Donnerstag, 25. Juli 2013

Ohne Vertrauen, kein Verein, keine Gesellschaft

Wie in 90minuten.at berichtet wird, drohen die Initiatoren der Mitgliederinitiative "Rapid bin ich", dem Präsidium die Entlastung zu verwehren.

Man kann sich bei diesen kämpferischen Ansagen des Eindrucks nicht erwehren, dass man sich in Vereinsfragen nicht so besonders auskennt.

So ein Verein ist eine wichtige Zelle in unserem Staat. Hier werden grundsätzliche Elemente unseres Zusammenlebens im Kleinen geübt.

Da in einem großen Kollektiv nicht alle alles machen können, werden Aufgaben an Personen delegiert, die das Vertrauen der Mitglieder genießen. Auch die Kontrollaufgaben. Diese Kontrollorgane hat man bei der letzten Generalversammlung gewählt und akzeptiert. Das ist die akzeptierte Vereinbarung.

Das von der Vereinsbehörde akzeptiertes Kontrollorgan sind im einfachsten Fall zwei von den Mitgliedern akzeptierte Rechnungsprüfer sind und im Falle von Rapid die Perfekta Treuhandgesellschaft. Wenn die Rechnungsprüfer, also die Perfekta bei der Generalversammlung die Gebarung als korrekt bestätigt, muss man das akzeptieren, was sonst.

Die Gebarung der abgelaufenen Periode wird durch die Prüftätigkeit der Rechnungsprüfer entlastet. Finden die Rechnungsprüfer Unregelmäßigkeiten, kann man drüber diskutieren, wenn aber nicht, muss man das akzeptieren, sonst ist man was anderes als ein Verein im Sinne des Vereinsgesetzes, würde ich meinen.

Ohne Vertrauen in Vereinbarungen, die wir laufend treffen, geht es nicht, funktioniert nichts, kann man nur demolieren aber nichts konstruktiv gestalten. Die Mitglieder brauchen Vertrauen zu jenen Organen, die sie selbst gewählt haben.

Das haben sie nicht. Sie vermitteln bei jeder Wortmeldung den unausgesprochenen Hintergrundtext, dass es in der Gebarung Unregelmäßigkeiten gibt und sich da jemand auf die Kosten von Rapid bereichert. Und für solche Verdächtigungen gibt es überhaupt keinen Anhaltspunkt, außer den, dass die aufgebrachten Mitglieder in wirtschaftlichen Fragen etwas unterbelichtet sind und ihre Erwartungshaltungen von irreal anmutenden Visionen "Rapid hat eine große Zukunft in Europa wenn wir nur einen anderen Vorstand haben usw." geprägt sind.

Fußball hat eben eine nicht zu leugnende religiöse Komponente, denn auch wenn viele Menschen irgendeinen fiktiven Gott beschwören (andere Menschen, andere Götter), dann wird dieser auch durch Millionenfache Wiederholung nicht wahrer, so wie der zum Stereotyp der Unzufriedenheit skandierte Slogan "Vorstand raus". Und dann? Was dann? Hat jemand darauf auch nur einen Zipfel einer Antwort, die erwähnenswert wäre?

Dienstag, 16. Juli 2013

Selbsterfüllende Prophezeiung

Ich zitiere hier aus der Denkweise von Esoterikern:

Warum ist es so wichtig an Schönes zu denken ?

Nach dem Resonanz- und auch Spiegelgesetz*) kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit das auf uns zu, was wir an Gedanken hegen und pflegen. Also bringt ständiges Denken an Währungscrashs, Wirtschaftskrise, Krankheiten und Weltuntergang …. nur Unannehmlichkeiten. Daher rasch umschwenken …
.

Das ist nun nicht nur etwas Nebuloses, wenn auch von Esoterikern nacherfunden, denn das Prinzip der "Selbsterfüllenden Prophezeiung" ist ein wohlbekanntes Prinzip, das zum grundlegenden Repertoire der Verhaltensmuster von Führungspersonal zählt. Paul Watzlawick erklärt es in seinem Werk Anleitung zum Unglücklichsein

Wenn nämlich in einem System einmal "der Wurm" drinnen ist und alle Beteiligten alles, was passiert, negativ interpretieren, dann wird es umgekehrt schwer, wieder rauszukommen. 

Ein Paradebeispiel für so eine Negativspirale ist das Verhalten der Anhänger des SK Rapid während der beiden letzten Saisonen, die in einem Prozess der Selbstzerfleischung jeden Misserfolg als ausschließlich selbst verschuldet deuten und immer gleich die eigene Mannschaft, das Trainerteam und die Vereinsführung als unfähig bezeichnen**), was die ohnehin verfahrene Situation nicht gerade erleichtert hat. Und das bezieht sich keineswegs nur auf die Blöcke Ost oder West, es hat mehr oder weniger alle Tribünen erfasst. Und das "Goldene Wiener Herz" tut sein Übriges, um diese Selbstzerfleischung munter voranzutreiben.

Umso höher ist es dem Blöcken West und Ost anzurechnen, dass sie am Beginn der aktuellen Saison diese Negativ-Spirale bewusst aufgebrochen haben und sich wieder positiv der Mannschaft zuwenden. Und das, obwohl die Randbedingungen nicht gerade die besten sind. Vernichtende Urteile im Westbahnhof-Prozess, nicht gerade erfolgversprechende Jungmannschaft, die einen schmerzhaften Lernprozess verspricht, spricht mit vielen Misserfolgen begleitet.

Diese Bereitschaft zur Unterstützung der Mannschaft wurde gleich im ersten so entscheidenden Spiel auf eine harte Probe gestellt und es war sehr erfreulich zu sehen, dass man die durchaus beachtlichen Anstrengungen der Mannschaft mit einer freundlichen Verabschiedung belohnt hat.

Wir werden sehen, ob diese sehr praktische Befolgung des Prinzips der Selbsterfüllenden Prophezeiung, welches man nunmehr ganz entgegen der bestehenden Grundstimmung anwendet, der Mannschaft in dieser Saison helfen wird. Und dieses Prinzip bedeutet, Anfeuern unserer Spieler unabhängig von allen Widrigkeiten der rauen Wirklichkeit. Und nicht nur auf West und Ost sondern auch auf Nord und Süd. 




*) Dieses "Resonanzgesetz und Spiegelgesetz" ist nicht etwas, das man im Vokabular von Psychologen oder Soziologen wiederfindet. Die Begriffe kommen aus den Bereichen der Esoterik und des Mentaltraining.

**) Ich glaube auch, dass man Rapid in Zukunft anders wird aufstellen müssen aber das nichts mit der Qualifikation der handelnden Personen zu tun.