Sonntag, 29. Juli 2012

Wir haben solche Spiele schon verloren

Wir sind wieder in Wiener Neustadt!
Ob das ein Häuslbauer bauen dürfte, frage ich mich bei diesem sonderbaren Gestell.
Peinliches Vorprogramm

Der Fußbllplatz, kurz vor Spielbeginn
Der Einmarsch der Mannschaften, ziemlich martialisch
Jetzt geht's los!
Druckvoller Beginn, ein Gegner, der kaum aus der eigenen Hälfte kommt, gute, aber nicht verwertete Chancen. 80% Ballbesitz, der sich aber nicht im Ergebnis widerspiegelt. Nach zwanzig Minuten kommt der Gegner mehr ins Spiel und der Pausenstand 0:0 lässt schon ahnen, dass das keine "g'mahde Wiesn" ist in Wiener Neustadt.
Nach der Pause muss ein Cornertrick herhalten, um den Gegner zu überraschen. Zu viele Stationen sind es, niemand weiß, dass die eigentliche Gefahr vom freistehenden Sonnleitner ausgeht. Corner von links, Hofmann spielt kurz zu Drazan, präzise Flanke über den ganzen Torraum zu Trimmel und der passt per Kopfballverlängerung zum freistehenden Sonnleitner, Tor.
Weitere gute Chancen zu einer Absicherung des Ergebnisses vergeben Grozurek (Stopfehler im Strafraum, Ball springt wieder einmal zu weit vom Fuß) und Hofmann (Ball aus  aussichtsreicher Position meterweit übers Tor. 
Die Schlussoffensive der dezimierten Neustädter bringt nichts ein. Der Ballbesitz sinkt auf etwa 70%.
Was mir niemand beantworten kann, ist die Wirksamkeit der ersten gelben Karte an Kulovits. Vermutlich wurde sie durch eine Intervention eines Linienrichters zurückgezogen. Aus unserer Sicht hätte nämlich Kulovits zwei gelbe Karten bekommen. 
Wie viele solcher Spiele wurden in der abgelaufenen Saison remisiert oder gar noch verloren. "A bisserl a Glück" braucht man halt auch im Fußball - aber der Trick war gut!

Mittwoch, 25. Juli 2012

Das Ranking der Budgets und der Wettbüros

Die aktuelle Ausgabe von NEWS 29, vom 19.Juli berichtet ab Seite 50 über die Erwartungen, die in die Clubs der Bundesliga gesteckt werden.

Hier die Liste der Clubs, gereiht nach dem Budget:
Verein Budget Billigstes Ticket Teuerstes Ticket Meisterquote
tipp3
Meisterquote
Bwin Unibet
Salzburg 40.000.000 13,- 30,- 1,60 1,70 U
Austria 14.000.000 18,- 29,- 4,00 B
Rapid 11.000.000 22,- 35,- 3,50 6,00 U
Innsbruck 7,200.000 16,- 22,- 35,00
Mattersburg 6,500.000 14,- 22,- 100,00
Sturm 6.000.000 15,- 30,- 8,00 6,00 U
Wr. Neustadt 6.000.000 11,- 22,- 80,00
Wolfsberg 5,300.000 12,- 20,- 100,00
Admira 5.000.000 16,- 30,- 16,00
Ried 4,600.000 14,- 23,- 20,00 51,00 B
Die tipp3-Quoten stammen aus NEWS, die Bwin und Unibet-Spalte aus insidertipps.at.

Die Ticketpreise werden wohl stimmen, wie es mit der Richtigkeit der Budgetzahlen bestellt ist, ist nicht ganz klar, denn bei Rapid werden deutlich höhere Zahlen genannt, die jährlich aufgestellt werden müssen.

Interessant wird nun sein, ob die Reihung der Verein dem Budget oder den Einschätzungen der Wettbüros folgen wird.

Sonntag, 22. Juli 2012

Rapid, Hausmeister in St. Hanappi

Neu in der Saison 2012/13 ist, dass Rapid Pächter des Hanappi-Stadions ist und wir dürfen gespannt sein, welche Änderungen im Detail uns das bescheren wird.

