Dienstag, 29. September 2015

EwkiL: Im Abseits

EwkiL im Abseits; abseits des Fußballs

Fr 25.9. Wiener Wiesnfest
         (Florian, Hannes, Janine, Marcel, Marcela, Peter, Raphaela)
Gösser Zelt auf der Wiener Wiesn
Sa 26.9. Münchner Oktoberfest (Florian, Marcel)
Paulaner Festzelt auf der Theresienwiese
Mo 28.9. Simpl-Revue "Bitte alle aussteigen"
         (Florian, Gerti, Hannes, Janine, Marcela, Peter, Raphaela)
Im Simpl: ?, Gerti, Marcela, Peter, Hannes, Janine, Franz, Florian

Di 29.9. Vienna Night Run (Florian, Franz)
Florian vor dem Start zum Vienna Night Run
Und jetzt doch noch ein bisschen Fußball:

Rapid-Viertelstunde vom 25. September 2015

  • Kabinengespräch der Fans
  • Stefan Schwab Wordrap
  • Stefan Schwab Interview
  • Rapidler im Familiensektor
  • Spieler signieren Fanartikel
Zur Information: alle bisherigen Sendungen der Rapidviertelstunde sind auf unserer Homepage hier zusammengefasst.

Sonntag, 27. September 2015

EwkiL: Schwechat-Rapid II

Schwechat-Rapid II

90 Zuschauer! Das nasse Wetter lockte nur wenig Unentwegte aus der warmen Wohnung. Und Christian, der es sich als Schwechater nicht hat nehmen lassen, das Spiel zu besuchen, war promt tags darauf verkühlt und es entging ihm dadurch die Auswärtsfahrt nach Ried. Heute gehts schon wieder.

Und nicht nur Christian zählte zu den Unentwegten, auch Florian und seine Hütteldorfer Jungs waren vor Ort und veranstalteten zu Spielbeginn sogar einen Konfettiregen. Sagenhaft, Konfetti in der Ostliga, ein seltener Anblick und hätte sich mehr Zuschauer verdient. Aber es gibt ja noch mehr Spiele.
Konfettiregen und echter Regen im Rudolf-Tonn-Stadion in Rannersdorf.
Die Hütteldorfer Jungs voll motiviert!

Das Spiel

Die Rapid-Seite beschreibt den Spielverlauf sehr gut. Link.

Regionalliga Ost, 9. Runde:
SV Schwechat – SK Rapid II 1:1 (0:0)
Freitag, 25. September 2015

SK Rapid II: Knoflach; Kovacec, Steiner, Wöber (K), Ehrnhofer; Hlinka, Yilmaz (65. Fila); Szanto; Bosnjak (55. Ildiz), Plank, Gashi;

SV Schwechat: Jagschitz; Svoboda, Palalic (K), Sandic, Windisch, Töpel, Weidener, Babic, Gangl, Saliji, Krombert;
Torfolge: 1:0 Windisch (63.), 1:1 Szanto (88.);

Das Ergebnis war halt nicht nach unserem Geschmack aber wenn die Mannschaft diese Leistung auch in den kommenden Spielen abrufen kann, wird sie diese Zone der Tabelle verlassen können.
Tabelle der Ostliga nach neun Runden (Quelle: weltfussball.at)
Laufend aktualisierte Tabelle von Rapid und Rapid II
Laufend aktualisierte Rundenübersicht von Rapid und Rapid II (zum Durchklicken)

Links

EwkiL: Bilder · Blog
Ostliga: Bericht · Torvideos · Video
Rapid: Bericht · Vorbericht
Weltfußball: Spielbericht

Organisation

Es gibt nur wenige Homepages, die über das aktuelle Spiel ihrer Mannschaft berichten. Rapid ist in dieser Hinsichtlich vorbildlich. Wenns auf den Homepages nichts zu lesen gibt, schaut auch niemand hin. Dabei wäre das keine Hexerei. Heutzutage kann man das mit einem Laptop schon während des Spiels erledigen.

Es gibt eine Ligazeitung "Heiße Liga Ost". Wir haben alle Spiele besucht, haben aber dieses Heft nur in Runde 1 und in Runde 8 vorgefunden. Entweder wird das Heft nur fallweise hergestellt oder das Heft erreicht nicht alle Stadien.

Bemerkenswert ist, dass man die Torvideos dieses Spiels sogar in Facebook abrufen kann.

Bemerkung

An diesem Tag gab es eine Terminkollision und das EwkiL-Team war im Prater am Wiesnfest. Eingeladen hat Hannes. Danke! Hier eine Bilderfolge aus dem Gösser-Zelt.
Gösser-Wappen am Zelteingang


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EwkiL: Ried-Rapid

Logo der Begegnung Ried-Rapid (Quelle. Facebook-Seite von Rapid)

Anreise

Ried, weite und anstrengende Fahrt, es empfiehlt sich der Bus als Transportmittel. Es gibt aber bei Rapid eine Neuerung, denn man bekommt die Buskarte nur gemeinsam mit der Eintrittskarte für den Auswärtssektor. Was für echte Fans ein Zuckerl ist, ist für Fotografen eher ein Problem und daher schied der Bus aus.

Die Beginnzeit 16:00 bietet aber die Variante, mit dem Zug fahren zu können, denn man erreicht nach Spielende noch bequem den Anschlusszug an der Westbahnstrecke in Attnang-Puchheim. Wichtig: Man sollte die Platzreservierung am Vortag ausführen. Zwei Stunden vor der Abfahrt ist zu spät.

Irgendwie fühlte ich mich auf den Spuren von Othmar, weil Florian in München beim Oktoberfest war.

10:38 ab Wien, 13:19 ab Attnang-Puchheim, die Wartezeit vertreibe ich mir mit dem Laptop, leider gibt es am hochmodernen Bahnhof von Attnang-Puchheim keine Steckdosen, auch nicht in der dortigen Bäckerei. Melde das bei der ÖBB, man hat das wohlwollend zur Kenntnis genommen. In Warteräumen gäbe es grundsätzliche keine Steckdosen. USB-Anschlüsse wären auch nicht schlecht.

14:01 an in Ried. Der Zug ist voll mit Ried- und Rapid-Fans. Der einzige, der in Ried aussteigt, bin ich. Franz, allein in Ried. Ich gehe noch einmal zurück, um die Stationstafel zu lesen. Ja, dort steht "Ried im Innkreis". Es klärt sich bald auf, dass es noch eine weitere Haltestelle gibt, die dem Stadion näher liegt und daher die Orskundigen eine Station weiterfahren. Wieder was gelernt.

