Samstag, 30. Juni 2012

Rapid-Gesichter 2002-2012

Die folgende Sammlung von Gesichtsbildern ist aus Fotos von Rapid-Veranstaltungen der Jahre 2002-2012 entstanden. Dazu kommen einige historische Aufnahmen aus Rapid-Jahrbüchern und aus den Bildern des Rapid-Archivs. Die Gesichter wurden mit der Gesichtserkennung von Google Picasa extrahiert und mit der Export-Funkion in je einem Ordner pro Person gespeichert. Es sind insgesamt mehr als 5000 Einzelbilder.

Die Strukturierung erfolg nach der Aktualität der Bilder. "aktuell" sind Personen, die zurzeit dem SK Rapid angehören, "legende" sind ehemalige Rapidler und "historisch" sind verstorbene Personen.

aktuell

Gast:· Alex Kristan (1) · Andreas Steppan (7) · Andreas Vitasek (4) · Christina Stürmer (3) · Gerold Rudle (5) · Jazz Gitti (1) · Lukas Resetarits (22) · Monika Weinzettl (1) · Roland Düringer (3) · Roman Gregory (3) · Viktor Gernot (17)
Medien:· Christian Nehyba (10) · Edi Finger (3) · Martin Lang (12) · Oliver Polzer (2) · Peter Linden (2) · Rainer Pariasek (12) · Thomas Mandl (23) · Thomas Trukesits (5) · Wolfgang Winheim (20)
Politik: Christian Oxonitsch (2) · Norbert Darabos (2) · Peter Pilz (4) · Renate Brauner (3) · Ulli Sima (16)
Schiedsrichter:· Schiedsrichter Schörgenhofer (3)
SpielerTrainer:· Adthe Nuhiu (58) · Boris Prokopic (30) · Christopher Drazan (108) · Christopher Trimmel (84) · Deni Alar (13) · Dritan Baholli (28) · Guido Burgstaller (21) · Harald Pichler (26) · Ján Novota (13) · Lukas Königshofer (19) · Mario Sonnleitner (31) · Markus Heikkinen (144) · Markus Katzer (156) · Michael Schimpelsberger (28) · Muhamed Ildiz (6) · Peter Schöttel (85) · Raimund Hedl (97) · Stefan Kulovits (161) · Steffen Hofmann (296) · Thomas Hickersberger (17) · Thomas Prager (12) · Thomas Schrammel (6)
Umfeld:· Augustin Verkäufer (2) · Karl Wendtner (2) · Martin Pucher (5) · Robert Dienst jun (1) · Stefan Singer (16) · Tamara Panzenböck (3)
Verein:· Andy Marek (607) · Carsten Jancker (18) · Clemens Piber (8) · Clemens Pieber (1) · Dietmar Hoscher (17) · Domenico Jacono (41) · Edi (12) · Ivica Viskup (6) · Jürgen Hartmann (8) · Martina Mosovsky (33) · Muhamet Akagündüz (6) · Opa Gartler (2) · Peter Elsner (5) · Peter Grechtshammer (2) · Peter Klinglmüller (12) · Rudolf Edlinger (170) · Stefan Ebner (12) · Thorsten Leitgeb (23) · Werner Kuhn (56) · Wolfgang Frey (19) · Zoran Barisits (30)

