Samstag, 20. April 2013

Historische Tiefs gegen den Verteilerkreis


Erinnerungen an schlechte Zeiten.
En suite verlorene Spiele gegen den Verteilerkreis:

2013-04-21 ?:?
2013-02-17 1:2
2012-10-21 0:2
2012-08-05 0:3

2005-06-01 1:3
2005-05-26 0:1
2004-03-13 0:1

1993-10-09 1:2
1993-08-11 0:3
1993-06-12 0:4
1993-04-17 1:5

1988-09-27 0:1
1988-09-03 0:3
1988-05-27 2:4
1988-04-02 2:4
1987-11-28 1:2

1980-11-19 1:3
1980-09-20 2:5
1980-06-07 2:3

1979-04-28 1:4
1979-02-24 1:2
1978-10-22 1:5

1978-03-05 0:3
1977-12-11 0:1
1977-10-04 2:3

1976-08-20 0:1
1976-08-14 2:3
1976-05-22 1:4

1962-03-10 0:2
1961-09-02 1:2
1960-04-22 1:2

1943-03-26 0:2
1943-09-12 1:2
1943-12-06 2:6

1931-04-01 0:1
1930-08-31 2:4
1930-03-02 4:8

Da es aber zwischen diesen Pleiten immer wieder eben so große und manchmal sogar größere Serien mit genau umgekehrten Vorzeichen gab, können wir sicher sein, dass es wieder aufwärts gehen wird.

Mittwoch, 17. April 2013

Rapid beseitigt Symptome aber nicht das Problem

Zwei Dinge sind es, die uns, die Anhänger von Rapid sehr nahe gehen. Einerseits sind es die schlechten Ergebnisse und anderseits die abnehmende Kampfbereitschaft, die sogar von motivierten Regionalligaclubs leicht überboten wird.

Ich biete hier für diese Phänomene ein Deutung ab. Die Entlassung des Trainers erscheint in diesem Licht  eher als ein Bauernopfer (um sich eben nicht Untätigkeit nachsagen zu lassen) als eine Bekämpfung der Ursachen, was aber tatsächlich während der laufenden Saison nicht gut möglich ist. Vielleicht wird man aber dem nächsten Trainer (und natürlich auch dem Publikum) durch eine bessere Auswahl der Spieler in der nächsten Saison das Leben ein bisschen leichter machen.

Schlechte Ergebnisse

Das Spiel von Rapid wurde in den letzte Jahren von Steffen Hofmann geprägt. Er gab der Mannschaft Sicherheit und hatte an entscheidenden Stellen des Spiels die richtigen Ideen.

Es ist aber riskant, die ganze Verantwortung auf einem Spieler aufzubauen. Das hat auch die Vereinsführung erkannt und verpflichtete in der Wintertransferzeit mit Branko Bošković einen ähnlich erfahrenen Spieler als Entlastung und Ergänzung.

Aber wenn man Pech hat, dann ordentlich, denn beide Spieler fallen im Frühjahr verletzungsbedingt aus. Seither agiert die Mannschaft mit einer vorher nicht gekannten Unsicherheit. Es mag sein, dass es auch andere, interne Gründe gibt aber solche sind uns Zuschauern nicht einsichtig. Wir sehen nur das Spiel.

Im Anhang gibt es nun eine Tabelle, die für alle Spiele der laufenden Saison zeigt, welche Ergebnisse erzielt werden wenn Steffen Hofmann spielt und wenn er nicht spielt. Das Ergebnis ist deutlich. Mit Steffen Hofmann erreicht Rapid 1.71 Punkte pro Spiel, ohne aber nur 1,01.

Dies Zahlen sind so deutlich, dass man in diesem Punkt das Trainerteam durchaus entlasten kann. Dagegen können sie einfach nichts tun.

Einen solchen Tiefpunkt gab es schon einmal, nämlich unter Georg Zellhofer und auch damals habe ich den Eindruck, musste der Trainer gehen, weil ihm der Spielmacher während seiner Trainerzeit nicht zur Verfügung stand. Am Beginn der Zellhofer-Ära, im Februar 2006 war Steffen noch in Deutschland bei 1860 München und bei seinem ersten Einsatz am 27.7.2006 verletzte sich Steffen Hofmann und fiel auch danach bis zur Ablöse von Georg Zellhofer durch Peter Pacult aus. Unter Georg Zellhofer wurden 1,09 Punkte erreicht, auch dafür ist weiter unten eine Tabelle. Das scheint ungefähr die "Schmerzgrenze" des Rapid-Vorstands zu sein, die bei der heutigen Pressekonferenz der Sportdirektor Helmut Schulte nur unklar mit "irgendwo" andeuten konnte.

Aber damals wie heute wurde ein Trainer unter seinem Wert geschlagen. Man hat das Gefühl, als würde der Vorstand unter dem Druck des Publikums handeln aber nicht nach objektivierbaren Kriterien. Was man dem Vorstand zugute halten kann ist, dass er während der laufenden Saison keine anderen Optionen hat. Reagiert der Vorstand nicht, würde man ihm Untätigkeit vorwerfen. So hat er - wieder einmal - viel Geld liegen lassen, Geld, das für die nächste Kaderplanung nicht zur Verfügung steht.