Das Oktoberfest ist bereits vorbei, alles ist im Wahlkampffieber, denn morgen ist Wahltag. Meine Versicherung, ich wäre nicht von da, wird nicht akzeptiert. Ich habe die roten SPÖ-Gummibärli eingesteckt und statt einer Bratwurst im Stadion gegessen. Das Rieder Volksfest ist vorbei, das Messegelände steht voll den Fußballfans zur Verfügung.

Nach 20-minütigem Fußmarsch durch Ried komme ich zum Stadion. Die ersten sind die Rapid-Fanbusse. Sie werden in Form einer Wagenburg aufgebaut. Die Polizei legt höchsten Wert darauf, dass die Busse ohne den kleinsten Abstand eine lückenlose Mauer bilden.

Vorsichtshalber habe ich meine Kompakt-Kamera mitgenommen, weil besonders eifrige Ordner oft eigene Zugangsregeln aufstellen und die Spiegelreflexkamera ablehnen, Mein erster Weg ist zu einem Ordner, um zu erfragen, wo ich meinen Laptop deponieren könnte. Das erweist sich aber als überhaupt nicht notwendig, ich kann mit dem Laptop und mit Kamera ins Stadion. Außerdem gibt es so etwas wie ein Depot gar nicht. Also schreibe ich diese Zeilen auf meinem Sitz Nummer 37 in der fünften Reihe der Nord-Tribüne, genau auf der Mittelauflage. Das Wetter ist bedeckt, keine Sonne, ideal, denn bei Sonnenschein würde man hier gegen die Sonne schauen. Die ersten Rapid-Spieler erscheinen im Trainingsanzug.

Aufwärmphase

So, jetzt kann es losgehen mit der Aufwärmphase. Alexander Steinbichler baut schon seine Hütchen auf und bald werden die Spieler zum Aufwärmen kommen.

Gerade wird in Facebook die Startaufstellung bekanntgegeben: Rapid in Ried: Novota; Pavelic, Dibon, M. Hofmann, Stangl; Grahovac, Schwab; S. Hofmann; Schobesberger, Prosenik, Kainz. Kann man nichts dagegen sagen. Passt. Ersatz: Strebinger; Schimpelsberger, Auer, Tomi, Alar, Huspek, Jelic

Der Fanblock begrüßt die Torleute, ganz besonders aufmerksam wird der Cup-Held Richard Strebinger begrüßt.

Der Rapid-Block ist voll, das sonstige Stadion noch leer. Aber bei Spielbeginn sind dann doch alle da, 6030 Zuschauer. Der Stadionsprecher ist bemüht, aber er hört etwas zu wenig auf das Feedback des Publikums. Dass der nicht überreißt, dass bei "wo sind die Rapid-Fans?", sich keiner rührt, ist unklar. Das war letztes Mal auch so.

Eine Musikkapelle soll das Publikum erfreuen, vom Rapid-Sektor kommen eher Unmut und Pfiffe.

Ich habe einen nicht verkauften Abositz genau an der Mittellinie bekommen. Beste Sicht. Lauter Rieder rundherum, also ganz falsche Kommentare während des Spiels. Irritiert ein bisschen.

Den Spielball bringt eine Drohne
Sehr schöne Choreografie von Rapid, sehenswert. Erster Teil des Textes bei Spielbeginn, zweiter Teil am Beginn der zweiten Halbzeit.
Choreografie Teil 1: "Gestern, Heute, Morgen...
Choreografie Teil 2: "...Rapid wird immer für Furore sorgen."
Blitzlichtgewitter der Zuschauer. Ansonsten sind die gegen den Gegner gerichteten Sprechchöre beim Publikum weniger beliebt.

Spiel


Ankick.
In der Anfangsphase hat man wegen des weißen Dress von Rapid und des hohen Ballbesitzanteils den Eindruck eines "weißen Balletts"
Es beginnt mit dem bekannt druckvollen und ballsicheren Beginn; man ist noch ausgeruht und der Gegner will diese Druckphase ohne Gegentor überstehen. Es gab einige gute Chancen aus dem Spiel, die beste wohl ein Lattenpendler von Kainz, Ried kann danach nicht klären aber Prosenik schießt übermotiviert über das leere Tor. Ärgerlich.

Ried kommt dann auch ein paarmal vors Tor von Rapid aber der 9er von Ried wirkt ein bisschen verloren. Pausenstand 0:0.

Ried ist unter Gludowatz für ein 3-3-3-1 bekannt aber gegen Rapid kann man davon nichts erkennen. Es ist eher ein 5-4-1-System, betont defensiv und - wie man am Spielstand sieht - durchaus erfolgreich.

Schiedsrichter Heiß pfiff zum zweiten Mal eine Partie gegen Rapid. Durchaus in Ordnung, wenn auch die Rieder Fans der Meinung waren, alle Entscheidungen wären gegen sie gerichtet aber das war schon das Resultat der spielerischen Überlegenheit von Rapid.

In der zweiten Halbzeit kommt eher so etwas wie ein Spiel auf. Die Rapid-Verteidigung steht - wie so oft in diesem Spiel - sehr hoch. Dibon klärt unglücklich und der Rieder Stürmer kann einen Pass in den leeren Raum auf der rechten Seite spielen. Der aufrückende Flügelstürmer verfehlt aus bester Position das Tor. Das war auch die beste Chance der Rieder. Danach kommt die Phase der Wechsel. Prosenik, Kainz und Schobesberger gehen und Jelic, Huspek und Alar kommen.

Dauerdruck von Rapid

Es gibt 5 Minuten Nachspielzeit. Protest der Rieder Zuschauer, ein vorzeitige Ende wäre einen Punkt wert und bei dieser Rapid-Überlegenheit wäre das ein großer Erfolg. Aber die 5 Minuten sind OK. Es gab 2 Minuten für eine Auswechslung eines Rieders (Bahre) und 6 Auswechslungen à 0,5 Minuten ergibt 5 Minuten. OK.

Nicht zum ersten Mal bewahrheitet sich der an sich banale Spruch von Sepp Herberger: "Ein Spiel dauert 90 Minuten". Heute wäre zu ergänzen "plus Nachspielzeit".

Ein sehr gut geschossener Corner von Steffen von der linken Seite kann von Ried wieder nur zu einem Corner geklärt werden und der folgende Corner von Deni Alar von rechts führt zum Siegestor von Matej Jelic per Kopf. Grenzenloser Jubel der Mannschaft. Glücklicher Sieg aber insgesamt verdient.

Das Tor zum 1:0 durch Matej Jelic

Allzu ungehalten waren die Rieder Fans ob der Niederlage nicht, zu klar war die Überlegenheit von Rapid. Man hat mir durchaus freundlich zum Sieg gratuliert.

Die von Barisic im Vorfeld befürchtete harte Gangart der Rieder fand nicht statt.