legende

Schiedsrichter:· Schiedsrichter Benkö (1) · Schiedsrichter Einwaller (2) · Schiedsrichter Steiner (1)
SpielerTrainer:· Andreas Dober (115) · Andreas Herzog (8) · Andreas Ivanschitz (35) · Andreas Reisinger (6) · Antonin Panenka (3) · Axel Lawaree (4) · Branko Boskovic (68) · Christian Keglevits (5) · Christian Thonhofer (69) · Christoph Saurer (30) · Dejan Savicevic (6) · Dietmar Kühbauer (12) · Ernst Dokupil (11) · Ernst Happel (31) · Erwin Hoffer (123) · Fabiano (41) · Ferdinand Feldhofer (3) · Florian Sturm (6) · Franz Hasil (4) · Georg Harding (3) · Georg Zellhofer (11) · Gyorgy Korsos (6) · Gyuri Garics (11) · Hamdi Salihi (21) · Hannes Eder (76) · Helge Payer (254) · Herbert Feurer (8) · Heribert Weber (25) · Jan Vennegoor of Hesselink (20) · Johann Krankl (38) · Josef Hickersberger (20) · Josef Reisinger (1) · Jozef Valachovic (6) · Jörn Bjerregaard (5) · Jürgen Patocka (179) · Leopold Grausam (1) · Manfred Kohlbacher (2) · Marcin Adamski (8) · Marek Kincl (14) · Mario Konrad (18) · Mario Tokic (19) · Markus Hiden (4) · Martin Hiden (36) · Mate Bilic (27) · Milan Jovanovic (9) · Nikica Jelavic (50) · Peter Hlinka (1) · Peter Pacult (58) · Peter Stöger (11) · Peter Zajicek (10) · Radek Bejbl (2) · Ragnwald Soma (78) · Rene Gartler (48) · Rene Wagner (12) · Roman Kienast (6) · Roman Wallner (10) · Rudolf Flögel (72) · Sebastian Martinez (13) · Stefan Maierhofer (44) · Tanju Kayhan (48) · Thomas Hinum (45) · Tomas Dosek (6) · Veli Kavlak (127) · Walter Glechner (9) · Walter Skocik (10) · Yasin Pehlivan (75) · Ümit Korkmaz (47) Ewald Ullmann (3)
Verein:· Ali Hörtnagl (25) · Rainer Setik (27) · Sharif Shoukry (17)

historisch

Medien:· Kurt Jeschko (1)
SpielerTrainer:· Anton Fritsch (5) · Ferenz Puskas (1) · Franz Binder (12) · Georg Schors (1) · Gerhard Hanappi (23) · Johann Pesser (1) · Johann Riegler (23) · Josef Bican (1) · Josef Bugala (1) · Josef Molzer (1) · Josef Uridil (8) · Karl Decker (2) · Karl Giesser (2) · Karl Rappan (1) · Ludwig Tauschek (1) · Lukas Aurednik (5) · Max Merkel (24) · Peter Persidis (5) · Robert Körner (21) · Rudolf Raftl (1) · Walter Zeman (35)
Verein:· Dionys Schönecker (34)

Herstellung von Mosaik-Bildern

Erzeugung der Miniaturbilder

Grundsätzlich kann man jedes beliebige Bild als Grundlage für die Erzeugung eines Mosaik-Bildes verwenden. Mit Hilfe von Picasa kann man aber aus einer bestehenden Bildersammlung alle Gesichter isolieren. Die Miniaturbilder sind das Ergebnis einer automatischen Gesichtserkennung im Bildverwaltungsprogramm Picasa http://picasa.google.com/intl/de/. Wenn Picasa ein Gesicht isoliert, kennt es noch nicht dessen Namen. Gibt man dann einen Namen ein, werden alle ähnlichen Gesichter ebenfalls diesem Namen zugeordnet. Im dem Bereich "Personen" von Picasa befinden sich dann alle Bilder, denen man einen Namen zugeordnet hat in zugeschnittener Form. Mit Aktivierung der "Export"-Funktion kann man diese Bilder in eigenen Dateien speichern.

Erzeugung des Mosaikbildes

Die Miniaturbilder werden als Input zum Mosaik-Programm "Foto-Mosaik-Edda", http://www.fmedda.com/ verwendet. Die Miniaturbilder werden in einer Datenbank gespeichert. Man kann mehrere Datenbanken definieren und bei einem konkreten Bild entscheiden, ob man alle definierten Datenbanken oder nur einzelne als Bildbasis verwenden möchte. Das Mosaikprogramm kann drei Arten von Mosaiken bilden:
regelmäßiges Mosaik (alle Miniaturbilder haben dasselbe Format)
Parkett-Mosaik (es werden hoch- und querformatige Bilder zu einem Parkettmuster zusammengefügt)
zufällige Anordnung der Bilder (die Bilder werden wie bei einem Bilderstapel übereinander gelegt. Jedes Bild wird dabei zufällig in der Größe skaliert und auch in einem einstellbaren Maß zufällig verdreht.

In der kostenlosen Version von "Foto-Mosaik-Edda" kann man nur regelmäßige Mosaike herstellen. Die zufällige Bildanordnung ist sehr eindrucksvoll, benötigt aber sehr viele Miniaturbilder.

Ausdruck der Mosaikbilder

Die Herstellung der Mosaik-Bilder erfolgt bei http://posterdrucken.com, die Bezahlung per Vorkasse.