Was man aber dem Trainerteam durchaus anlasten kann, dass es ihnen nicht gelingt, einen Spielstil zu entwickeln, der diese tragende Rolle des Kapitäns auf die anderen Spieler verteilt. Vielleicht muss dabei Steffen Hofmann selbst seine eigene Rolle im Spiel neu definieren, indem er vom Spielführer zum Lehrer der Spieler avanciert und das müsste auch das Trainerteam aktiv einfordern.

Kampfgeist

Viele junge Spieler in Österreich haben das Ziel bei Rapid zu spielen. Warum? Weil sie dort die größte Öffentlichkeit haben und zu großer Popularität gelangen können. In der Regel ist das gut für beide Teile und vielleicht auch einer der Gründe für diesen "Rekordmeister", einen Titel ohne Wert.

Wenn es Spieler aber erreicht haben und schließlich bei Rapid landen, dann vergessen sie vielleicht, dass man diesem Ruf, dem sie gefolgt sind, auch entsprechen muss. Das Wort "Rekordmeister", das jeder Reporter gerne in den Mund nimmt, will immer wieder bewiesen werden. Wird es aber (derzeit) nicht.

Rapid wurde in den letzten 10 Jahren Meister, wenn es zu einer Spielerkonstellation gekommen ist, bei der einzelne gute Spieler weiter (ins Ausland) kommen wollten und gleichzeitig eine realistische Chance auf einen Meistertitel bestand und diese motivierten Spieler haben den Rest der Mannschaft in der entscheidenden Phase der Meisterschaft mitgerissen. 2004/05 waren es Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz, 2007/08 waren es Jimmy Hoffer und Stefan Maierhofer, in der folgenden Saison Nikica Jelavic.

Mir ist als positivste Erscheinung bei dem Spiel gegen Pasching Marcel Sabitzer aufgefallen, der mit mehr Mut un Entschlossenheit zur Sache ging als seine eher apathisch agierenden Kollegen. Vielleicht ist er ja noch nicht von diesem Gefühl des "Etwas erreicht zu haben" getragen und will wirklich weiter kommen. Wir müssen es für Rapid hoffen.

Dieses Phänomen, dass Menschen, die in einer Hierarchie nach oben wollen, wie das eben auch für Spieler zutrifft, dann gerne auf einer Stufe stecken bleiben, die sie überfordert, nennt man das "Peterprinzip", nachzulesen hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Peterprinzip

Aufgabe der Scouts und des Sportdirektors wäre, solche "Talente mit Obergrenze" zu erkennen. Vielleicht gibt es ja Indikatoren für das Erreichen des Niveaus, von wo aus sich der Spieler nicht mehr weiter  entwickeln kann.

Ergebnisse von Rapid in der Saison 2012/13 

Steffen Punkte
Datum Gegner spielt gesamt mit Steff ohne Steff
Punktezahl 64 48 16
Spiele 43 28 15
Ergebnis pro Spiel 1,49 1,71 1,07
15.07.2012 Heiligenkreuz S 1 3 3
21.07.2012 FCWackerInnsbruck S 1 3 3
28.07.2012 Magna S 1 3 3
02.08.2012 VojvodinaNoviSad N 1 0 0
05.08.2012 AustriaWien N 1 0 0
09.08.2012 VojvodinaNoviSad S 1 3 3
12.08.2012 RedBullSalzburg S 1 3 3
18.08.2012 SturmGraz S 1 3 3
23.08.2012 PAOKSaloniki N 1 0 0
26.08.2012 Wolfsberg N 1 0 0
30.08.2012 PAOKSaloniki S 1 3 3
02.09.2012 SVMattersburg S 1 3 3
15.09.2012 Admira U 1 1 1
20.09.2012 RosenborgTrondheim N 1 0 0
23.09.2012 SVRied S 1 3 3
26.09.2012 Allerheiligen S 1 3 3
29.09.2012 FCWackerInnsbruck S 1 3 3
04.10.2012 Metalist N 1 0 0
07.10.2012 Magna U 1 1 1
21.10.2012 AustriaWien N 0 0
25.10.2012 Bayer N 0 0
28.10.2012 RedBullSalzburg S 1 3 3
31.10.2012 SCRAltach S 3 3
03.11.2012 SturmGraz N 0 0
08.11.2012 Bayer N 0 0
11.11.2012 Wolfsberg N 0 0
17.11.2012 SVMattersburg S 3 3
22.11.2012 RosenborgTrondheim N 0 0
25.11.2012 Admira S 1 3 3
01.12.2012 SVRied S 1 3 3
06.12.2012 Metalist S 3 3
09.12.2012 FCWackerInnsbruck S 3 3
15.12.2012 Magna N 0 0
17.02.2013 AustriaWien N 1 0 0
24.02.2013 RedBullSalzburg U 1 1 1
27.02.2013 SturmGraz U 1 1 1
03.03.2013 Wolfsberg N 1 0 0
09.03.2013 SVMattersburg U 1 1 1
16.03.2013 Admira U 1 1 1
30.03.2013 SVRied N 0 0
06.04.2013 FCWackerInnsbruck U 1 1
13.04.2013 Magna S 3 3
16.04.2013 SVPasching N 0 0