Dieser Treffer von Jelic könnte einen Umschwung in der Rangordnung der Stürmer mit sich bringen, denn Prosenik hat in den letzten Spielen ziemlich viele Einsatzminuten bekommen ohne aber merklich gefährlich zu werden, konnte - wenn er in Ballbesitz war - nur wenig Akzente setzen und hatte viele Ballverluste. Jelic dagegen hatte im Cup-Spiel gegen Amstetten einen Stangenschuss und eine weitere Top-Chance und erzielte heute auch noch ein extrem wichtiges Tor in nur kurzer Einsatzzeit.

Heimfahrt

Bei der Heimfahrt habe ich die günstiger gelegene Haltestelle "Ried-Bad" gewählt und warte jetzt im Kreise von 20 bahnreisenden Rapidlern auf den Zug aus Schärding. In Attnang-Puchheim gehts dann mit der Westbahn um 20:35 zurück nach Wien.
Triebwagenzug auf der Strecke Attnang-Puchheim - Schärding bei der Station Ried Bad.
Interessant ist die durch die Telebrennweite stark hervorgehibene geländebedingte Schienenkrümmung.
Der Sieg war sehr wichtig, denn auch die Verfolger Austria und RedBull haben gepunktet. Nach dem Auslandsabenteuer am Donnerstag kommt schon die nächste Herausforderung, das Spiel gegen RedBull am nächsten Sonntag.

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Freitag, 25. September 2015

EwkiL: Othmar Huyer

Unsere Zeit mit Othmar

Othmar Huyer, Bilder zwischen 2010 und 2015
Othmar Huyer, Bilder zwischen 2010 und 2015
Bedenkt bei dieser Erzählung, dass man sich in dieser Ecke des Stadions oft nicht wirklich persönlich kennt. Es gibt keine Treffen über den Stadionbesuch hinaus. Das Wissen um die Eigenheiten des jeweils anderen stammt von einer jahrelangen gegenseitigen Beobachtung, von kleinen Gesprächen, von Begegnungen bei Rapid. Wenn ich es mir so recht überlege, kannte ich Othmar sehr wenig aber doch viel mehr als alle anderen in meiner Sitzumgebung, einfach wegen seiner ausdrucksstarken Persönlichkeit, seiner Unbeirrbarkeit - besonders wenn es um Fußball - nein - wenn es um Rapid ging. Es ging nur um Rapid; die anderen Mannschaften interessierten ihn nicht.

Alle hier gezeigten Bilder entstanden rein zufällig, mit Ausnahme der Runde der Fußballspezialisten des Abgangs 4.

Dass ich Euch darüber berichten kann liegt daran, dass ich einer der wenigen gewesen sein dürfte, der Othmars Telefonnummer hatte. Aber der Reihe nach.

Unser Wohnzimmer

Seit der Saison 2006/07 saßen wir hinter Othmar Huyer. Wir das sind Marcel oder Ferdinand, Silvia (bis 2013), Florian, Franz und Milada (bis 2013). Das war ungefähr der Ausblick aus unserem Wohnzimmer:

Blick aus Reihe 20 beim Abgang 4 der Südtribüne am 6. Mai 2012 beim Spiel gegen RedBull (0:1)
So war die Ansicht vom Spielfeldrand:
Abgang 4, vom Spielfeldrand gesehen, Othmars Sitzplatz ist markiert.
Und hier war unsere "Couch". Es ist das einzige Bild, an dem man Othmars Sitz erkennen kann. Man sieht auch, dass Florian ziemlich an dem Vordersitz aneckt. Siehe später. Es ist bezeichnend, dass er nicht am Bild zu sehen ist. Zu diesem Zeitpunkt vor Spielbeginn fand man ihn immer im Kreis seiner Fußballschüler.

Florian, Silvia, Marcel in der 20. Reihe. Othmars Platz ist markiert.

Unsere Erlebnisse mit Othmar

In der Saison 2007/08 wurden wir sesshaft und zogen nicht mehr zwischen den Sektoren im Stadion herum. Unsere neue Heimat war die Süd-Tribüne unterer Rang, Abgang 4, Reihe 20. Eine ganz besondere Reihe, denn hinter uns war ein kleines Mäuerl als Abgrenzung zum Buffetbereich. Dort stand die Stehplatzrunde. Sie hatten zwar alle eine Sitzplatzkarte, bevorzugten aber den Stehplatz gleich hinter uns.

Dieses Betonmäuerl war ein Konstruktionsfehler. Es war ungefähr 12 cm dick und genau um diese 12 cm war die Sitztiefe unserer Reihe geringer als bei allen anderen Reihen vor uns. Othmar saß genau vor Florian und Florian wuchs in diesen Jahren noch um ein gutes Stück und daher waren seine Beine oft in Konflikt mit Othmars Rücken.

Wir sind mitten in einer Zone gelandet, wo Fußballwissen durch jahrzehntelangen Besuch in Fußballstadien erworben wurde. 
Fußballakademie: "Dozent" Othmar im Kreis seiner Hörer,
vor dem Spiel Rapid-Sturm (2:2) am 20.10.2013)
Wir dagegen waren Neulinge, die zufällig in diese Fußball-Hochschule hineingeworfen worden sind.

Vor uns, in der Reihe 19 hatte Othmar seinen Sitzplatz auf Platz 62, genau vor Florian. Vor Othmar saßen "die Gärtner" (über die in diesem Blog schon berichtet wurde) sowie Franz und Stefan (Vater und Sohn); links von ihm saßen Thomas und Elvis; rechts der "grüne Franz" aus Purgstall und Walter mit seinem Sohn. Wir saßen hinter ihm, gemeinsam mit Hannes und Marcela.

Wir waren für ihn damals, 2007 noch keine Gesprächspartner. Er war ein Fußballdozent mit klaren Vorstellungen, wie Fußball zu sein hat und er sprach nur für jenes Publikum, das auch auf eine ähnliche Erfahrung zurückgreifen konnte. 

Diszipliniert, sportlich, asketisch

Othmar hatte die Erfahrung von sechs Jahrzehnten Fußballplatz, geprägt wohl durch die 1960er Jahre, denn er erschien immer in neutraler Bekleidung, ohne Rapid-Dekor. Meist schwarz gekleidet, mit einer Lederjacke. Das wars. Er gab seine Individualität nicht einmal für Rapid auf. Er war immer er, nicht einer von Tausenden Grün-Weiß-gekleideten. Er war nicht Fan von etwas, er war es selbst; er war Teil von Rapid.  Wenn verloren wurde, dann hat nicht die Mannschaft verloren, dann hat er verloren.