Tamara Panzenböck auf einem Plakat des SCR.
Andy Marek am Tag der offenen Tür 2011 - wenn man es von der Ferne betrachtet. Aus der Nähe sieht man viele kleine Gesichter, gesammelt aus etwa 16.000 Fotos der letzten zehn Jahre. Das Bild besteht aus 26.381 Miniaturbildern aus einem Bildvorrat von etwa 5.000 Einzelbildern aus dem Rapid-Umfeld aufgebaut.

Freitag, 29. Juni 2012

Ewige Rapid-Statistik

Bild
http://rapid.iam.at/d/i/img/statistik01.jpg

Rapid-Statistik 1899-2012

Jetzt, in der Saure-Gurken-Zeit des heimischen Fußballs, ist genau die richtige Zeit, statistisches Material herzustellen. Die folgenden Tabellen fassen die Ergebnisse des SK Rapid zusammen. Unterschieden wird zwischen nationalen und internationalen Bewerben (Liga-Resultate herausgerechnet).
"Ewig" will sagen, dass keinerlei Einschränkung bezüglich des Zeitraums getroffen wird und daher ein Spiel in den Anfängen dasselbe Gewicht hat wie das letzte Spiel.

Heimstadien

Rapid hatte vier Heimstadion: das Schmelzer Exerzierfeld, die Selzergasse, die Pfarrwiese und das Hanappi-Stadion. Dass in der Tabelle 25 Heimstadien angegeben sind, liegt daran, dass es immer wieder vorkam, dass Heimspiele auch einmal auswärts ausgetragen wurden. Bekannt sind das Happel-Stadion, der Horr-Platz und daneben noch einige anderen Stadien, die bei einzelnen Spielen benutzt als Heispielstätte benutzt wurden.

Reise-km

Damits nicht allzu kompliziert wird, wurde als Heimstandort das Hanappi-Stadion angenommen. Das stimmt heute, war aber in der Vergangenheit anders. Daher werden Heimspiele auf der Pfarrwiese mit etwa einem Kilometer Luftlinie einberechnet, andere Orte, zum Beispiel Praterstadion entsprechend länger; und daher ist die Wegstrecke bei Heimspielen nicht Null sondern ein bisschen darüber. Die Reise-Kilometer bestehen bei einem Spiel aus der doppelten Distanz zu dem jeweiligen Stadion (Hin- und Rückreise). In früheren Darstellungen waren die Zahlen halb so groß, weil auf das Zurückfahren vergessen wurde. Interessant ist die Berechnung der Distanz zu den jeweiligen Stadien. Eingetragen sind pro Spielort die geografischen Koordinaten. Die Wegstrecke wird aus der kürzesten Verbindung auf einer Kugeloberfläche berechnet, was bei den lokalen Begegnungen noch keine Rolle spielt, schon aber bei größeren Wegstrecken.

Details zu der Entfernungsbrechnung

Weitere Details zu den Reisezielen

Weitere Details zu den Reisekilometern pro Saison

Zuschauer

In der Anfangszeit des Fußballs wurden die Zuschauerzahlen nicht so genau erfasst, in den ersten Jahren fehlen sie zur Gänze. Wenn also die Rechnung eine Gesamtzahl von 39.424.20 ergibt, muss man diese Zahl besser als "größer als 39 Millionen" lesen.

Abgelaufene Saison

Man kann diese Zahlen dazu benutzen, eine bestimmte Saison vor diesem historischen Hintergrund zu bewerten, zum Beispiel die abgelaufene Saison.
56% 22% 22% Sieg/Unentschieden/Niederlage 100 Jahre Liga
46% 36% 18% Sieg/Unentschieden/Niederlage Saison 2011/12

Dass diese Saison uns überdurchschnittlich viele Unentschieden beschert hat, kostete schließlich den Titel. Erfreulich ist aber, dass die Zahl der Niederlagen unter dem Langzeitschnitt ist und das stimmt optimistisch.

Fehler

Fehler sind immer und überall möglich. Diese Tabelle ist eine berechnete und nicht eine editierte. Fehler sind daher entweder Rechenfehler oder Fehler in der Datenbasis aber keine Tippfehler. Ich bin immer auf der Suche nach Fehlern. Wenn jemandem welche auffallen, bitte um eine Mail.

Montag, 18. Juni 2012

Schießt Tradition Tore?


Dieser Text wurde beim ballesterer zur Publikation eingereicht.

