielers 2:1 gewonnen hat. Natürlich war sie die bessere, wie man dann in den Interviews hören wird. Aber wer weiß, ob nicht diese kurze Verzögerung dazu geführt hat, dass eben dieser Spieler etwas verspätet ins Spiel eingreifen konnte und dann aber an einer so unerwarteten Stelle auftaucht, dass er zufällig einen Abpraller so weiterleitet, dass die folgenden Pässe zum entscheidenden Torerfolg seiner Mannschaft führen. Nicht einmal erwähnt wird dieser Spieler, eher wird man seine Schlamperei kritisieren, weil nur der Torschütze und jener, der die Vorlage gegeben hat, finden Erwähnung in den Statistiken. Weiter zurück reicht unsere Erinnerung nicht, können wir die Folge der mehr oder weniger zufälligen Stationen des Balls nicht mehr weiter verfolgen.

Ich behaupte daher, dass wir nicht in der Lage sind und auch nie sein werden, eine lückenlose Kette zusammenhängender Spielzüge und deren Ursachen aufzudecken. Und das ist gut für den Fußball, dass sich nichts aber auch gar nichts am Spielfeld wiederholt. Aber eben diese Unbestimmtheit macht die Faszination des Fußballs aus. Ich behaupte, dass ein Sport umso faszinierender ist, je geringer die Voraussagbarkeit des Ergebnisses ist. Nicht umsonst kommen bei Spielen gegen schwache Gegner wenig und bei Spielen gegen starke Gegner viele Zuschauer. Die Zuschauer kommen daher nicht, um ihre Mannschaft siegen zu sehen, denn das würden sie ja bei einem schwachen Gegner, sondern sie kommen in großer Zahl, wenn das Ergebnis unsicher ist.

Noch mehr: ich glaube, dass meine Anwesenheit am Spielfeld das Ergebnis des Spiels beeinflusst. Nicht, dass ich wüsste, in welcher Richtung. Im Allgemeinen neigen wir aber dazu anzunehmen, dass die Zahl der Protagonisten einer Mannschaft möglichst groß und laut sein muss, damit sie einen positiven Einfluss auf die Leistung ihrer Mannschaft hat. Und der Heimvorteil beim Fußball, der bei gut besuchten Heimspielen besonders groß zu sein scheint, dürfte diese Annahme bestätigen.

Ich behaupte daher, dass die Austria das Spiel gegen Sturm ohne das fälschlicherweise gegebene Tor verloren hätte. Aber das ist genau so unsicher, wie die Aussage der Wahren Tabelle, dass das Spiel als Unentschieden zu werten sei.

Nehmen wir weiter an, es gäbe einen Videobeweis und es hätte die Möglichkeit bestanden, die Entscheidung zu korrigieren. Dann vergleichen wir die reale Situation mit den zahlreichen Protesten nach der Entscheidung und dem nachfolgenden Ankick und einen theoretische Situation mit einer kurzen Besprechung der Schiedsrichter und dem nachfolgenden Abstoß. Wer kann schon voraussagen, wie das Spiel in dem zweiten Fall weitergelaufen wäre? Die Austria mit einem "Jetz-erst-recht"-Gefühl erzielt danach mit noch mehr Angriff zwei Tore und gewinnt? Oder läuft in einen Konter von Sturm und verliert? Was immer man sich vorstellen mag, da eine Torsituation oft eine Angelegenheit einer unüberschaubaren Folge von Zufälligkeiten ist, kann hier niemand eine Voraussage treffen.

Die Frage nach dem "was wäre wenn" ist nicht nur im Fußball nicht angebracht. Einfach, weil es nur eine Wirklichkeit gibt, die, in der wir leben.