Er lebte Rapid wie kein anderer. Er besuchte alle Heimspiele, viele Auswärtsspiele und auch alle Spiele der Amateure. Niemals mit einem Bus, immer allein, mit dem Auto oder mit der Bahn. Wir haben ihn auf allen Fußballplätzen des Landes getroffen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass Othmar etwas vom Kiosk gegessen oder getrunken hätte. Darum gings ihm nicht. Es ging nur um das Spiel. Er fehlte nie, war immer schon lange vor Spielbeginn in "der Gegend" rund um den Abgang 4,

Er lebte ausgesprochen gesund. Am Horr-Platz erzählte er uns einmal, dass er von Ottakring zu Fuß nach Favoriten gekommen wäre. Er war auch ein passionierter Radfahrer, wie wir bei einer Veranstaltung feststellen konnten.

Aber es dauerte lange, bis wir sein Vertrauen gewinnen konnten. In der Zeit unserer ersten Saison auf der Süd begann ich mich systematisch mit Fußball zu beschäftigen und baute langsam ein Wissen auf, das er bereits im kleinen Finger hatte. Bei diesen archäologischen Fußball-Studien sind mir zwei Rapid-Spieler mit dem Namen Huyer aufgefallen:
  • Andreas Huyer, Stürmer, 1988-89
  • Ludwig Huyer, Tormann, 1960-63
Diese Namensgleichheit gaben mir einen Anlass, mit dem Fußball-Dozenten Othmar ins Gespräch zu kommen. Othmar kannte diese beiden Fußball-Huyers zwar, sie zählten aber nicht zu seinen Verwandten. Leider kein Anknüpfungspunkt.

In den ersten Jahren unserer Bekanntschaft, war Othmar sehr distanziert, wie waren "per-Sie". Er war auch nicht wegen seiner Nachbarn am Fußballplatz sondern wegen dem Spiel. Alle anderen schienen seine Beziehung zu Rapid eher zu stören, so als wollten sie ihm davon etwas wegnehmen.

Dann kam auch noch meine Tante Milada ins Spiel. Man muss sich vorstellen, dass die heute 88-jährige in den 50er-Jahren als junge Frau mit ihrem Mann, meinem Onkel die Pfarrwiese besucht hat. Sie waren damals Fans von ihrem Schulkollegen Walter Zeman. Florian und ich haben damals beschlossen, ihr einen frei werdenden Aboplatz zu schenken. Sie ist dann bis 2013 auf jedes Spiel mitgegangen, seither kann sie aber wegen einer Venenerkrankung die Wohnung nicht mehr verlassen. Meine Tante ist ziemlich emotional und wenig konstruktiv. Entsprechend waren ihre Bemerkungen. Sie gehörte zu uns und ihre lautstarken Kommentare färbten etwas negativ auf uns ab. Auch eher ein fußballerisches Minus - aus Othmars Sicht.

Othmar besuchte aber nicht nur die Spiele, er besuchte - so wie wir - auch alle anderen Veranstaltungen. Die Tage der offenen Tür, die Mitgliederversammlungen und die Weihnachtsfeiern.

Endlich wieder Fußball

An einem dieser "Tage der offenen Tür", es war vielleicht 2011, kam Othmar nach der langen fußballlosen Zeit vor dem Rapid-Dorf auf uns zu. Er war so erfreut, uns zu sehen, begrüßte Florian ganz herzlich, wie ich das vorher nie erlebt habe. Wir sind uns deutlich näher gekommen. Man konnte geradezu spüren, dass uns allen dieses Element des Fußballs seit dem Saisonende stark abgegangen ist und er dieses Wiedersehen zum Ausdruck brachte, "endlich wieder Fußball".

Er kannte sie alle

Während ich versuchte, das eine oder andere Bild von unseren Idolen zu erhaschen, war Othmar mit ihnen persönlich bekannt, wie kein anderer, denn das eben macht es aus, wenn man ein ganzes Leben mit den Grün-Weißen verbringt.

Wie man auf dem folgenden Bild sieht, war er immer sportlich unterwegs. Er kam mit seinem High-Tech-Rad zur Eröffnung der Walter-Zeman-Gasse und wurde von seinen Rapidlern herzlich begrüßt.


Othmar Huyer, Michael Konsel, Rudolf Edlinger.
Othmar erklärt seine Video-Kamera.
Nach der Eröffnungsfeier für die Walter-Zeman-Gasse am 16. April 2010 in der Donaustadt
Othmar Huyer, Andy Marek, Alfred Körner (verdeckt), Leopold GerhardtNach der Eröffnungsfeier für die Walter-Zeman-Gasse am 16. April 2010 in der Donaustadt
Andy Marek und Othmar Huyer beim 2. Rapidlauf am 1. Juni 2013

Wir Soziologen

Amateurfotografen sind von den Choreografien des BlockWest fasziniert und mein wichtigstes Foto zu Spielbeginn ist natürlich immer jenes vom Fanblock. 

Als "Einsamer Wolf" stand Othmar aber in Opposition zu den Fangruppierungen des Block-West. Es war einfach nicht sein Verständnis von Fußball. Er erlebte Fußball nicht als Teil einer Gruppierung. Ich hatte den Eindruck, als würde das Spiel allein für ihn stattfinden. 

Othmar sah die Fangruppierungen als Ur-Sozialist sehr kritisch, nämlich als überwiegend Rechts-orientiert. Meine eigenen punktuellen Kontakte zum BlockWest waren da nicht so eindeutig. Viel zu viele Fans wie Du und ich waren da dabei, als dass man sie pauschaliert irgendwie abstempeln könnte. 

In diesem Punkt waren wir nicht einig, denn was wäre Rapid ohne diesen tollen Support! Othmar aber lebte aber eher den Fußball, den er in seiner Jugend kennengelernt hat.

Othmar, ein Technik-Freak

Was uns aber sehr verbunden hat, war, dass wir weitgehend dieselben Veranstaltungen besucht haben. Nicht gemeinsam, jeder für sich allein. Und die gemeinsame Zuneigung zur technischen Innovation.

Episode I

Florian und ich beobachteten seit Jahren, dass Othmar bei den Mitgliederversammlungen, damals im Parkhotel Schönbrunn, immer unter den ersten beim Eingang war. Zuerst waren wir verwundert, denn man konnte eigentlich überall im Saal gut sehen. Dann ist uns aber aufgefallen, dass Othmar eine Video-Ausrüstung aufbaute und die ganze Veranstaltung mitgefilmt hat. Und daher benötigte er einen Platz möglichst nahe bei der Bühne. Eine vieljährige "lange Leitung" muss man haben, denn aufgefallen ist uns das erst bei der Versammlung am, 3. Februar 2011.
Othmar in seiner Paraderolle als Video-Freak
bei der Mitgliederversammlung am 3. Februar 2011 im Schloss Baumgarten.
Diese Videos hat Othmar nachbearbeitet und dem Verein zur Weiterverteilung und Archivierung zur Verfügung gestellt. Erst danach, als professionelle Filmteams diese Arbeiten übernommen haben, wurde er in dieser Rolle abgelöst.