Wer wenig Geld hat, macht diesen Umstand gerne zur Tugend, indem er meint: "Geld schießt keine Tore". Dasselbe aber gilt aber sinngemäß auch für das gesamte Umfeld einer Mannschaft also das Trainerteam, den Verein, die Fans, die Sponsoren und auch die Tradition, die in diesen Fällen gerne den nahezu unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten von Mitbewerbern entgegengehalten wird. Also direkt schießt auch ein Trainer keine Tore und auch die Tradition nicht. Aber ebenso wie Geld, begünstigen ein guter Trainer aber auch Tradition den Sieg, wie hier gezeigt werden will.

Was ist eigentlich "Tradition"? Es ist die Fähigkeit einer Sozietät, gewünschte Eigenschaften von einer Generation zur nächsten weiterzugeben. Im Fußball gibt eine Spieler-Generation ihre Erfahrungen an die jeweils nächste weiter. Junge Spieler lernen von ihren älteren Kollegen eine Einstellung zur Sache, Trainer, die früher auch Spieler desselben Vereins waren, treten als Vorbild und Lehrer gleichermaßen auf. Je mehr Zeit die Mannschaft als Gruppe verbringt, desto besser gelingt das "Tradieren von Fußballkunst". "Tradition" ist daher ein Stafettenlauf der Fußballer-Generationen und man muss als Verein für eine ausreichende Zeit zur Übergabe des Staffelstabes sorgen.

Wenn Spieler in Interviews beteuern, dass das Klima im Team gut wäre, müssen wir dem nicht allzu viel Bedeutung zumessen. Das sind Sätze, die für das Mikrofon bestimmt sind und mit Rücksicht auf Vereinsinteressen publiziert werden. Was zählt, ist die Länge der Bindung der Spieler an das Team, denn nur langjährige Übung und intensive Zusammenarbeit mit den Teamkollegen schaffen instinktives, "blindes" Verständnis für den Mitspieler.

Meine These ist folgende: Einzelne Spielerpersönlichkeiten können punktuell ausschlaggebend für den Erfolg sein, aber für langfristigen Erfolg ist ein Team mit Bestand gefragt. Es bildet ein besseres Kollektiv als ein Team, das lediglich nach Spielerqualität ausgesucht wird. Das Motto "Elf Freunde müsst ihr sein" trifft am besten, was ich meine.

Kann man aber diese Behauptung mit historischen Zahlen bestätigen? Versuchen kann man es ja, und zwar so:

Wir definieren die Zeit, die ein Spieler bei einer Mannschaft bereits verbracht hat, als "Vergangenheit" und die Zeit, die er noch verbringen wird als seine "Zukunft" und die Summe der beiden als "Tradition". Diese Zeiten summieren wir für alle Kaderspieler in jeder Saison und beziehen diese Summe auf die Größe des Kaders. Das ergibt pro Saison drei Größen, die man auf einer Zeitachse auftragen kann und mit den Ergebnissen in der Meisterschaft vergleichen kann. "Tradition" wird also hier definiert als die Bereitschaft einer Mannschaft, ein Team zu bleiben.

Die Frage ist, ob zwischen Erfolg, gemessen an der Platzierung am Saisonende und der "Tradition" des Teams ein Zusammenhang besteht.

Betrachten wir dazu den zeitlichen Verlauf dieser Größen im Verlauf der österreichischen Ligageschichte für einen beiden Vereine, die ohne Unterbrechung daran teilgenommen haben. Das folgende Diagramm zeigt den Verlauf dieser drei Größen im Verlauf der Ligageschichte. In einer bestimmten Saison wird für alle Spieler bestimmt, welche mittlere Anzahl von Jahren sie vor und nach dieser Saison gemeinsam verbringen.

Zukunft


Mittlere Anzahl der Jahre pro Spieler, die Spieler dieser Saison noch spielen werden. Große "Zukunft" bedeutet eine junge Mannschaft. Spitzenreiter sind die Saisonen 1911/12, 12/13, 13/14, 37/38, 38/39, 39/40, 40/41, 50/51, 51/52, 52/53, 53/54 Sprünge in "Zukunft" nach oben bedeuten, dass junge Spieler in die Mannschaft aufgenommen werden, und in den kommenden Saisonen auch noch beim Team bleiben. Gut zu sehen in den Saisonen 1935/36-> 1936/37 oder 1985/86 -> 1986/87. Dass die "Zukunfts"-Werte in den letzten Jahren gering sind, ist normal, weil nicht bekannt ist, wie lange die Spieler beim Team bleiben werden. Geringe "Zukunft" hat ein Team, wenn es auseinandergeht, zum Beispiel, nach einem Meistertitel. Schön zu sehen ist eine solche Situation in der Saison 1968/69, nach dem Erringen zweier Meistertitel in Folge.