Corporate Identity

Schon beim ersten Spiel ist allen aufgefallen, dass die Gastro-Mannschaften mit Rapid-Kapperln aufgekreuzt sind. Dass sich gleichzeitig die Preise nicht "erholt" haben, soll uns aber nicht vom Konsum abhalten, im Gegenteil; da wir ja jetzt wissen, dass eventuelle Erlöse dem Verein zufließen, sollten wir im Sinne eines "Mikro-Sponsoring" von Rapid unser Abendessen ins St. Hanappi verlegen, um der unerträglich gesunden und gemüselastigen Kost zu Hause zu entgehen.

Rasenpflege

Echt baff war ich aber, als ich die Rasenmannschaft in der Pause gesehen habe. Wer in England oder Deutschland zu Besuch war, weiß, dass man dort der Rasenpflege großen Wert beimisst. In England wird landesweit beim Aufwärmen sogar auf eigens aufgestellte Tore gespielt, um den Rasen beim eigentlichen Tor zu schonen.

Bei allen bisherigen Spielen war ich etwas enttäuscht, mit welcher Lieblosigkeit das Stadion-Team im Hanappi-Stadion mit dem Rasen umgegangen ist. Das "Werkzeug" war einfach der Schuh, mit dem die ausgefetzten Rasenteile eingetreten wurden.

Ab jetzt, also mit Rapid als Hausmeister, bekommt auch der Fußball-Rasen im Hanappi-Stadion jene Pflege, die er sich nach anstrengenden 45 Minuten verdient.

Einerseits sieht man ein auffälliges Corporate Design mit roten Jacken und Rapid-Logo aber zusätzlich ist jeder der Herren mit einem speziellen Rasen-Tool ausgestattet, der das Wieder-Einsetzen der fehlerhaften Rasenteile erleichtern soll.

Zum Vergleich jetzt zwei Bilder von der Stamford Bridge (Chelsea):
Ebenfalls Corporate Design und eine Gabel mit einem typisch englischen Handgriff. Mit der Gabel wird in die schadhafte Rasenstelle eingestochen, Erdreich samt Rasen aufgehoben und das fehlende Stück eingesetzt und festgetreten.

Fulminanter Saisonstart

Die größte Überraschung dieses ersten Spiels war für mich die überaus selbstbewusste Aufstellung, die an die Anfangszeiten des Fußballs erinnerte.

Während man die Innsbrucker im klassisch-defensiven 4-4-2 sieht, präsentiert sich Rapid in einem "2-2-6". Und das war nicht nur beim Ankick so, auch während des Spiels standen vor dem Tormann nur Gerson/Sonnleitner und davor Ildiz/Kulovits. Die Außenverteidiger hatten ein sehr weites Laufpensum zu absolvieren. Alle stehen an der Mittellinie, und tatsächlich beginnt Rapid mit einem Angriffsfurioso und nach vier Minuten steht es 1:0. Idealer Pass von Ildiz an Drazan, Flanke zur Mitte, Boyd!

Dass dieses Konzept belohnt wurde, zeigt das Ergebnis. 2:0 zur Pause, 4:0 Endstand. Tore: Boyd, Kulovits, Drazan, Boyd. Details zum Spiel

Die vereinigten Fangruppen des Block-West marschierten etwa zwei Stunden vor dem Spiel vom Baumgartner Casino-Park durch die Deutschodensstraße zum Stadion.
Die Spieler kamen selbstbewusst im Rapid-Bus und auch der Vater von Terrence Boyd war auf der Tribüne anwesend.

Terrence Boyd Vater von Terrence Drazan, gut gelaunt
Eine Verabschiedung, wie wir sie schon lange nicht gesehen haben, rundete den überaus erfolgreichen Tag ab.

Andy Marek 50/20

Porträt "Andy Marek" als Chaos-Mosaik gebildet aus Gesichtern von Personen aus dem Rapid-Umfeld im Zeitraum 2001 bis 2012, anlässlich seines 50. Geburtstags.
Ausschnitt aus Bild rechts. Bildkomposition aus Miniaturbildern unter Benutzung des Programms „Foto-Mosaik-Edda“ (http://www.fmedda.com) von Steffen Schirmer. Andy Marek präsentiert die Mannschaft des SK Rapid am Tag der offenen Tür, 9. Juli 2011
Detail Kappe und Rapid-Logo Detail aus der Kappe ("Gerhard Hanappi", "Rudi Flögel")
Zoombares Megapixelbild
Das Bild wurde Andy Marek am 21.7. vor dem Heimspiel im Format 45x60cm übergeben.