Ergebnisse von Rapid mit dem Trainer Georg Zellhofer

Steffen Punkte
Datum Gegner spielt gesamt mit Steff ohne Steff
Punktezahl 25 0 25
Spiele 23 1 22
Ergebnis pro Spiel 1,09 0,00 1,14
18.02.2006 SVMattersburg S 3 3
25.02.2006 GAK N 0 0
05.03.2006 AustriaWien N 0 0
08.03.2006 AustriaLustenau S 3 3
12.03.2006 SVRied U 1 1
25.03.2006 Admira N 0 0
29.03.2006 Admira N 0 0
01.04.2006 SturmGraz U 1 1
04.04.2006 SVMattersburg N 0 0
08.04.2006 FCWackerInnsbruck S 3 3
11.04.2006 SVPasching N 0 0
15.04.2006 RedBullSalzburg N 0 0
23.04.2006 AustriaWien N 0 0
29.04.2006 GAK S 3 3
06.05.2006 SVMattersburg U 1 1
13.05.2006 SVRied S 3 3
19.07.2006 SVMattersburg N 0 0
23.07.2006 SturmGraz S 3 3
29.07.2006 SVRied N 1 0 0
06.08.2006 SCRAltach S 3 3
12.08.2006 AustriaWien U 1 1
20.08.2006 GAK N 0 0
26.08.2006 SVPasching N 0 0

Mittwoch, 10. April 2013

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Fußball hat eine große Zufallskomponente. Bayern, Manchester und Real werden auch nicht jedes Jahr Meister, obwohl dort alle Randbedingungen zu stimmen scheinen.

Der Mensch reagiert auf Niederlagen wie auf das schlechte Wetter. Es will ihm nicht in den Sinn gehen, dass acht Spiele ohne Sieg nichts Besonderes sind. Wir hatten auch einen schlechten Wetterstart in den Frühling aber es gab keinen Schuldigen, auf den man hätte zeigen können. 

Anders beim Fußball, denn dort gibt es offenbar nur Schuldige. Bei Rapid sind es: der Vorstand, die sportliche Leitung, die Spieler, einfach alle. Und daher gibt es einen Protestmarsch im Vorfeld des Spiels gegen Wiener Neustadt.

Ein bisschen erinnert die Szenerie an einen Wild-West-Film in dem die aufgebrachte Menge den oder die Schuldigen lynchen will, oder wenigstens an den Pranger stellen will. Der Mittelkreis würde sich gut dafür eignen.

Hexenverfolgungen sind auch so ein Phänomen. Sie waren eine unmittelbare Folge der Kleinen Eiszeit, die ab dem 15 Jahrhundert bei uns herrschte? Ein endlos scheinender Winter, Missernten, verzweifelte Menschen und man suchte Schuldige und fand sie. Viel von dieser Vergangenheit sitzt uns offenbar noch in den Knochen. Dazu kommt eine Portion fehlenden Mitgefühls, eine Überdosis an Egoismus, Narzismus und leider auch fehlendes Wissen rund um Wahrscheinlichkeiten und Statistik.

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Das ist die Negativ-Serie von Rapid im dritten Quartal der Meisterschaft.

Kein einziges Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied. Und wir haben alle diese Spiele und die kritischen Szenen gesehen, wie knapp diese fehlenden Tore auf einen Sieg oder auf ein Unentschieden eben nicht gefallen sind obwohl alles angerichtet war: die Chance war da, das Können durchaus auch aber gefehlt haben Zentimeter. Wären diese Chancen verwertet worden, hätten wir statt heute vier ganze achtzehn Punkte mehr und würden sogar in der Griffweite der Austria liegen.

Diese Rechnung mit dem einzigen zusätzlichen Tor pro Spiel ist keine Phantasie sondern auch eine völlig plausible Ergebnisfolge, die durchaus den gebotenen Leistungen entsprochen hätte.

Dass diese paar Zentimeter nicht zu unseren Gusten sondern zu Gunsten der jeweiligen Gegner gefallen sind, liegt völlig im Ermessen des Fußballgottes "Zufall" aber leider begünstigt durch ein völlig unangebrachtes Verhalten der Zuschauer; nicht nur der West sondern aller Tribünen.

Es gibt einen alten Ausspruch von Gerhart Hauptmann, der sinngemäß lautet, dass man jemanden, der am Boden liegt (er meinte Deutschland) aufrichten muss und ihm Mut zusprechen muss, statt ihn ständig zu demütigen. Das gilt für Kinder, für Staaten und auch für den Fußball. Meine These ist daher: wenn der Rückhalt der Zuschauer gegeben gewesen wäre, wir wären schon viel weiter. Da aber eine Stimmung herrscht, die ich vorher noch nie erlebt habe, kann die Mannschaft gar nicht anders. Es fehlen ihr zum Erfolg einige Zentimeter, die wir ihr geben könnten. Aber wir marschieren lieber.