Episode II

Florian und ich verwendeten immer eine ähnliche Handy-Type, einfach damit man sich besser aushelfen kann, wenn es einmal ein Problem gibt. im September 2013 wurde bei der IFA in Berlin das SONY XPERIA Z1 vorgestellt und wie Technik-Verrückte halt so sind, haben wir beschlossen auf diese Type umzusteigen. Florian hatte ein weißes, ich ein schwarzes. 

Natürlich testet man die Neuerwerbung auch im Stadion. Othmar sah unsere Handies, griff in die Tasche und zückt - ein SONY Xperia Z1. Eine unglaubliche Parallelität der Gedanken, denn das Gerät war wirklich frisch am Markt erschienen. Daraus sieht man, dass auch er eine große Freude an moderner Elektronik hatte. 

Wir sind in seiner Achtung gestiegen, denn es ging hier nicht nur einfach um Geschmack, sondern auch um das Erkennen, welches der aktuellen Geräte tatsächlich die meisten Vorteile bietet.

"...lauter Ostbahn-Kicker" - "Wir haben kein Mittelfeld." - "Er (der Trainer)  haut den Besten ausse." - "Kulo der Marathonläufer." -  "Das Spiel ohne Ball ist wichtig" -  "was willst mit dem Alibi-Kicker"

Wer mit diesen Worten etwas anfangen kann, der kannte ihn, unseren Othmar. Einerseits das mensch-gewordene Rapid, gleichzeitig ein unerbittlicher Perfektionist, der Mittelmaß nicht akzeptieren wollte, nicht für seine Mannschaft. Er war mit keinem der Trainer zufrieden, die wir mit ihm gemeinsam erlebt haben.

Othmar war ein (Zweck-)pessimist

Kaum erschien ein gegnerischer Stürmer vor dem Tor, kaum gab es einen Einwurf für den Gegner, schien ihm das Spiel schon verloren - jedenfalls hörten wir das von ihm. Schwer zu unterscheiden, ob seine Sorge echt war oder ob er sich dann nur um so mehr freute, wenn seine pessimistische Vorahnung doch nicht zugetroffen ist.

Grenzenloser Jubel

Aber bei jedem Tor für Rapid war das alles vergessen. Er jubelte mit uns, und in im Laufe der Jahre wurde es zum Ritual, dass er sich umdrehte und mit uns, den früheren Fußball-Neulingen abklatschte. Das war keineswegs immer so. Diesen Status zu erreichen, das wussten wir zu schätzen. Er hat eben gesehen, dass wir ganz ähnlich wie er, dieses "Rapid" leben und nicht nur bei irgendwelchen Highlights dabei sind. Ich glaube das war es, was uns seine Anerkennung verschaffte.

Der Anfang vom Ende

Es war in der letzten Saison im Hanappi-Stadion. Bei den beiden ersten Spielen der Frühjahrssaison 2013/14 gegen die Austria 3:1 (9.2.2014) und gegen gegen Grödig 0:0 (22.2.) war Othmar nicht auf seinem Platz. Niemand hatte seine Telefonnummer, niemand kannte seine Adresse. "Ottakring" war alles, was ich über ihn wusste und auch nur deshalb, weil er uns das einst im Horr-Stadion erzählte. Wir waren besorgt, und ich rief beim Krankenanstaltenverbund an, mit der Bitte zu prüfen, ob Othmar vielleicht im Spital eingeliefert worden wäre. Und tatsächlich meldete sich Othmar nach einigen Tagen telefonisch und berichtete deprimiert über eine aggressive Krebserkrankung, die zunächst operativ behandelt wurde. Dieses Erlebnis war auch der Grund, warum ich seine Telefonnummer kannte.

Aber es dauerte nicht lange und er kam wieder wie früher. Die Last der Erkrankung war ihm aber anzusehen. 

Es ließ sich nichts anmerken, vor allem, er ließ nichts aus, kein Spiel von Rapid und (nunmehr) Rapid II. Hier ein Bild vom 17.10.2014 als wir gemeinsam auf der Hohen Warte waren.

Hannes und Othmar, auch im Hanappi-Stadion Sitznachbarn,
beim Spiel Vienna-Rapid II (2:1) vom 17. Oktober 2014 
Hier das letzte Bild aus dem Horr-Stadion mit Florian:
Florian und Othmar beim Spiel Austria-Rapid (2:1) vom 8. März 2015
Dann kam die Zeit der Chemotherapien. Wer aber gemeint hätte, das ginge zu Lasten des Fußballs, der hat sich geirrt. Mit Perücke bewaffnet besuchte er nach wie vor jedes Spiel - sofern das die Behandlungen zugelassen haben - auch die von Rapid II am Elektra-Platz.

Die letzte Saison

Wir begegneten Othmar noch am 1. August bei unserer Auswärtsfahrt nach Salzburg im "Johann", dem dortigen Bahnhofsrestaurant, denn er benutzte - wie wir - die Bahnverbindung nach Wien. um zu den Spielen zu kommen. Aber er war in Begleitung. Seine Frau Magdalena war mitgekommen, um ihm bei Bedarf behilflich sein zu können.
Auch am 16. August in Graz war er dabei und wieder nahmen wir denselben Zug für die Rückfahrt.

Das letzte Spiel

Man muss vorausschicken, dass es für Othmar keine "After-Party" gab. Meist verließ er schon einige Minuten vor Spielende das Stadion, um die Vorortelinie nach Ottakring zu erreichen. Manchmal versäumte er dadurch sogar noch unseren Siegestreffer.

Nicht so am 29. August 2015, beim Heimspiel gegen Mattersburg. Unsere Gruppe war beim Würstelstand und er kam zu uns. Das war ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten. Er kam nicht, um mit uns ein Bier zu trinken, dazu war er zu sehr vom Fußball gefangen, das hat er auch früher nie gemacht. Wahrscheinlich wollte er uns mehr sagen aber er drückte es über das Fußballerische aus. Er hat versucht uns "den Wurm" zu erklären, der in der Mannschaft steckt. Er wollte einfach ein perfektes Team. Es war sein letztes Spiel.

Diese Unbeugsamkeit, dieses Durchhalten bis zur letzten Minute, dieses sich auch dem stärksten Gegner zu widersetzen, sind das nicht die Tugenden die wir von den Rapid -Spielern erwarten? Othmar besuchte die Spiele nicht nur, er lebte diesen Rapid-Geist selbst; bis zuletzt. Er war auch in der letzten Viertelstunde nicht unterzukriegen!