Vergangenheit

Anzahl der Jahre pro Spieler, die Spieler dieser Saison bereits beim Team gespielt haben. Spitzenreiter für "Vergangenheit" sind die Saisonen 1956-1958, 1946-1949. Sprünge in Erfahrung nach unten bedeuten, dass alte Spieler die Mannschaft verlassen. Gut zu sehen in den Saisonen 1949/50-> 1950/51 oder 1958/59 -> 1959/60

Tradition

Summe aus "Vergangenheit" und "Zukunft". Große "Tradition" deutet darauf hin, dass viele Spieler mit Erfahrung auf viele junge Spieler zusammentreffen. Spitzenreiter sind die Saisonen 1945-1953.

Dass am Beginn der Ligageschichte "Zukunft" groß und "Vergangenheit" gering ist, liegt am Neubeginn und an der Ungewissheit. Einige wenige Spieler haben auch vor 1911 bereits im Klub gespielt, daher beginnt "Vergangenheit" nicht bei Null. Dass dann "Zukunft" rasch abnimmt, liegt wohl an den dramatischen Ereignissen des ersten Weltkriegs, ein Effekt, der sich auch ab 1938 wiederholt. Der Mannschaftszusammenhalt, hier "Tradition" genannt, nimmt bis Mitte der 50er Jahre zu, um danach auf einen Tiefpunkt in der Saison 1973/74 abzusinken, gefolgt von einem Hoch in den 80er Jahren und einem weiteren Absinken. Dass im letzten Teil "Zukunft" auf Null absinkt, liegt nur daran, dass wir "Zukunft" noch nicht kennen. Jedenfalls nimmt "Vergangenheit" seit 2005/06 zu, was optimistisch stimmen könnte. Dass bei einem Anstieg von "Tradition" "Zukunft" der "Vergangenheit" vorauseilt und umgekehrt bei einem Abfall der "Tradition" das genau umgekehrt ist, ist nicht unlogisch. Ein Team mit "Zukunft" hat viele gemeinsame Jahre vor sich und baut dadurch "Tradition" auf. Ein Team mit "Vergangenheit" hat viele gemeinsame Jahre hinter sich und baut "Tradition" ab.

"Tradition" und Erfolg

Als "Tradition" wird hier die Fähigkeit eines Teams verstanden, Tugenden eines Fußballers über längere Zeit aufzubauen und zu erhalten, ausgedrückt durch die Zeit der Zusammengehörigkeit des Teams. Um diesen Zusammenhang zu veranschaulichen, wird "Tradition" in Abhängigkeit von der erreichten Platzierung als Punktwolke aufgetragen. Durch diese Punktwolke wird eine Regressionsgerade gelegt, das ist eine Linie, die durch ihre Neigung angibt, ob zwischen den beiden Größen eine Abhängigkeit besteht.

Tatsächlich sieht man einen solchen Zusammenhang und zwar recht deutlich. Der Mittelwert aller Platzierungen ist 2.6 und die mittlere Tradition ist 6.2 Jahre. Je größer "Tradition", desto besser ist die Platzierung. Diese Aussage ist aber statistischer Natur und gilt nicht für einen Einzelfall.

Tradition aufbauen und erhalten

Wir können aus der Grafik etwas lernen: Je besser es nämlich gelingt, ein Team zu bilden, das bereit ist, zusammen zu bleiben, desto wahrscheinlicher ist langfristig der Erfolg. Punktuelle Verstärkungen können im Einzelfall helfen (können aber, wie alle Vereine aus leidvoller Erfahrung berichten können, auch total daneben gehen). Aber was sicher ein Erfolgsrezept ist: der Zusammenhalt des Teams.

Für einen Verein ist es schwierig, in Zeiten wie diesen, ausreichende Anreize für den Verbleib erfolgreicher Spieler zu bieten aber wenn man langfristigen Erfolg will, muss man muss man versuchen, die Kontinuität im Team zu bewahren, zumindest deuten das diese Zahlen an.