Miniaturbilder

Die Zahl der Miniaturbilder ist etwa 16.000 aus einem Vorrat von etwa 5.000 Bildern. Einige Bilder kommen mehrfach vor. Die Miniaturbilder stammen von Aufnahmen von Spielen und Veranstaltungen des SK Rapid im Zeitraum von 28.4.2001 bis 22.5.2012 sowie von Reproduktionen von Alben von Robert Dienst und Spielerfotos aus dem Rapid-Archiv. Herstellung: Die Bilder wurden mit Google-Picasa erfasst und die Gesichter der Personen mit der Picasa-Gesichtserkennung isoliert. Daraus ergaben sich ca. 5.600 Bilder von 171 Personen.
aktuell
Spieler und Trainer: Adthe Nuhiu (58) • Boris Prokopic (30) • Christopher Drazan (108) • Christopher Trimmel (84) • Deni Alar (13) • Dritan Baholli (28) • Guido Burgstaller (21) • Harald Pichler (26) • Ján Novota (13) • Lukas Königshofer (19) • Mario Sonnleitner (31) • Markus Heikkinen (144) • Markus Katzer (156) • Michael Schimpelsberger (28) • Muhamed Ildiz (6) • Peter Schöttel (85) • Raimund Hedl (97) • Stefan Kulovits (161) • Steffen Hofmann (296) • Thomas Hickersberger (17) • Thomas Prager (12) • Thomas Schrammel (6)
Umfeld: Augustin Verkäufer (2) • Karl Wendtner (2) • Martin Pucher (5) • Robert Dienst jun (1) • Stefan Singer (16) • Tamara Panzenböck (3)
Verein: Carsten Jancker (18) • Clemens Piber (8) • Clemens Pieber (1) • Dietmar Hoscher (17) • Domenico Jacono (41) • Edi Hübner (12) • Ivica Viskup (6) • Jürgen Hartmann (8) • Martina Mosovsky (33) • Muhamet Akagündüz (6) • Opa Gartler (2) • Peter Elsner (5) • Peter Grechtshammer (2) • Peter Klinglmüller (12) • Rudolf Edlinger (170) • Stefan Ebner (12) • Thorsten Leitgeb (23) • Werner Kuhn (56) • Wolfgang Frey (19) • Zoran Barisits (30)
Gäste: Alex Kristan (1) • Andreas Steppan (7) • Andreas Vitasek (4) • Christina Stürmer (3) • Gerold Rudle (5) • Jazz Gitti (1) • Lukas Resetarits (22) • Monika Weinzettl (1) • Roland Düringer (3) • Roman Gregory (3) • Viktor Gernot (17)
Medien: Christian Nehyba (10) • Edi Finger (3) • Martin Lang (12) • Oliver Polzer (2) • Peter Linden (2) • Rainer Pariasek (12) • Thomas Mandl (23) • Thomas Trukesits (5) • Wolfgang Winheim (20)
Politik: Christian Oxonitsch (2) • Norbert Darabos (2) • Peter Pilz (4) • Renate Brauner (3) • Ulli Sima (16)
Schiedsrichter: Schörgenhofer (3)
legende
Spieler und Trainer: Andreas Dober (115) • Andreas Herzog (8) • Andreas Ivanschitz (35) • Andreas Reisinger (6) • Antonin Panenka (3) • Axel Lawaree (4) • Branko Boskovic (68) • Christian Keglevits (5) • Christian Thonhofer (69) • Christoph Saurer (30) • Dejan Savicevic (6) • Dietmar Kühbauer (12) • Ernst Dokupil (11) • Ernst Happel (31) • Erwin Hoffer (123) • Fabiano (41) • Ferdinand Feldhofer (3) • Florian Sturm (6) • Franz Hasil (4) • Georg Harding (3) • Georg Zellhofer (11) • Gyorgy Korsos (6) • Gyuri Garics (11) • Hamdi Salihi (21) • Hannes Eder (76) • Helge Payer (254) • Herbert Feurer (8) • Heribert Weber (25) • Jan Vennegoor of Hesselink (20) • Johann Krankl (38) • Josef Hickersberger (20) • Josef Reisinger (1) • Jozef Valachovic (6) • Jörn Bjerregaard (5) • Jürgen Patocka (179) • Leopold Grausam (1) • Manfred Kohlbacher (2) • Marcin Adamski (8) • Marek Kincl (14) • Mario Konrad (18) • Mario Tokic (19) • Markus Hiden (4) • Martin Hiden (36) • Mate Bilic (27) • Milan Jovanovic (9) • Nikica Jelavic (50) • Peter Hlinka (1) • Peter Pacult (58) • Peter Stöger (11) • Peter Zajicek (10) • Radek Bejbl (2) • Ragnwald Soma (78) • Rene Gartler (48) • Rene Wagner (12) • Roman Kienast (6) • Roman Wallner (10) • Rudolf Flögel (72) • Sebastian Martinez (13) • Stefan Maierhofer (44) • Tanju Kayhan (48) • Thomas Hinum (45) • Tomas Dosek (6) • Veli Kavlak (127) • Walter Glechner (9) • Walter Skocik (10) • Yasin Pehlivan (75) • Ümit Korkmaz (47)
Verein: Ali Hörtnagl (25) • Rainer Setik (27) • Sharif Shoukry (17)
Schiedsrichter: Benkö (1) • Einwaller (2) • Steiner (1)
historisch
Spieler und Trainer: Anton Fritsch (5) • Ewald Ullmann (3) • Ferenz Puskas (1) • Franz Binder (12) • Georg Schors (1) • Gerhard Hanappi (23) • Johann Pesser (1) • Johann Riegler (23) • Josef Bican (1) • Josef Bugala (1) • Josef Molzer (1) • Josef Uridil (8) • Karl Decker (2) • Karl Giesser (2) • Karl Rappan (1) • Ludwig Tauschek (1) • Lukas Aurednik (5) • Max Merkel (24) • Peter Persidis (5) • Robert Körner (21) • Rudolf Raftl (1) • Walter Zeman (35)
Verein: Dionys Schönecker (34)
Medien: Kurt Jeschko (1)