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Als das Handy läutete und am Display "Othmar Huyer" erschien, sich dann aber seine Frau Magdalena meldete, war alles klar.



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Andreas, Franz und Hannes begleiteten Othmar auf seinem letzten Weg am am Friedhof Sievering, Donnerstag, 1. Oktober um 13:00.


Abschied von Othmar (Bilder Franz, Hannes)

Rapid war mit einem großen grün-weißen Kranz vertreten. Leider konnte von Rapid niemand dabei sein, weil an diesem Tag das Auswärtsspiel in Minsk war. 

Da es das erste Mal war, dass ich einen meiner Fußballkollegen nicht mehr sehen werde, erinnerte ich mich an eine Fahrt 2009 nach London. Florian und ich besuchten das Stadion von Westham und fanden beim Eingang eine Gedenkstätte für die verstorbenen Anhänger.
Gedenkstätte am Eingang zum Stadion von Westham.
Eine Kapelle haben wir ja schon im neuen Stadion, wie wär's mit einer Rapid-Gedenkstätte?



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Donnerstag, 24. September 2015

EwkiL: Schiedsrichter

Podiumsdiskussion über das Schiedsrichterwesen

Ankündigung der Diskussion im Foyer
Christoph Schröder, früherer Schiedsrichter in Amateurligen in Hessen, las aus seinem Buch "Ich pfeife!" einige besonders markante Stellen. Sehr eindrucksvoll die Beschreibung jener Sekunden nach einer Entscheidung, in denen sich der Pfiff als eine Fehlentscheidung herausstellt aber der Pfiff nicht mehr zurückgenommen werden kann (aus dem Kapitel über Fehlentscheidungen).

Das Motto des Buchs: "Bierbank und Bratwurst statt VIP-Lounge und Prosecco"

Die Kapitel des Buchs: Aufstehen - Tasche packen - Platzbegehung - Warmlaufen - Anpfiff - Halbzeitpause - Die zweite Halbzeit - Spielanalyse - Die dritte Halbzeit - Schlaf finden - Der Morgen danach - Epilog
Christoph Schröder, Alexander Juraske und Fritz Stuchlik bei der Podiumsdiskussion in der Hauptbibliothek
Nach diesen kurzen Episoden gab es ein Interview geleitet von Alexander Juraske, bei dem abwechselnd der Autor und Fritz Stuchlik (langjähriger Mitarbeiter beim ÖFB) zu den Fragen Stellung bezogen haben. Fritz Stuchlik begann in der Zeit als noch Ernst Happel Teamchef war (1992) und er schilderte die unnachahmliche Art des Happel, mit der er ihn, den jungen Schiedsrichter darauf hinwies, dass er sich Respekt zu verschaffen hatte und dass das in einem Team am einfachsten wäre, wenn es sich dazu den jeweiligen Leithammel (das "Alpha-Tier") vornimmt.

Auch auf das Bewertungssystem der Schiedsrichter wurde eingegangen, die Spielbeobachter und die Torrichter-Assistenten.

Das "Fingerspitzengefühl", das nach Meinung der Journalisten oft bei den Schiedsrichtern fehle, ist ein Begriff, den Schiedsrichter gar nicht gerne hören, denn es bedeutet genau genommen, dass klar definierte Regeln dem Anlass angepasst "gebogen" werden würden. Es kommt daher immer wieder zu Entscheidungen, bei denen Schiedsrichter danach großer Kritik ausgesetzt sind, sie aber genau entsprechend dem Regelwerk gehandelt haben und auch keine Alternative dazu hatten. Beispiel: ein langzeitverletzter Spieler einer Mannschaft erzielt das Siegestor, zieht sich das Trikot aus auf springt auf den Zaun der Fankurve. Das gibt zwei gelbe Karten (Trikot+Zaun, deutsches Regelwerk), somit Rot und damit Platzverweis. Eine Entscheidung mit großen medialen Nachwirkungen aber dennoch war es eine korrekte Entscheidung. Hätte der Schiedsrichter "Fingerspitzengefühl" walten lassen (hätte er also eine der beiden gelben Karten "übersehen"), wäre seine eigene Bewertung schlechter ausgefallen.

Den Videobeweis wie er im Eishockey oder American Football üblich ist, lehnten beiden entschieden ab, weil sich dadurch das gerade Interessante am Fußball, nämlich die Interpretationsmöglichkeiten der Entscheidungen sehr einschränken würden.

Es ist ein Teil des Lizensierungsverfahrens eines Vereins, dass alle Spieler und Trainer eine Einheit in Regelkunde bei Fritz Stuchlik absolvieren. Das sei ein durchaus kurzweiliger Tag mit Video-Beispielen aus internationalen Spielen, die von der UEFA für diese Zwecke zusammengestellt wurden.

Es ist übrigens sehr genau definiert, wie sich die Nachspielzeit zusammensetzt. Für einen Spielertausch wird eine halbe Minute angesetzt, für eine Verarztung am Feld eine Minute. Wenn die Verarztung länger dauert, dann entsprechend mehr. Spielverzögerung durch ein Team kann nur dann eingerechnet werden, wenn Spieler deshalb vorher verwarnt worden sind.


Alexander Juraske präsentiert das Buch "Ich pfeife", von Christoph Schröder, erschienen 2915 im Tropen-Verlag

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EwkiL: Amstetten-Rapid

Amstetten-Rapid 

Die Dramaturgie des Spiels könnte nicht besser gewesen sein, um dem Thema "Rapid und den Cup" wieder eine dieser Episoden hinzuzufügen, die alle zeigen wollen, dass Rapid dieser Bewerb nicht zu liegen scheint.

Amstetten-Rapid, Einzug der Gladiatoren; Amstetten in Weiß, Rapid in Grün (Bild Hannes)
Das Spiel war ein ziemlich genaues Abbild der Begegnung vom 19. September 2010, damals gegen die Austria Amateure.
  • Fast derselbe Tag
  • Gegner aus der dritten Liga
  • erste Hälfte 1:1
  • zweite Hälfte und Verlängerung torlos
  • Elferschießen ergibt ein 4:3 für Rapid
Damals war Helge Payer der Held im Tor, diesmal war es Richard Strebinger.

Amstetten war ein extrem schweres Spiel. Nicht nur der Boden war schwer, auch der Gegner. Amstetten war hoch motiviert, Karten waren offiziell nicht zu bekommen, das Spiel war seit Wochen ausverkauft.