Anmerkungen

Der Spruch "Elf Freunde müsst ihr sein." wird Sepp Herberger zugeschrieben, doch muss er viel älter sein, denn am Fuß der Viktoria-Statue, der alten Trophäe für den Deutschen Meister stand eingraviert: „Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen“.http://de.wikipedia.org/wiki/Elf_Freunde_m%C3%BCsst_ihr_sein

Zum Autor: Der Autor ist seit etwa 12 Jahren aktiver Besucher von Fußballspielen im In- und Ausland. Als Techniker ist er an statistischen Zusammenhängen in den Abfolgen, von Toren, Siegen und Titeln interessiert.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Zuschauerzahlen bei Meisterschaftsspielen

Als Abonnent empfinde ich die Besucherentwicklung im Hanappi-Stadion positiv und ich war neugierig ob sich mein subjektiver Eindruck auch mit den veröffentlichten Besucherzahlen übereinstimmt.
Es war keine allzu schwere Übung, diese Zahlen grafisch darzustellen; Rapid-Archiv und Bundesliga-Homepage waren die Quellen. Das Ergebnis ist ein Diagramm, das die Zuschauerzahlen von Rapid bei Bundesliga-Heim- und -Auswärtsspielen mit den Zahlen der Bundesliga-Homepage vergleicht.
Die Darstellung beginnt in der Saison 1990/91, einer Zeit mit den geringsten Zuschauerzahlen der Ligageschichte. Etwa war der Zuschauerschnitt in der Bundesliga im Jahr 1992/93 2.910 Besucher! Zwar waren die Zuschauerzahlen bei Rapid immer deutlich über dem Bundesligaschnitt aber eben auch nicht gerade berauschend.
Bemerkenswert für diese ersten Jahre ist, dass die Heimspiele von Rapid schlechter besucht waren als Auswärtsspiele. Das änderte sich aber bald und in der Saison 1994/95 waren erstmals mehr Zuschauer bei Heimspielen als bei Auswärtsspielen.

Bis zur Saison 2002/03 schwankten die Zuschauerzahlen etwa am doppelten Niveau des Bundesligaschnitts, Erfolge ließen die Zuschauerzahlen punktuell nach oben schnellen.
Das Publikumsinteresse stieg dann mit Saison 2003/04 schlagartig an und verdoppelte sich in einer Saison, um in der folgenden Saison noch einmal um 2000 Zuschauer zuzulegen. Der weitere Verlauf ist langsam steigend.

Betrachtet man im Vergleich die Zahlen der Bundesliga, kann man insgesamt feststellen, dass sich die Zuschauerzahlen österreichweit seit 1990/91 bis zu einem Maximum von 9.284 Zuschauern pro Spiel steigerten und seither langsam zurückgehen.

Im Zeitraum von 1990/91 bis heute haben sich die Zuschauerzahlen in der Liga etwa verdoppelt aber bei Rapid fast verdreifacht (BL von 3.306 auf 7.128, Rapid von 5.622 auf 16.547).

Die insgesamt sinkende Zuschauerzahl der großen Mitbewerber RB, FAK und Sturm haben zur Folge, dass in den letzten Jahren auch die Zuschauerzahlen der Rapid-Auswärtsspiele wieder sinken.

Die Entwicklung der Zuschauerzahlen ist insgesamt sehr günstig und man kann hoffen, dass mit dem Ausbau des Hanappi-Stadions sich dieser positive Trend fortsetzen wird. Die Trendlinie aus den Datenpunkten der Zuschauerzahlen für Heimspiele zeigt das deutlich an.

Schlussfolgerungen

Gewisse Trends liegen in der Zeit, wie eben zum Beispiel der allgemeine Zuschauertrend in der Bundesliga, nationale und internationale Erfolge, Präsenz in den Medien, steigendes Angebot an Freizeit; all das trägt zur Steigerung der Zuschauerzahlen bei.
Immerhin haben aber auch die Mitbewerber nationale und internationale Erfolge, dennoch ist bei Rapid der Aufwärtstrend deutlicher zu beobachten. Bleibt daher die Frage, warum wir diese Entwicklung beobachten können.
Es fehlt noch die Erklärung eines kleinen blauen Pfeils links unten im Diagramm.
Dieser Pfeil markiert den Einstieg von Andy Marek bei Rapid. Niemand kann uns sagen, wo Rapid ohne diesen kleinen blauen Pfeil heute stünde aber als Interpret dieser Zahlen erlaube ich mir zu behaupten, dass zumindest dieses mehr an Zuspruch, das eben Rapid von den Mitbewerbern unterscheidet, die Handschrift von Andy Marek trägt.