Mittwoch, 18. Juli 2012

Terminfixierungen für Fußballspiele

Wir, die Fußballfans, sind sehr von den Termin-Entscheidungen der Bundesliga abhängig, insbesondere aber von den Nicht-Entscheidungen.
Die Abonnenten und zahlende Stadionbesucher richten ihr Leben nach diesen Terminen aus. Urlaube werden hin- und hergeschoben, nur, damit man ein bestimmtes Spiel sehen kann. Und volle Stadien, zufriedene Fans, das ist es ja, was man sich eigentlich bei der Bundesliga wünscht. Der deutliche Zuschauerrückgang der letzten Jahre wäre ja vielleicht ein Motiv, Kleinigkeiten zu verbessern, die in Summe wieder mehr Freude am Stadionbesuch aufkommen lassen könnten.

Facts

  • Heute am 18.7. sind die Spieltage der Deutschen Bundesliga bis 30.9. terminiert! (geprüft)
  • Heute am 18.7. sind die Spieltage der Premierleague bis 30.11. terminiert! (geprüft)
  • Laut einem Forumsmitglied stehen die holländischen Termine bis 16.12. fest. (ungeprüft)

Warum schaffen das die Großen und wir nicht?

Meine Antwort: Große Liga bedeutet auch größeren Druck, auch seitens der Vereine, seitens der Fans. Und dieser Druck ist für die Beteiligten - in erster Linie für die Liga – ein Auftrag, dafür zu sorgen, dass die Terminplanung den Stellenwert bekommt, den sie verdient und daher die anderen Partner, also die Fernsehanstalten zu einer besseren Termin-Kooperation (und das schon im Vertragstext) zu bewegen. 

Dass es dennoch in Einzelfällen wegen internationaler Begegnungen zu kleinen Verschiebungen kommen kann, werden alle verstehen. Obwohl das „Dogma“, dass eine am Donnerstag international spielende Mannschaft am Samstag kein Ligaspiel absolvieren „kann“, in Deutschland durchaus schon durchbrochen wurde.