Unser Torschütze zum 1:0 Florian Kainz hatte im Verlauf des Spiels größte Mühe, seinem Bewacher zu entkommen. Es ist auch nur selten gelungen. Fast eine Wiederholung des Spiels im Vorjahr, nur eben mit Elfmeterschießen.

Man muss auch grundsätzlich bedenken, dass bei schwierigen Bodenverhältnissen die technisch stärkere Mannschaft ihre Vorzüge in Sachen Ballbehandlung nicht voll ausspielen kann.

Gleich drei Kapitäne mussten bei Rapid aufgeboten werden: Mario Sonnleitner (bis 16.), Louis Schaub (bis 82.) und Christopher Dibon (bis 120.).

Zuerst wurde kräftig rotiert, gleich an sieben Positionen.

Dann begann alles nach Plan und Rapid ging in der 7. Minute durch Florian Kainz in Führung.

Dann die 16. Minute. Solche Szenen, wie die Notbremse von Mario Sonnleitner in einer zufällig brenzlig gewordenen Situation, werfen die Frage auf, ob Verteidiger oder Torleute in solchen Fällen diese Doppelbestrafung in Kauf nehmen sollen. Denn hätte Mario anderswie verteidigt, ist ja ein drohendes Tor noch immer keine ausgemachte Sache. So aber gab es das Tor und seinen Ausschluss und die folgenden 100 Minuten zu zehnt. Das sollten die Trainer bedenken, ob sie Spielern in solchen Situationen nicht eher raten sollen, das Risiko eines Gegentors in Kauf zu nehmen.

Da die Vergangenheit die Zukunft mitbestimmt, kann man auch behaupten, dass die beiden Verletzungen von Nutz und Schaub nicht passiert wären.

Wenn er meint, das wären keine direkten Folgen des Ausschlusses gewesen? Aber sicher, denn diese Szenen hätten sich ohne den Ausschluss gar nicht so abgespielt. Es wäre ein ganz anders Spiel gewesen. Wir wissen nur nicht, welches.

Der knappe Ausgang hatte auch eine positive Seite: Richard Strebinger konnte sich in einigen Szenen auszeichnen und wurde mit dem gehaltenen letzten Elfer zum Helden des Spiels. Wieder ein wichtiger Schritt für ihn.

Dass dieses Spiel durch die beiden Verletzungen möglicherweise einen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft und der Europa-League haben wird, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack und wer weiß, ob wir uns nicht wünschen sollten, hier mit einer gesunden Mannschaft als Verlierer vom Platz gegangen zu sein. Niemand weiß.

Der Ball wird bei Nässe schneller

Noch eine Bemerkung zu den ORF-Reportern (wir verfolgten das Spiel auf ATV bei Chips und Bier): Wieder einmal wurde behauptet (auch vom Chefanalytiker), dass der Ball bei diesem nassen Wetter schneller wird. Metin Tolan beschreibt in seinem Buch "Manchmal gewinnt der Bessere" (S. 179ff), dass Spieler und Zuschauer beobachten, dass bei nassem Boden sich der Ball anders verhält und dann meinen, der Ball würde beschleunigt. Vielmehr ist es aber so, dass der Abprallwinkel bei nassem Boden flacher ist und dadurch dieser Eindruck einer Beschleunigung entsteht. Ein nach dem Aufprall schnellerer Ball müsste diese Energie ja von irgendwo her bekommen, um schneller werden zu können. Das könnte nur seine Rotationsenergie sein. Metin Tolan zeigt, dass sogar bei sehr schnell rotierenden Bällen die Rotationsenergie für eine sichtbare Beschleunigung nicht ausreicht.

Links

Bundesliga: Rapid im Samsung-Cup gegen Amstetten erst im Elferschießen weiter

DerStandard: ÖFB-Cup - Rapid knapp im Elferschießen weiter

DiePresse: Cup: Rapid gewinnt Elfmeterkrimi in Amstetten

EwkiL: Bilder (Hannes) · Blog · News vom Tage ·Statistik

Krone: Birsantes Wiedersehen zwischen Rapid und Amstetten · Brisantes Wiedersehen zwischen Rapid und Amstetten · Rapid mit Mühe weiter, Austria feiert Kantersieg

Kurier: Rapid bindet Top-Talent Wöber langfristig · LIVE-Spielstand: Amstetten - Rapid · Rapid nach Elferkrimi im Achtelfinale

Laola1: Arsenal wollte Rapid-Toptalent · Rapid zittert, Austria souverän

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Rapid: Bericht · Bilder · Vorbericht ·Vorschau

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UEFA: Rapid muss im Cup zittern

Weltfußball: Rapid verlängert mit Nachwuchstalent · Jetzt LIVE: Rapid mit B-Elf in Amstetten · Jetzt LIVE: Amstetten gleicht gegen Rapid aus · Jetzt LIVE: Verlängerung bei Amstetten gegen Rapid · Rapid bezwingt Amstetten im Elferschießen 4:3 · Rapid braucht in Amstetten Elferschießen · Rapid, Admira, Ried im Elferschießen weiter · Spielbericht



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Dienstag, 22. September 2015

EwkiL: Der verflixte Block G

Block G, der schönste Platz im Stadion

Genau genommen ist der schönste Platz der, bei dem man unter Freunden sitzt. So gesehen kann jeder Platz der schönste sein.

Aber die Spezialisten wissen, dass der Block G im ersten Rang des Sektors E die beste Sicht bietet. Im Sektor B steht dieser Block nicht zu Verfügung, denn dort ist er für die teuersten VIP-Karten reserviert. Im Beliebtheitsranking kommen danach die Blöcke G im zweiten Rang von Sektor B oder E.
Die besten Plätze im Happelstadion: Blöcke G im Sektor B und E

Wer aber - so wie ich - gerne fotografiert, der muss den Block G im Sektor B wählen, denn dann sieht er das ganze Geschehen vor dem Spiel frontal und kann das eine oder andere Bild trotz großer Entfernung festhalten.

Stellvertretend für viele andere Fotos hier eine gelungene Kostprobe vom Spiel gegen die Admira.
Christoph Peschek mit der kleine Star Moritz
Im Happel gilt für beste (Fotografier-)Sicht auf den Längsseiten: Block G im Sektor B muss es sein!

Alles Bestens, oder?

Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren!

Stefan (sitzt im Block F des Sektors B) ist beim Spiel gegen die Admira der Kragen geplatzt, als ein Freund, der nur einen Sitz neben ihm in diesem exklusiven Block G sitzt aber nicht so wie er (blau) - bei Stiege 3 sondern bei Stiege 4 (violett) ins Stadion gehen muss und dann noch ziemlich kompliziert zu seinem Platz gelangt, weil er sich durch alle Sitzenden hindurch zu seinem Platz vorkämpfen muss.