Mittwoch, 6. Juni 2012

Warum früher mehr Tore geschossen wurden

Während Rapid bis etwa 1960 im Mittel noch etwa 3.5 Tore pro Spiel erzielt hat, sind es danach nur mehr etwa 2 Tore pro Spiel. In den beiden abgelaufenen Saisonen waren es gar nur 1.6 Tore pro Spiel.

Für die Anzahl der geschossenen Tore im Fußball wird man wohl in erster Linie das Regelwerk und die taktische Einstellung zum Spiel verantwortlich machen und natürlich auch der Umstand, dass man das Spiel immer besser versteht und daher es auch versteht, wie man Tore des Gegners verhindert; das Verhindern scheint besser zu gelingen als sein Gegenteil, das Erzielen der Tore,

Dass es in der Frühzeit des Fußballs mehr Tore zu sehen gab, lag zu einem Teil an der damaligen extrem offensiven Formation mit fünf und mehr Stürmern und nur zwei Verteidigern. Dem steht gegenüber, dass der Tormann bis 1903 den Ball auch außerhalb des Strafraums mit der Hand berühren durfte und dass bis 1924 eine restriktivere Abseitsregel galt, bei der bei Ballabgabe drei gegnerische Spieler zwischen dem ersten Stürmer und der Torlinie sein mussten. Insgesamt dürfte aber die extrem offensiv ausgerichtete Spielweise dominiert haben.

Wahrscheinlich war die damalige Abseitsregel schwer zu erkennen und vielleicht war schon damals der Wunsch nach mehr Toren eines der Motive, dass man 1924 die Abseitsregel in die heutige Form gebracht hat, dass eben zwei statt drei Spieler zwischen dem Stürmer und der Torlinie sein müssen.

Auch die Einführung der Drei-Punkte-Regel hatte als Motiv, die Anzahl der geschossenen Tore und damit die Siege zu begünstigen, weil man gedacht hat, dass der höhere Gewinn von drei Punkten die Mannschaften mehr motivieren würden "auf Sieg" zu spielen. In Wahrheit war aber das genaue Gegenteil der Fall, denn die Verteidigung rückte in den Vordergrund und man spielte auf "nur ned verlian", mit dem italienischen "catenaccio" mit bis zu 5 Verteidigern als Krönung. Die Anzahl der geschossenen Tore ist seit diesem Zeitpunkt weiter gesunken.

Es gibt aber noch einen weiteren sehr interessanten Grund, warum man früher mehr Tore geschossen haben muss, auch wenn man sich alle anderen Einflussgrößen wegdenkt und zwar die Körpergröße der Menschen. Alle geometrischen Parameter des Fußballspiels rund um das Tor stammen aus den Erfahrungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Und damals waren die Menschen um genau 10 cm kleiner als heute. Siehe "Körpergröße".

Wenn man jetzt noch die heutige besondere Selektion der Torleute und Verteidiger hinsichtlich ihrer Größe betrachtet, dann ergibt das schon einen beachtlichen Vorteil einer modernen Verteidigung im Vergleich mit ihren historischen Vorgängern.

Wenn wir moderne Wohnungen betrachten, erleben wir ein ähnliches Phänomen: Raumhöhen, Türhöhen, Höhen der Arbeitsflächen in Küchen, Länge der Betten stammen noch aus früheren Zeiten und immer weniger scheinen sie unseren Körpermaßen zu entsprechen, immer mehr kann man Einrichtungsgegenstände zunehmend in größeren Abmaßen bekommen.

Diesem Umstand könnte auch der Fußball berücksichtigen und die Höhe der Tore um 10cm und ihre Breite um 20 cm vergrößern.

Allerdings kann man einwenden, dass man auch um 1900 als Torleute entsprechend ausgewählt hat und bei dieser Auswahl spielt die mittlere Größe der Menschen keine Rolle, denn auch 1900 gab es große Sportler, nur eben weniger als heute. Das wieder könnte man durch Vergleich der durchschnittlichen Größe der Spieler überprüfen - sofern man dazu über ausreichendes Datenmaterial verfügt.

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