Wie schaut’s aus?

Die Terminfixierungen der Bundesliga erfolgen in kleinen Häppchen (soweit ich das über Foren mitverfolgen konnte).
  • 22.6. Fixierung der ersten Runde am 21.7.
  • 29.6. Fixierung der zweiten und dritten Runde
  • 12.7. Fixierung der 4. Runde vom 12.8.
Und warum? Weil der derzeitige Vertrag zwischen Liga und den Fernsehanstalten das zulässt. Der ORF muss sein Sonntagsspiel offenbar erst vier Wochen vorher bekannt geben. Das dürfte auch für die Planung der Schiedsrichter-Teams genügen.
Es genügt aber nicht in der sonstigen Arbeitswelt, die diesen Begriff des „relativen Monats“ nicht kennt. Dort läuft alles vom ersten bis zum letzten eines Monats. Und wenigstens einen Kalendermonat im Voraus, beginnend bei der Monatsmitte des Vormonats muss man seine Dienstzeiten planen – wenigstens.

Heute, am 18. Juli kann zum Beispiel ein Koch, ein Kellner, ein U-Bahnfahrer, ein Aufseher, ein Polizist… noch einen Einfluss auf seinen Dienstplan des nächsten Monats nehmen. Aber je näher der Monatsanfang rückt, desto schwieriger und meist auch unmöglicher werden Verschiebungen von Arbeitszeiten. Der 20. Eines Monats ist ein beliebter Stichtag für solche Festlegungen.

Für diese Voraussicht brauchen die am Wochenende arbeitenden Fans ein kleines Bisschen Planungssicherheit von zumindest einem Kalendermonat im Voraus. (Hier müsste man fairerweise die Usancen größerer Arbeitgeber nachfragen, denn ich glaube, dass ein Kalendermonat für viele sogar zu wenig ist.)

Wie Ferenc Puskás schon sagte: Großes Geld, großer Fußball, kleines Geld, kleiner Fußball. Man kann diesen Spruch einfach auf die Terminplanung umlegen: wie die Terminplanung, so die Qualität des Fußballs – und wie die obigen Beispiele zeigen – könnte das ganz gut hinkommen.

Wollen wir aber besseren Fußball, müssen wir an allem arbeiten, auch an der Planbarkeit für den Zuschauer.

Da ich zuversichtlich bin, dass wir alle dasselbe wollen, nämlich „großen“ Fußball, hoffe ich auch darauf, dass sich die Terminfixierung im österreichischen Profifußball ein bisschen an die internationalen Gepflogenheiten annähert. Ein ganzer Kalendermonat Vorschau (und nicht ein relativer Monat), das wär‘ schon was!

Rapids nächster Präsident

Für mich waren der Jahre der Edlinger-Präsidentschaft sehr gute Jahre für Rapid. Es wird nicht leicht sein, einen so populären Typen, der sich auch bei weniger populären Events wie Spielen der Jugend und der Amateure im Freizeitdress am Spielfeldrand einfindet und der gleichzeitig in dem gegebenen Biotop der Stadt Wien und der Bezirkspolitik Ansehen genießt. Immerhin vertritt er in seinem Namen und im Namen Rapids Menschen aller Schichten, auch solcher, die nicht zu den Kuschelweichen in der Gesellschaft zählen. Und er macht das gut, denn einfach ist das nicht und natürlich gelingt nicht alles zu aller Zufriedenheit. Der Neue wird früh genug kommen, jedenfalls bei der nächsten Generalversammlung.

Für mich ist ein Nachfolger aus dem monopolistischen Glücksspiel-Gewerbe keine vorteilhafte Wahl und zwar aus folgendem Grund:

Glücksspiel in Österreich ist (noch) ein Monopol. Das ist wie eine Liga, in der man nicht absteigen kann. Gerade in den letzten Tagen äußerte sich Präsident Stickler*) "fassungslos" über die bevorstehende Änderung des Glücksspielmonopols, weil er meint, dass dadurch die Existenz der Lotterien gefährdet sei. (Was muss das für ein Betrieb sein! Jedenfalls ist er aber überdimensioniert.) http://derstandard.at/1341845086207/Gluecksspielmonopol-Zwischen-Staatsstreich-und-Existenzbedrohung **)

Stickler & Co sind Führungskräfte, die sich zeitlebens in einem begünstigten Wirtschaftsraum ohne Konkurrenz bewegt haben - ganz im Gegensatz zu Politikern oder Führungskräften der Realwirtschaft. Die Glücksspielcrew dimensioniert die Firma gemäß dem Füllhorn der Glücksspieleinnahmen, die ihnen niemand - weil Monopol - streitig machen kann.