Man hat den Eindruck, als müsse man den tollen Blick im Block G durch verschiedene Hürden erkaufen.

Es geht um den Block G im 2. Rang des Sektors B. Wir alle, die dort sitzen, kennen die Situation und haben gelernt mit der Einlassprozedur zu leben; es ist ja nur für zwei Jahre. Aber auch, wenn wir diese Phase hinter uns lassen, wird alle Nachkommenden das Zugangsproblem zum Block G quälen.

Alle Sitzplätze eines Blocks sind zu einer bestimmtem Stiege zugeordnet und der Versuch, bei einer anderen Stiege ins Stadion zu kommen scheitert an den modernen elektronischen Kontrollen, die in diesen Fragen null Toleranz haben und dadurch Optimierungsfanatiker wie Stefan auf die Palme bringen.

Diese "Intoleranz" gilt stadionweit und auch im Sektor E kann es passieren, dass die Zuschauer auf zwei durchaus benachbarten Sitzplätzen bei anderen Stiegen eingelassen werden. Im Sektor E ist das aber weniger problematisch, weil dort zwischen dem ersten und zweiten Rang ein Rundgang ist, von dem aus man jeden beliebigen Block im ersten oder zweiten Rang erreichen kann.
Blick vom Spielfeld auf die Blöcke im Sektor B.
Die VIP-Zone unterbricht den Rundgang und die linke Hälfte des Blocks G ist nur mühsam zu erreichen.

Schuld ist die VIP-Zone

Aber im Sektor B ist dieser Rundgang genau beim Block G durch den VIP-Bereich unterbrochen. Wäre das nicht der Fall, würde der violette Besucher ein Stückchen am Rundgang weiter gehen und dann den für ihn geeigneteren Aufgang wählen.

Die Unterbrechung des Rundgangs durch den VIP-Bereich hat einen zusätzlichen "Querverkehr" im Block G zur Folge. Denn wenn jemand aus den Blöcken A-F einen Besuch in den Blöcken H-M machen will, dann geht das nicht über den Rundgang denn der ist auf der Höhe des Blocks G unterbrochen.

Wer also im Block G seinen Sitzplatz hat, noch dazu in einer der vorderen Reihen, weiß, dass dort ein ziemlicher Querverkehr ist; einerseits, weil der Zugang ausschließlich von der rechten Seite möglich ist, und darüber hinaus der Durchgang durch die Sitzreihen die einzige Möglichkeit ist andere Blöcke zu besuchen.

Aber genau wegen dieser Unterbrechung des Rundgangs müsste man die Zuordnung der Plätze zu einer Stiege an dieser besonderen Stelle optimieren, damit der störende "Querverkehr" den Sitzreihen geringer wird.

Im Sektor E, der im Prinzip spiegelbildlich gleich aufgebaut ist, fällt die Zuordnung zu einer Stiege nicht so auf, denn dort gibt es an dieser Stelle keinen abgesperrten VIP-Bereich und auch wenn dann jemand nur bei einer Stiege eingelassen wird, kann er am Rundgang unterhalb der Blöcke jenen Aufgang wählen, der zu seinem Platz am Nächsten ist.

Warum sollte der violette Besucher nicht ebenso wie der hellblaue bei Stiege 3 reingehen können? Richtig, die Software will das so? Und da man das so programmiert hat, kann man das genauso wieder ändern. Die Software hat da nichts dagegen, die Menschen sind's.

Was könnte man tun?

Wenn man den Rundgang im Bereich der VIP-Zone durchgängig macht, würde wieder eine Situation wie im Sektor E hergestellt und der derzeit gesperrte Bereich würde zu einer "Begegnungszone" (ähnlich wie in Salzburg) umgewandelt. Eine eher unwahrscheinliche Lösung.

Die Plätze in der linken Hälfte des Blocks G werden der Stiege 3 und die der rechte Hälfte der Stiege 4 zugeordnet. Dadurch wird die besonders betroffene rechte Seite des Blocks G entlastet.

Es führt aber dazu, dass in der Mitte des Blocks G dasselbe empfunden wird wie derzeit zwischen Block E und G, denn benachbarte Sitze sind in der Mitte verschiedenen Stiegen zugeordnet.

Man müsste daher zusätzlich Toleranz ins System einbauen (was sich ja auch in allen anderen Bereichen des Zusammenlebens sehr bewährt). Man schreibt auf die Karten des Blocks G (und bringt das auch der Software bei) dass dieser Block sowohl die Stiege 3 und Stiege 4 benutzt werden darf. Das löst das Problem für die Abo-Besitzer, nicht aber für die Einmalbesucher, denn die wissen nicht, was vorteilhafter ist.

Daher muss man auf der Eintrittskarte für diese Zwischenblöcke eine der Stiegen zur Hauptstiege erklären, etwa so:
der violette Sitzplatz findet auf seiner Karte: Stiege 3 (oder 2)
der blaue Sitzplatz findet auf seiner Karte: Stiege 3 ( oder 4)
und ein Sitzplatz auf der rechten Seite des Blocks G: Stiege 4 (oder 3)

Eine solche "tolerante" Zugangskontrolle bietet einen weiteren organisatorischen Vorteil, weil auch bei temporärer Schließung einer Stiege automatisch ein "Backup"-Zugang definiert ist. Darüber hinaus ist das eine Maßnahme, die auf das ganze Stadion anwendbar ist und nicht nur auf den Block G im Sektor B.

Man kann sich leicht überlegen, ob eine solche Änderung je stattfinden wird. Rapid ist im Stadion lediglich einer mehrerer Untermieter wie ÖFB und andere Veranstalter. Zugangs- und Sicherheitsüberlegungen werden von der Stadionverwaltung und nicht von Rapid definiert.

In einem Kommentar der spanischen Zeitung El Pais nach dem Spiel gegen Villarreal wird das Happel-Stadion höflich als "historischer Bau" beschrieben und das spürt man an allen Ecken und Enden. Wahrscheinlich muss man sich damit abfinden.

Und im neuen Stadion?

Die Sicht auf der neuen Osttribüne wird wegen der großen Nähe und der größeren Steilheit der Tribüne viel besser sein, aber wer als Foto-Knipser von seinem Sitzplatz etwas fotografieren will, der ist im neuen Stadion echt schlecht dran, denn das Geschehen vor einem Spiel findet auf der anderen Seite, auf der Westtribüne statt und daher drehen uns die dortigen Akteure ihren Rücken zu und nichts ist es mit einem schönen Foto. Solche Bilder wie das folgende sind dann - für Fotoamateure - Geschichte.

Spielbeginn beim Spiel Rapid-Admira vom 20.9.2015

Sorgen haben die Leut! Aber so ist sie, die kleine Welt des Fußballs!