Ein Fußballverein hat aber neun Konkurrenten, die sich nicht nur um die zu vergebenden Punkte matchen, sondern auch um dieselben Sponsoren, um Termine beim Bürgermeister, um die Position des Vereine gegenüber der Liga und, und, und.

Ein grün-weißes Herz allein wird da nicht genügen. Entweder dieser neue Präsident bringt so etwas wie eine "Mitgift" aus seiner monopolistischen Glücksspiel-Beschäftigung mit (Hauptsponsor "Casinos Austria"), die für Rapid einen großen Wert haben kann (Warum haben wir aber diesen Sponsor nicht jetzt schon? Ganz einfach, das Standing des Präsidenten in spe ist nicht so, dass er eine solche Sponsering-Maßnahme bei den Casinos-Austria durchbringen könnte.) oder eben Erfahrung im wettbewerbsorientierten Tagesgeschäft.

Zum Teufel mit dem Namen: wenn ich gefragt würde, ob ich mich für ein generalsaniertes "Hanappi"-Stadion oder für eine auf 25.000 Zuschauer erweiterte "Casinos-Austria-Arena" entscheiden soll, dann wähle ich Zweiteres, denn wir alle nennen es ohnehin "Hanappi-Stadion", egal, was draufsteht. Wo bleiben McDonalds-Österreich oder CocaCola-Österreich mit ihrem Fußball-Engagement, immerhin sponserte CocaCola in England jahrelang die unteren Ligen. Wie wär's mit Rapid?

Wer mir als Nachfolger unseres Präsidenten gefallen würde, wäre zum Beispiel der Purkersdorfer Bürgermeister Karl Schlögl. ***)

Ich fürchte, dass unser Präsident der erste wäre, der versuchen würde, uns einen anderen Stadion-Namen und auch anderen Stadion-Standplatz zu verkaufen, allein er macht aus der Not (dass er eben keinen Bewerber für den Namen hat, oder einen, der zuwenig zahlt) eine Tugend, indem er uns bei unserer grün-weißen Seele packt und den Namen "Hanappi"-Stadion als "unverkäuflich" deklariert.

"jeder woass, dass a geld nit auf da wiesen wachst"

...gilt nicht nur für den Staat, gilt auch für Rapid.
  • Sticklers Präsidentschaft im OeFB und als EURO-Präsident war wohl das Unerfreulichste, was dem österreichischen Fußball hätte passieren können. Die Nominierung von Pepi Hickersberger, die praktisch nicht vorhandene Weiterverwendbarkeit der EURO-Investitionen (mit Ausnahme von Wals-Siezenheim) weist ihm und den sonst Beteiligten ein sehr schlechtes Zeugnis aus).
  • Rapidler scheuen zwar den Umgang mit Geldgebern und die prominentesten sind schon in "festen Händen" oder abgesprungen wie Didi Mateschitz, Frank Stronach oder Richard Trenkwalder. Aber "zwei hab' ich noch": Karl Wlaschek (Billa) und Johann Graf (Novomatic). Während Karl Wlaschek wohl altersbedingt nicht in Frage kommt, wäre Karl Graf mit seiner Novomatic-Gruppe durchaus eine Figur im Hintergrund, die mit einer "Novomatic"- oder "Admiral"-Arena das für einen Stadion-Umbau nötige Geld bereitstellen könnten, insbesondere, wenn eben das Glücksspiel-Monopol in Österreich tatsächlich fallen sollte - wie Stickler befürchtet.
  • Auch Karl Schögl ist nicht ganz frei von Berührungen mit dem Glücksspiel, denn er war bis 2011 im Aufsichtsrat der Novomatic, was aber in diesem Zusammenhang "Neuer Präsident" vielleicht gar kein Nachteil sein müsste.